Opfertod des Funkers

DIE WESTFÄLISCHE LANDESZEITUNG, das amtliche Blatt der NSDAP, berichtet am 26. Oktober 1936 auch vom Untergang des holländischen Dampfers “Van Der Wijk“, desssen Schilderung sich so ganz anders liest als heutige Zeitungen. Übrigens auch anders als Reportagen vor laufender Kamera.

Van Der Wijk1Van Der Wijk2Van Der Wijk3

16 Antworten zu „Opfertod des Funkers“


  1. 1 ostseestadion 28. Juni 2009 um 12:42

    ergreifend – das schicksal des funkers.
    hut ab.

    schön wäre es gewesen – der funker wäre danach bei seiner familie und der käptn hätte bis zuletzt sos gefunkt.

    nun, aber da man selbst noch nie in der situation war , fällt es leicht große töne zu posaunen.
    daher nochmals – tiefsten respekt vor dem funker.

  2. 2 Karl Eduard 28. Juni 2009 um 13:12

    Dafür gibt es die Stellenbeschreibung. Der Funker funkt und der Kapitän geht mit dem Schiff unter. Der Kapitän hat nicht die Aufgabe zu funken oder Kohle nachzulegen oder das Essen zu kochen, die Bettwäsche zu wechseln oder die Getränke zu mixen. Der Kapitän muss etwas von Nautik verstehen und wie das Schiff reagiert, was von einem Funker nicht verlangt wird. Natürlich wäre es besser gewesen John Meynhardt hätte das Beiboot genommen, anstatt das Schiff in Sturm und in Brand auf den Strand zu setzen. :)

  3. 3 ostseestadion 28. Juni 2009 um 13:34

    wenn der kapitän mit dem schiff untergeht , steht er nacher nicht vor einem rätsel- siehe oben.

    und “drei kurz, drei lang, drei kurz” verlange ich ganz einfach jetzt mal frech von einem käptn zu können.

    und ganz,ganz am schluss , wenn eh nix mehr geht – sagt er halt zum funker- ” ab – sieh zu dass du irgendwas schwimmfähiges findest – nimm noch ne stange karo und ne flasche Rum mit und mach das du vom schiff wegkommst – ich funk derweil weiter- …

  4. 4 Karl Eduard 28. Juni 2009 um 13:48

    Dennoch gibt es die Arbeitsteilung. Und der Funker tat das aus, ähm, Pflichtbewusstsein, was heutzutage natürlich undenkbar ist, weil verboten. Pflicht meine ich. :)

  5. 5 ostseestadion 28. Juni 2009 um 15:17

    mei, stimmt schoa – das mit der pflicht

    beim supergau hat sichs aber ausgearbeitsaufteilt.
    hier hat der funker bis zuletzt gefunkt.
    und la kapitana steht jetzt (lebend) vor einem rätsel.
    hätt er arsch in der hose gehabt , oder neudeutsch “eier” – hätt er reagiert wie oben beschrieben.

    hier hat er reagiert wie ein zB Bundeswehrmajor (ne armee haben wir ja nicht mehr – grins)- der jahrzehntelang tolles gehalt in friedenszeiten kassiert und wenns ernst wird – so wie jetzt in Afghanastananien – sagt er – i moag net.
    oder so….
    so, nu reichts aber-oder?

  6. 6 Karl Eduard 28. Juni 2009 um 17:56

    Aber dann hätte die Zeitung nicht über den Funker geschrieben sondern über den Kapitän, was wieder sozial ungerecht gewesen wäre und funkerverachtend.

  7. 7 Friederich 28. Juni 2009 um 18:24

    Ich denke gar nicht, daß der Kapitän den Funker hätte vertreten können. Da ist ja mehr durchzumorsen als stupides SOS, da muß z. B. die Position bekanntgegeben werden, das wird wohl einen Spezialisten wie den Funker gebraucht haben.

