Aus dem besetzten Gebiet

Die Krupp Werke in Essen 1923

Am 17. Mai 1923 schreibt die *Freiburger Zeitung* Deutscher Protest gegen die Rheinlandkommission. Berlin, 16. Mai. (W.T.B.) Die deutsche Regierung legt in einer Note an die Regierungen in Paris, London und Brüssel erneut Verwahrung ein gegen die terroristischen Maßnahmen der interalliierten Rheinlandkommission, die in dem Bestreben, die deutschen Eisenbahnbeamten im besetzten Gebiet unter allen Umständen zum Dienst für die von ihr eingerichtete französisch – belgische Regie zu zwingen, immer schärfer und rücksichtsloser gegen die Beamtenschaft und ihre Familien vorgehe.  Die Zahl der Ausweisungen von Eisenbahnern übersteige bereits 10 000 und die Vertreibung der Eisenbahnbeamten aus ihren Wohnungen werde systematisch fortgesetzt. Auch die von den Kriegsgerichten gegen deutsche Eisenbahner gefällten Urteile seien außerordentlich grausam. Als Beispiel dafür verweist die Note auf das Urteil des französischen Kriegsgerichtes in Mainz, durch das gegen 17 Eisenbahnbeamte im ganzen 73 Jahre Gefängnis verhängt wurden.

Aus dem besetzten Gebiet. Aus Ludwigshafen. 16. Mai, wird gemeldet: Den Bewohnern des Eisenbahnblocks im nördlichen Stadtteil (Sandstraße) ist gestern nachmittag von den Franzosen die Weisung zugegangen, ihre Wohnungen bis heute nachmittag 4 Uhr zu räumen. Über 100 Familien werden von der Maßnahme betroffen. Der Stadtverwaltung ist es gelungen, die Leute notdürftig anderweitig unterzubringen.

Die Lage in der Anilinfabrik ist unverändert. Die Lohnzahlung an die Beamten und Arbeiter soll gesichert sein. Bei der gestrigen Absperrung der Fabrik durch Spahis sind mehrere Personen verletzt worden, da die Araber rücksichtslos in die Menge hineinritten. Die Verletzungen sind durchweg leichter Natur.

Aus Düsseldorf berichtet W.T.B. : Die Belgier rückten am Dienstag mit Maschinengewehren und Tanks in die beiden chemischen Fabriken Weiler – ter – Mer und Wedekind ein. Die Direktion lehnte die von den Belgiern geforderten Sachlieferungen ab. Die Arbeiter mußten die Werke verlassen und haben beschlossen, erst nach der Räumung der Werke wieder zur Arbeit zurückzukehren. Zur Frage der Besetzung wird die Arbeiterschaft noch Stellung nehmen.

Bild: Die Krupp – Werke in Essen.

Mut zum Anderssein

Hortense von ZambaurMan kann 6 Monate unter Beschuß im miefigen Keller wohnen und sieht anschliessend immer noch so proper aus, wie ein Mastschwein Spanferkel. Alle Achtung. Die Wiener Bilder vom 18. Mai 1913 präsentieren ihren Lesern die unerschrockene Gattin des österreichischen Generalkonsuls in Skutari, Frau Hortense von Zambaur, welche  sechs Monate lang in Kellerräumlichkeiten Schutz vor dem  Bombardement fand. Die Bomben warfen Montenegriner, um die türkische Besatzung aus Skutari zu vertreiben.  Und das alles mitten im tiefsten europäischen Frieden!

Der Staat braucht Geld

Staatlich Fachingen 1933Amnestie für Steuerhinterziehung und Kapitalverschiebung, titelt die *Freiburger Zeitung* vom 16. Mai 1933 in ihrer Morgenausgabe. Da auch der derzeitige Staat Geld braucht und sich als Hehler von Steuer – CDs betätigt,  könnten Pfiffige nun mühelos die Brücke von den Steinbrücks unserer Republik zu den Nationalsozialisten schlagen aber, oh Wehrmutstropfen, Letztere wollen, sagen sie, das Geld nur für die Arbeitsbeschaffung und Wiedereingliederung der Ärmsten unseres Volkes verwenden, womit der Verdacht, zwischen den derzeit Regierenden und den von 1933 bestünden irgendwie geartete Gemeinsamkeiten,  wieder vollständig ausgeräumt wäre.

