Botschaft des Grauens

Früher, ja, früher, da hätte man sich solche Aussetzer noch erklärt mit, der Mann ist von Moskau gesteuert. Oder er ist die 5. Kolonne von Attac, was auf das selbe hinaus liefe, hätte Moskau nicht durch den Sozialismus erkannt, dass Kapitalismus die einzige Gesellschaftsordnung ist, die Wohlstand zu schaffen in der Lage ist und zwar Wohlstand für Viele. Und dass von dem Wohlstand noch genug übrig ist, um denen zu geben, die nicht in der Lage sind zu arbeiten oder es nicht wollen und in Freiräumen und Parallelgesellschaften darauf warten, dass das Essen auf Rädern kommt und die sich bis dahin damit vergnügen, die Gesellschaft zu zerstören, die ihnen Essen liefert.

Auf in die Volksgemeinschaft!

Erstens, die Zeiten werden schlechter. Donnerwetter! Das hätte jetzt keiner geahnt, trotz Abwrackprämie oder Entlassungen. Aber Eigennutz  wird künftig Gemeinnutz werden. Jawohl. Wie einst, die Teppichweber von Kujan Bulak ziehen wir los, um Lenin zu ehren und bekämpfen die Malariamücken. Aber nicht nur in unserem Sumpf, nein, auf der ganzen Welt! Das wird fein. Wie in der klassenlosen kommunistischen Gesellschaft oder der Volksgemeinschaft(Pfui!).  Und keiner strengt sich künftig mehr an, um sich vom erarbeiteten Geld eine Urlaubsreise zu gönnen, oder ein Häuschen,  nein, er spendet das Geld dem B.U.N.D., zum Beispiel, für neue Krötentunnel. Oder so. So wird es kommen. Wenn der neue Mensch fertig ist.  Der Köhlersche.

Nie mehr Niedertracht und Egoismus!

Wir müssen nur den Egoismus ausschalten und das Bestreben, besser zu leben.  Denn künftig wird unser Augenmerk nicht darauf gerichtet sein, dass es unserer Familie gut geht, nein, zuallererst soll es der Nachbarfamilie gut gehn. DAS wird uns motivieren, früh aufzustehen und viele, viele Kilometer zur Arbeit zu fahren.  Und wenn wir abends zurückkommen, aus der Ausbeuterfabrik, dann klingeln wir erst bei der ALG II-Grossfamilie, die den ganzen Tag das Fernsehprogramm türkischer Sender ertragen musste und liefern unseren kargen Lohn ab. Wie werden wir uns dann besser fühlen!  Herr Köhler hat es gesehen. Im Teesatz. Bei Professor Trelwany. Und gleich gibt er sein ganzes Bundespräsidentengehalt für die, die nur mit 2 $ am Tag auskommen müssen, weil das sozial ungerecht ist. Denn Führen fängt immer mit Vorbild an, gelle?

Bitte, verzeiht uns!

Wo wir doch die Verantwortung dafür tragen, dass wir die Dampfmaschine oder die Elektronenergie erfunden haben, wir abgefeimten Schurken.

Oder dass wir unsere Mädchen in die Schule schicken, zum Wissenschaften lernen damit sie später ihre Fingernägel in den Spektralfarben bemalen können oder gegen die Auswirkung der Schwerkraft auf Hintern und Busen ankämpfen können. Oder als Talkrundendampfplauderinnen zu hohen Ehren kommen.  Und wir entschuldigen uns vielmals bei der arabischen Welt, dass Mädchen und Frauen Autofahren dürfen, was wir oft bedauern oder dass wir ihnen keine Säure ins Gesicht giessen, wenn sie freiwillig in die Schule eilen. Ja, wir sind schuld daran. Dass IHR 50%  Eurer Bevölkerung verwehrt, zum Nationalreichtum beizutragen. Und Verkauf von Mädchen und Frauen gehört jetzt eindeutig nicht dazu. Zum Bruttosozialprodukt. Wir sind schuld, sagt Horst Köhler. Dass wir uns weiterentwickelt haben, ohne Euch mitzuziehen, wir Schweine, aber zum Glück ist das  nun vorüber. Mit der Weiterentwicklung. Unser Bundespräsident steht dafür beispielhaft. Bravo.