  8. 8 Karl Eduard 28. Juni 2009 um 18:42

    Letztendlich ging es mir nur um die Art der Katastrophenberichterstattung. Heutzutage ist es schwer, über heldenmütige schwarze Boxen fesselnde Berichte zu verfassen. :)

  9. 9 ostseestadion 28. Juni 2009 um 18:43

    na, ich trau dem kapitano aber mehr zu als mit der nase am zirkel+lineal über die seekarte zu schlittern.
    vielleicht n bisserl zu optimistisch…
    egal. ist eh zu spät
    der name des helden lebt hier im blog weiter…

  10. 10 Karl Eduard 28. Juni 2009 um 18:47

    Die Kommentatoren haben den Vorgang immer nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, ihn zu verändern.

  11. 11 Friederich 28. Juni 2009 um 18:53

    Dafür wird’s nun wohl zu spät sein.

  12. 12 vitzliputzli 29. Juni 2009 um 01:56

    es klingt auf den ersten blick idiotisch, aber im grunde war der funker wohl aus dem gleichen holz geschnitzt wie manche islamische selbstmordattentäter oder auch die feuerwehrleute im WTC damals.

    die für ihre idee (mag sie “objektiv” helfend oder zerstörend sein) den tod in kauf nehmen bzw akzeptieren.

    wobei die feuerwehrleute oder die brd-soldaten in afghanistan vermutlich das risiko nicht so ganz bewusst in kauf nehmen, weswegen ich beim vergleich lieber beim selbstmordattentäter bleibe.

    verrückt. der vergleich.

  13. 13 Karl Eduard 29. Juni 2009 um 02:49

    Fontane würde sich im Grabe umdrehen.

    http://www.lyrikwelt.de/gedichte/fontaneg2.htm

  14. 14 netzwerkrecherche 29. Juni 2009 um 08:13

    Ohne solch selbstaufopfernde Menschen wie den Funker Ytermak wäre die Menschheitsgeschichte grau und fad, ohne Helden und Heroen, ohne Vorbilder und Nacheiferer. Schön, daß es sie gibt.

    Hier habe ich noch was, die Saga vom Opfertod eines Feuerwehrmannes (Eigeninterpretation ;-)

    Sehet ihr am Fensterlein
    Dort die rote Mütze wieder?
    Nicht geheuer muß es sein,
    Denn er geht schon auf und nieder.
    Und auf einmal welch Gewühle
    Bei der Brücke, nach dem Feld!
    Horch! das Feuerglöckchen gellt:
    Hinterm Berg,
    Hinterm Berg
    Brennt es in der Mühle

    Schaut! da sprengt er wütend schier
    Durch das Tor, der Feuerreiter,
    Auf dem rippendürren Tier
    Als auf einer Feuerleiter!
    Querfeldein! Durch Qualm und Schwüle
    Rennt er schon und ist am Ort!
    Drüben schallt es fort und fort:
    Hinterm Berg,
    Hinterm Berg
    Brennt es in der Mühle

    Der so oft den roten Hahn
    Meilenweit von fern gerochen,
    Mit des heilgen Kreuzes Span
    Freventlich die Glut besprochen
    Weh! dir grinst vom Dachgestühle
    Dort der Feind im Höllenschein.
    Gnade Gott der Seele dein!
    Hinterm Berg,
    Hinterm Berg
    Rast er in der Mühle

    Keine Stunde hielt es an,
    Bis die Mühle borst in Trümmer;
    Doch den kecken Reitersmann
    Sah man von der Stunde nimmer.
    Volk und Wagen im Gewühle
    Kehren heim von all dem Graus;
    Auch das Glöckchen klinget aus:
    Hinterm Berg,
    Hinterm Berg
    Brennt’s

    Nach der Zeit ein Müller fand
    Ein Gerippe samt der Mütze
    Aufrecht an der Kellerwand
    Auf der beinern Mähre sitzen:
    Feuerreiter, wie so kühle
    Reitest du in deinem Grab!
    Husch! da fällt die Asche ab.
    Ruhe wohl,
    Ruhe wohl
    Drunten in der Mühle

  15. 15 Karl Eduard 29. Juni 2009 um 17:13

    Schönes Gedicht.

  16. 16 netzwerkrecherche 30. Juni 2009 um 13:35

    Ordentlich gesprochen wirkt Mörikes Feuerreiter noch viel besser.


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