Ein Vorschlag des Reichswirtschaftskommissars Dr. Wagener. Berlin, 15. Mai, (Eig. Meldg.) Der Reichskommissar für die Wirtschaft und Leiter des wirtschaftspolitischen Amtes der NSDAP, Dr. Wagener, hat an den Reichsjustizminister Gürtner ein Schreiben gerichtet, in dem er auf die Schäden aufmerksam macht, die durch die Inhaftnahme führender Männer der Wirtschaft wegen angeblicher Steuerdelikte für die Durchführung der Arbeitsbeschaffungsaktion entstehen können. In vielen Fällen handle es sich dabei nicht um den Ruf um Gerechtigkeit, sondern um Schadenfreude und Rachegefühle einzelner. (Aber Hoppla sagt der Blogwart!)

Das wichtigste wirtschaftliche Ziel der Gegenwart sei, die vielen Millionen Arbeitsloser wieder in den Wirtschaftsprozess einzugliedern.  Zur Mitarbeit an diesem Ziel müßten alle herangezogen werden, die dazu fähig seien und ebenso müßten alle finanziellen Kräfte, die erfasst werden könnten, mobil gemacht werden.

Dr. Wagener schlägt daher dem Reichsjustizminister vor, für alle Fälle der Steuerhinterziehung und der Kapitalverschiebung, bei denen nicht auch noch andere strafbare Handlungen mitsprächen, unter der Bedingung eine Amnestie zu verkünden, daß die Missetäter einen Teil ihres flüssigen Vermögens  und insbesondere das ins Ausland verschobene Kapital für eine großzügige nationale Arbeitsbeschaffungsanleihe zur Verfügung stellten. Diese Anleihe, die selbstverständlich nur mit einem geringen Zinssatz zu verzinsen sei, solle den Grundstock für den großen Akt der Arbeitsbeschaffung und der Wiedereingliederung der Ärmsten unseres Volkes, auf denen der Fluch der der Fehler der vergangenen Regierungen laste, in dem Wirtschaftsvorgang bilden.

Wer also Kapital, das er durch Verletzung der Vorschriften des gestürzten Systems gerettet hat, zur Verfügung stelle, um damit an dem wirtschaftlichen Wiederaufbau unserer Nation zu arbeiten, solle nicht mehr verfolgt werden. Wer aber diese letzte Gelegenheit, den Gemeinnutz vor den Eigennutz zu stellen, vorübergehen lasse, solle in Zukunft als Landes – und Volksverräter von der ganzen Schwere des Gesetzes getroffen werden.

Bild: Steuersündern empfiehlt der Staat staatlich Fachingen und kräftig für das nationale Aufbauwerk zu spenden. Uns kann so etwas nicht passieren, wir haben aus der unheilvollen Vergangenheit gelernt, weshalb das Steuergeld auch jedem zugute kommt, nur nicht dem deutschen Volke.

Ein modernes Landhaus 1913

Ein modernes Landhaus 1913Zentralheizung, fließend warmes und kaltes Wasser, Stromversorgung, zentrales Staubsaugersystem, Wäscherei unterm Dach usw. . Natürlich für die gut Betuchten und die Dienstboten schliefen ganz oben aber was für fortschrittliche Technik bereits vor 100 Jahren möglich war. Der Blogwart staunt immer wieder.

Und wie weit hätten wir sein können, hätte Kaiser Wilhelm im Folgejahr nicht beschlossen, die ganze Welt zu überfallen., worauf Frankreich, Belgien, England, Rußland und Serbien eben nicht gesagt haben, “stell Dir vor, es ist Krieg, ha, ha, aber wir machen einfach nicht mit dabei!” Ja, da hätte der Wilhelm blöde geguckt und seine Soldaten erst. Die hätten dann im feindlichen Land gestanden und mangels bereitwilliger feindlicher Uniformierten, hätten die dann auf Zivilisten schießen müssen. Wozu schleppt man schließlich die ganze Munition mit sich herum, um sie dann wieder zurückzutragen?

Die Arbeiter, Bauern und die Handwerker im feindlichen Land, trotzig hätten die geguckt, aber eine Waffe hätten die nicht angerührt. Und das Leben wäre weitergegangen. Nur, daß da eben feindliche Soldaten im Lande sind, die anders sprechen, und Militärverwaltungen und die hätten dann schon geschaut, daß die Steuereinnahmen in die richtigen Taschen fließen, nämlich in die der Besatzer. Mangels Widerstandswillen des Feindes würden die auch ihre Armeen bald abziehen, nur die Verwaltungen wären immer noch Deutsch, wie auch die geltenden Gesetze. Und daß  der Reichtum des Landes nicht mehr in die eigene Infrastruktur fliesst, das Bildungs – oder Sozialwesen, sondern die Deutschen fett und zufrieden macht.