Siegeszug der Körperfresser ungebrochen

Und dann natürlich die Staatsverschuldung. Jetzt darauf herum zu hacken, dass der Staat sich immer mehr verschuldet, weil er das  Gemeinwohl der zugewanderten türkischen Gemeinde oder der arabischen oder  libanesischen Grossfamilie in den Mittelpunkt stellt oder die Sorge, es könnte draussen wärmer werden, also Frühling, was absolut furchtbar wäre, und parallel zu fordern, den ökologisch-industriellen Komplex zu fördern, als Modell für die ganze Welt,  für den die Steuergelder mit vollen Schaufeln ins Feuer geschmissen werden und der eine gigantische potjemkinsche Industrie darstellt, die nur heisse Luft produziert und die besten Autos der Welt(Doppelt Pfui!) absichtsvoll verteuert, zeigt schon, die Körperfresser waren auch im Amtssitz des Bundespräsidenten und ihr Siegeszug ist nicht mehr aufzuhalten. Eben noch ein normaler, kluger Mensch, lässt er am nächsten Tag  Sachen wie diese los:

Die Industriestaaten tragen als Hauptverursacher des Klimawandels die Verantwortung dafür, dass die Menschen in den Entwicklungsländern am härtesten davon getroffen sind. Der Kampf gegen die Armut und der Kampf gegen den Klimawandel müssen gemeinsam gekämpft werden.

Klimagebet

Oh, Herr, wandele das Klima nicht weiter, wie Du es schon wandeltest, vor vielen Millionen Jahren, auch, als es noch niemanden gab, der Deine glorreichen Taten in der Bibel beschrieb, wir bitten Dich herzlich darum, denn Heizen und Frostbeulen sind geil, während eine frühe Baumblüte und nachfolgende Ernten des Teufels sind. Unsere tägliche Erderwärmungshiobsbotschaft gib uns heute. Und wenn ich auch wandere im finsteren Tal geistiger Umnachtung, so fürchte ich doch keine Aufklärung. Schon gar nicht von den regierungsbezahlten Wissenschaftlern und Klimainstituten, denn mein sind die Fördergelder und Medien und auch die Steuern. Amen.

Wieder Kapitän Iglu!

Was auch nicht fehlen durfte, in der Botschaft des Grauens: Kapitän Iglu. Weil wir Sprotten aus Dosen essen, müssen afrikanische Fischer in ihren Einbäumen Leute nach Europa transportieren, die für die Überfahrt viel, viel Geld bezahlt haben. Die Armen. Die Piraterie hat er noch ausgelassen. Piraten entstehen,weil wir Fisch essen. Knock, knock – jemand Zuhause? Nein. Und Köhler nennt sie Flüchtlinge. Die in den Booten sitzen. Natürlich fliehen die. Vor der Arbeit. Vor der Mühe, sich selbst anzustrengen. Denn mit dem vielen, vielen Geld, das sie sich zusammengeborgt haben, als Lohn für die fischlosen Fischer, hätten sie ja in ihrem Dorf einen Brunnen bauen können, zur Bewässerung!  Um die Ernteerträge zu steigern. Zum Beispiel. Was wieder egoistisch gewesen wäre, dem Nachbardorf gegenüber, meint der Bundespräsident. Und die Kat kauenden Männer könnten auch ihren Arsch vor der Hütte hochheben, um nicht alle Arbeit die Frauen erledigen zu lassen.  Zum Beispiel Wasser tragen kilometerweit. Was bei einem eigenen Brunnen schon entfallen würde. Doppelte Zahl schafft auch doppelt. Jedenfalls mit der Hacke oder dem Holzpflug. Aber das sind eben kulturelle Schmäckerchen, die wir in Europa dringend brauchen. Rauschgiftabhängige Schwarze, mit dem Facharbeiterbrief  “Vor der Hütte sitzen und Kat kauen”. Die, die unsere Renten sichern werden.

