Tod den Spionen

Der wunderbare Iran, der in den Herzen unserer fortschrittlichen Kräfte den Platz der grossartigen Sowjetunion eingenommen hat, als Gegenpart von Mordor, das sich manchmal auch Amerika nennt, und das die Welt regelmässig überfällt, um ihm Freiheit und Glück zu bringen, was unsere Genossen mit Abscheu beobachten, hat sich zu einer grossmütigen Geste entschlossen. Statt diese amerikanische Journalistin für 8 Jahre die Gastfreundschaft iranischer Gefängnisse geniessen zu lassen, wie sie es verdient hat, weil sie zum Beispielauf hinterhältigste Weise ausspionierte, was kleine Mädchen essen, um gross und stark zu werden, verzichten die weisen Volksführer im Iran nun darauf und lassen die Mata Hari des Nahen Osten ungehindert laufen, wohl wissend, dass ihrem zersetzenden Treiben damit noch nicht Einhalt geboten wird. Wenn uns schöne Frauenaugen auch anrühren, müssen wir dennoch fragen, ob es nicht ein grosser Fehler war. Zwar machen unsere weisen iranischen Führer keine Fehler, weil sie von Allah geleitet werden, wie auch unser Bundesinnenminister, dennoch wird der Westen diese kleine Geste der Menschlichkeit als Schwäche auslegen und erneute Gnade erwarten, zum Beispiel, wenn sexuell Abartige an Baukränen aufgehängt werden. Öffentlich. Darf das sein, Genossen? Ich meine nein.

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