Ja, so schön hätte das sein können, mit dem Pazifismus aber die Leute damals waren eben noch nicht reif für die Ideen von heute. Jetzt schon. Wir arbeiten und wir ackern und befriedigen fremder Völker Bedürfnisse und das, ohne daß fremde Streitkräfte im Lande stehen und uns mit aufgepflanzten Bajonett dazu zwingen würden. Das ist doch ein gewaltiger Schritt nach vorn. Oder nicht?

Und nicht mal heulen tut das Aas

Gustav Courbet

Der oberste Terrorjäger der Republik, Bundesanwalt Herbert Diemer, verliest die Anklage, verliest, wie die Täter ein Opfer nach dem anderen in den Kopf schossen, direkt ins Auge, ins Gesicht, in die Brust, wie manche Opfer zu fliehen versuchten und sie von weiteren Schüssen in den Hinterkopf getroffen wurden.

Und was macht die Terrorbraut? Nicht mal heulen tut das Aas vor Rührung, bei soviel Phantasie, wie sie vom Staatsanwalt Diemer aufgebracht wird. Jetzt ist allerdings die Frage, wie kommt Frau Zschäpe da ins Spiel?

Hat sie den Abzug betätigt, den fliehenden Opfern ein Bein gestellt? Hat sie den Fluchtwagen gefahren, diese inkarnierte Teufelin? Die leeren Magazine gefüllt und gerufen: “Knall ihn ab, der versucht noch wegzukrauchen!”

Und wenn nicht, warum sollte sie dann heulen? Oder ausrufen: “Oh ja, Herr Diemer, ich war es, ich habe all diese Menschen ermordet, zwar nicht mit eigener Hand, aber ich habe mit Uwe und Uwe zusammengelebt und ihnen die Brote geschmiert oder ein Bier geöffnet, bin mal mit ihnen in den Urlaub gefahren, Sex hatten wir auch, jetzt haben sie mich am Arsch!”

Das kann ja noch heiter werden, mit dieser Justiz und Steigerungen sind immer noch möglich. Demnächst wird wegen Ladendiebstahls angeklagt, wer schon mal neben einem gesessen hat oder einen kannte oder ihm mal Brötchen verkaufte oder die Zähne zog.

Mal was anderes: Angelina Jolie hat sich also die Brüste wegschnippeln lassen und Brad Pitt, was für ein Mann, sagt dazu, tolle Frau. Hat die BILD herausgefunden. Die Jolie, schreibt die BILD, tut das wegen ihrer Kinder. Für die wird es hart, die müssen nun auf Flaschennahrung umstellen. Ganz schlimme Leute munkeln aber, hinter vorgehaltener Hand, die Angelina wolle damit nur ihre Erfolgsaussichten, für den neuen Tomb Raider Spielfilm, die Hauptrolle der Lara Croft zu bekommen, verbessern. Der neue Spielfilm wird angeblich inspiriert vom aktuellen Game, in dem Lara Croft noch eine junge, unschuldige Studentin ist, die aber im Spielverlauf zur Todesschützin mutiert. So was aber auch! Aber sie hat es ja wegen der Krebsangst getan, also der Angst davor, Krebs zu bekommen.

Der Krebs aber lauert überall! Im Magen- Darm – Bereich, in der Gebärmutter, der Prostata, der Haut. In der Lunge! Da dürften noch einige OPs anstehen. Pamela Anderson hat aber bereits dementiert, daß sie in künftigen Jolie – Filmen als Brustdouble einspringt. Würde der Blogwart auch nicht.

Bild: Während der oberste Terrorjäger Diemer im Schweiße seines Angesichts seine ganze Phantasie bemüht, um die Greueltaten der Angeklagten zu schildern, schaukelt diese sich währenddessen die “Eier”. Der Blogwart sagt, haben wir dafür die Folter abgeschafft? Nein!

Der Volkspolizist der es gut mit mir meint

Wo hast Du denn Deinen Vater 1913

er bringt mich hinüber. Er ist unser Freund. Ja, das waren noch Zeiten. Meint der Blogwart. Da waren die Rollen klar verteilt. Hier die Guten und da die Bösen und die Bösen waren die Räuber und Verbrecher und auf jeden Fall der Klassenfeind und seine Handlanger. Der Gute hingegen, das war der Leutnant vom Schwanenkiez oder die Genossen, die während der Serie “Polizeiruf 110″ auf Jagd nach dem notorischen Arbeitsbummler gingen, der, wenn er mal arbeitete, auch gleich das volkseigene Gut veruntreute, um seinen Partykeller damit auszubauen.