Von dem Brunnen, um darauf zurückzukommen, hätte das Dorf gemeinwohlig  profitieren können, logisch gedacht und im Sinne unseres Bundespräsidenten, Gott schütze ihn. Aber unser Schlaraffenland ist viel schöner.  Wo wir die gebratenen Tauben und die Bäche aus Honig und Wein auch im Schweisse langer Arbeitstage herstellen müssen und würden wir morgen keinen Fisch mehr essen, dann könnten die Fischer in ihren Einbäumen wieder fischen und Flüchtlinge würde es nicht mehr geben!  Ja, staunt Ihr was? DAS ist Logik. Bundespräsidiale. Gut, dass so einer an der Staatsspitze steht. Und keinen Anderen wollte ich dort haben. Nicht drüber nachdenken, was der in einem Unternehmen anstellen würde. Das nächste Rettungspaket wäre so sicher wie das Amen in der Kirche.

Am deutschen Klimawesen muss die Welt genesen!

Und ganz klar auch, weil es unser geliebter Bundespräsident sagt, die nächste industrielle Revolution wird eine ökologische sein, die wir über die ganze Erde tragen werden. Denn Erderwärmung ist schlecht, weil sie schlecht ist. Und die Grossen Ökologischen Drei, Merkel, Roth und Kühnast, werden sie anführen. Und alle Lichter werden verlöschen, als Ergebnis. Bis auf die Tranfunzeln, denen wir das dann zu verdanken haben werden.  Weil dann auch das letzte Kohle- oder Atomkraftwerk abgeschaltet sein wird. Wegen des Giftgases CO2. Von dem die Pflanzen abhängig sind, die Junkies. Auf der ganzen Welt. Zur Not sorgt die Bundeswehr dafür, wenn sie die letzten in Sicherheit gebrachten Ersparnisse der Deutschen aus der Schweiz befreit haben wird. Fürs Abschalten. Auf Geheiss Franz Münteferings, der schon weiss, wie man das früher gemacht hätte. Zurückschiessen um 05.45 Uhr. Also noch vorm Aufstehen. Der Berliner Schüler. Und wir werden beim Holzfeuer in Zelten leben und uns Graskleidung flechten, jedenfalls so lange, bis uns die Pflanzenschützer vom Recht der Pflanzen auf Leben überzeugt haben werden. Ja, das werden herrliche Zeiten sein, die wir dann erleben werden.

Werden wir uns darauf freuen? Ich denke ja!

Und es wird paradiesisch werden:

8 Antworten zu „Botschaft des Grauens“


  1. 1 Friederich 25. März 2009 um 08:05

    »… Verdoppelung des Wohlstands bei halbem Naturverbrauch. Machen wir uns klar, welcher Quantensprung bei Energie- und Ressourcenproduktivität möglich ist.

    Nehmen wir uns deshalb die nächste industrielle Revolution bewusst vor: diesmal die ökologische industrielle Revolution.«

    Ah, es ist Zeit für den »Großen Sprung nach vorn«! Da gab es ja schon mal ein Staatsoberhaupt, das diesen propagiert hat. Schade, daß die meisten Deutschen kaum Geschichtskenntnis haben, denen entgehen solche präsidialen Verbalpreciosen glatt. Die wissen auch nicht, wie hart die Landung bei diesem Sprung war.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Sprung_nach_vorn

  2. 2 Prosemit 25. März 2009 um 08:07

    Eine treffliche Analyse der Rede.

    Ooops, sorry, ich habe mir die Rede nicht angehört angetan. Also kann ich ja nicht sagen, ob es eine gute Zusammenfassung war.

    Es war sicher eine gute, denn was sollte er sonst gesagt haben, der Präsident aller unser Deutschen , nein Mitbewohner , nein besser Aufgezwungenen. Das könnte passen. Ist doch ein gutes Wort unsere zugewanderten Schätze in Zukunft “Aufgezwungene” zu nennen. Völlig rassenneutral. Oder?

    Gestern las ich in einer Meldung von dem erneuten “Wintereinbruch”. Was haben wir gelacht, “WINTEREINBRUCH”, gebrüllt “W I N T E R E I N B R U C H”. Hatten wir denn in der Zwischenzeit Frühling? Wieso hat man uns eigentlich den Frühlingsanfang am 20 März verschwiegen? Zensur!

  3. 3 Prosemit 25. März 2009 um 10:07

    Ein Nachtrag für diejenigen, die an fakten interessiert sind und nicht an wohlfeilen Meinungen.

    Ein Beispiel: Mit jahrzehntelangem, industriellem Fischfang hat auch die Europäische Union dazu beigetragen, dass die Küsten vor Westafrika inzwischen stark überfischt sind. Die Fischer Westafrikas können mit ihren Booten vom Fischfang heute immer schlechter leben. Da darf es uns nicht wundern, dass die Fischerboote immer mehr dazu benutzt werden, Flüchtlinge nach Europa zu transportieren.

    (Aus der Köhler Rede, die ich mir doch noch angetan habe, weil ich das Originalzitat brauchte)

    Interessant ist es, wenn man einfach einmal die Fakten nimmt aus den betroffenen Ländern selber.

    Der namibische Fischereiminister freut sich über stabile und besonders beim Seehecht stark wachsende Bestände. Der Fischfang Namibias trägt zu 10 Prozent zum Volkseinkommen bei mit stetigen, starken Zuwächsen seit der Unabhängig. In der Fischereindustrie sind 14.500 Menschen beschäftigt und machen ein Drittel des gesamten Exportes Namibias. Schäden versursacht die illegale Fischerei und die Dynamitfischerei der Eingeborenen. In Namibia wird gerade wieder in diesem Monat von einer Firma ein neuer Hochleistungstrawler in Dienst gestellt

  4. 4 Robin Renitent 25. März 2009 um 10:25

    @ Karl Eduard:

    Große Fleißarbeit und schöne “Spiegelung”.

    @ Prosemit

    Danke. Habe nicht immer die Zeit, sowas selbst herauszusuchen.

    Es beweist doch, daß man selbst den Worten eines Präsindenten nicht ohne Kontrolle lauschen kann.

  5. 5 stalker 25. März 2009 um 10:27

    Furchtbar! Wintereinbruch!
    Hoffentlich werde ich nicht als Klimaleugner verhaftet, weil ich die Winterreifen noch drauf habe! Winterreifen ist so wie “Autobahn”, geht also garnicht. Allradjeep für die klimaerwärmte Sandpiste durch den mitteldeutschen Mangrovenwald geht aber auch nicht.

    Was bleibt: Lernen von unseren neuen, bunten Freunden aus dem benachteiligten Ländern: zu Fuß gehen oder sich tragen lassen, oder: Gesicht zeigen gegen den Klimawandel! CO2-Sparen durch Zuhause bleiben, Klimaretten durch nicht zum Kunden fahren, Soziale Gerechtigkeit herstellen durch: Nicht mehr Steuern bezahlen.

    Sehr schön dagegen die Karlduardsche Analyse der Rede des Großen Weisen, die mir den heutigen Tag im Kampf gegen Kundensonderwünsche und Schneetreiben versüssen wird.

  6. 6 Easterner 25. März 2009 um 12:28

    Er ist doch fast ehrlich am Anfang: “Ich will Ihnen eine Geschichte meines Scheiterns berichten.” Es haette wohl richtiger heissen muessen, “Ich bin gescheitert und habe nichts dazu gelernt”, aber dann waere die Rede ja schon zu Ende gewesen.

  7. 7 quer 25. März 2009 um 14:06

    Eine bemerkenswert hervorragende Auseinandersetzung mit dem Geblubbere des Präsidenten. Das Klimagebet habe ich mir zwecks späterer Verwendung kopiert. Um politisch korrekt zu sein und um mein Seelenheil besorgt: Ich bereue alles und bitte 6 Mrd. Menschen (inkl. der uns Aufgezwungenen – schöner Ausdruck!) um Verzeihung.

  8. 8 Karl Eduard 25. März 2009 um 17:46

    Es war unmenschlich, das Orginal lesen zu müssen.Ich kann Euch sagen….Fast hätte ich “wacht auf Verdammte dieser Erde gesungen” so ergriffen war ich.


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