Heute hingegen ist das schwierig. Da heißt es senibel sein. Ist es politisch korrekt, den Omar, Murat und den Kemal zu verhaften, nur weil sie gerade den Laden hinter einem ausrauben, nicht ohne die Inhaberin schwer zusammenzuschlagen,  oder sollte man eher dem Kevin Schulze eine gepfefferte Strafe aufbrummen, der mit einem Fahrrad fährt, dem die vorschriftsmäßige Beleuchtung fehlt und die Klingel? Der gewissenhafte, staatstreue  Beamte wird sich für Letzteres entscheiden, ist ihm doch die Karriere näher als der Grund, aus dem er mal Polizist geworden ist.

Der Bürger aber, der in seinem eigenen Blute liegt, kann immerhin Genugtuung daraus ziehen, wenn ihm der Beamte unter vorgehaltener Hand zuflüstert: “Wissen Sie, eigenlich hätte ich die Drei ja verhaftet, die sie ausgeraubt und niedergeschlagen haben, aber am Abend wären sie wieder frei und guter Dinge und damit wäre ja keinem geholfen.” Und da kann auch der Blogwart nur zustimmend nicken.

Bild: Aus “Sport und Salon vom Mai 1913″. Der Blogwart fand das Foto gut und der Text hat sich irgendwie von selbst ergeben. :)

Willkommenskultur

WillkommenskulturAls die ersten Europäer den Boden betraten, wo sie fälschlicherweise Indien vermuteten, da nannten sie die Eingeborenen folgerichtig Indianer. Statt Inder. Die Europäer kamen uneingeladen. Sie sahen völlig anders aus, als die Urbevölkerung, trugen andere Kleidung und praktizierten andere Sitten und Religionen. Die Hoffnung der Inder, die ungebetenen Neuankömmlinge, die nicht in der Lage waren, zu jagen oder Ackerbau zu treiben, wie es die Indianer taten, würden wegen ihrer eigenen Dummheit sterben, erfüllten sich nicht. Auch hier gab es mitleidige Seelen, die die Not der Europäer rührte und sie halfen ihnen mit Lebensmitteln über die ersten  Winter. Das war offensichtlich ein Fehler. Aus Dankbarkeit führten die Europäer das Erntedankfest ein, Soldaten, Gewehre, Kanonen und mit europäischen Krankheiten behafteten Textilien, und erschlugen alles, was irgendwie nichteuropäisch aussah,  was dazu führte, das ganze Landstriche frei von der Urbevölkerung wurden und die Indianer heute in Reservaten leben, also in Ghettos, wo sie Spielkasinos betreiben und damit  ihren Eroberern das Geld aus der Tasche ziehen.

Es gab natürlich auch Widerstand, so wie es überall Widerstand gibt, wo angestammte Bevölkerungsgruppen Invasoren weichen sollen. Immer wieder mal sammelten Kriegshäuptlinge, mehr oder weniger erfolgreich Stämme um sich, um die Eindringlinge ins Meer zu werfen, die hatten offenbar nicht verstanden, was Willkommenskultur bedeutet. Hätte Maria Böhmer damals gelebt, CDU, und wäre sie Indianerin gewesen und in der Position, ihre heutigen Weisheiten zu verkünden, viel Leid wäre den Eingeborenen erspart worden.

Es ist ja im Grunde auch einfacher dankbar zu sein, wenn gerade das Dorf von europäischen Neuankömmlingen abgebrannt wurde, die Frauen vergewaltigt und ermordet, die Kinder erschlagen, und sich zu fragen, wie man den Mördern noch besser ihre Wünsche von den Augen ablesen kann, oder nachzugrübeln, was man jetzt schon wieder falsch gemacht hat, anstatt zum Bogen zu greifen und diese Mörder in die ewigen Jagdgründe zu schicken.

Seht Ihr, und deshalb wird in Deutschland der Ruf nach einer Willkommenskultur in dem Maße immer lauter, je mehr Menschen darüber nachdenken, warum uns diese Leute eigentlich willkommen sein sollten. Je mehr Schandtaten die Zugewanderten begehen, desto intensiver müssen wir sie willkommen heißen. Das ist doch  nur logisch. Oder?

Bild: Da hatten sich die Indianer etwas Schönes eingetreten. Wer konnte schon ahnen, was ein paar Truthähne, Maiskolben oder Kürbisse anrichten. Spätestens nach der Auslöschung der ersten Stämme sprach aber niemand mehr davon, man müsse den Europäern gegenüber eine Willkommenskultur entwickeln. Vermutlich wurden solche Propheten gleich totgeschlagen. Wir sind da zivilisierter. Bei uns wird so etwas Minister oder Kanzlerin.


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