Soldaten der Freiheit

In einer Zeit, lange vor unserer eigenen, als Herden von mächtigen Dinosauriern über Pangäas weite Kontinentalplatte dahinzogen, da wussten Deutsche noch, was es heisst, für eine wirkliche Idee einzustehen. Nein, jetzt nicht für die Abschaffung der Elektrizität oder die Priorisierung von Trampelpfaden, zur Güterbeförderung, um das scheue Mastodon im Schachtelhalmenwald nicht zu ängstigen oder alle Reichen so lange zu erschiessen, bis es keine Armen mehr gibt.

Die Rede ist von Krieg und Militäreinsatz, bevor der Begriff Krieg für deutsche Verteidigungsminister Tabu wurde und Soldaten in den Einsatz geschickt wurden, wie die Friseure, in der Hoffnung darauf, dass Koranschüler liebe Kerle sind. So wie der Murat Kurnaz, der türkische Schiffchenbauer aus Bremen, der es vorzog, das Terroristenhandwerk zu lernen, nur wurde er vorher abgefangen, weshalb wir stinksauer auf die Fänger im Roggen sind, die dem Murat seinen zweiten Berufsweg versauten  und wir ihn darum an der Backe kleben haben, wie Hundeauswurf unterm Schuh.

Hätte der Murat, der vortreffliche Heilige von Guantanamo seine Talibanlehre beendet, wer weiss, vielleicht hätte auch er Gelegenheit gehabt, Soldaten der Bundeswehr zu ertränken, zu erschiessen, in die Luft zu sprengen oder einfach nur anzugreifen, so, wie es die Fusstruppe der LINKE in Deutschland propagiert, denn sind sie nicht dafür da, um getötet werden, die deutschen Soldaten?

Wann konnten wir überhaupt jemals stolz auf deutsche Soldaten sein, von den Soldaten der Nationalen Volksarmee mal abgesehen, die heute im der Herzen der Linken immer noch den Ehrenplatz einnehmen? Niemals doch, wird der geübte ARD- und ZDF- Gucker bestätigen, niemals doch. Und Recht hat derjenige, für den deutsche Geschichte mit 1933 beginnt.  Was sie offensichtlich tut den öffentlich rechtlichen Anstalten zufolge, denn nur wer sich beständig schämt und mit gesenktem Haupt durch die Gegend schlurft, kann nicht die Zukunft erkennen, die in seiner Gegenwart von fleissigen unermüdlichen Politikern und einer geordneten Medienlandschaft vorbereitet wird.

Das Grosse Land ist eine Website, für Politiker, das ist also ein Ding, das man im Internet findet und das man verbieten kann,  die über den Beitrag Deutscher im amerikanischen Bürgerkrieg berichtet.  Ein Krieg, der als Resultat die Abschaffung der Sklaverei in Amerika brachte, Sklaverei, die heute noch von emsigen Moslems unbeirrt weiter betrieben wird, überall da, wo sie zu Hause sind und von denen wir natürlich nicht verlangen können, liebgewordene Gewohnheiten einfach so aufzugeben. Denn Sklaverei zu betreiben, das haben sie sich verdient. Sagen unsere Guten. Uns ausserdem wäre es völlig rassistisch, ihnen diese kleine Unart unter die Nase zu reiben.

In diesem Krieg entschieden also Soldaten letztendlich mit der Waffe, ob die Menschenrechtserklärung auch  für schwarzgefärbte Menschen gilt, so wie sie heute für afghanische Frauen nicht gilt, hat DIE  LINKE enschieden und auch der grösste Teil der deutschen Bevölkerung ist dagegen, dass afghanische Frauen Schulen besuchen, man sieht ja an Alice Schwarzer was dabei herauskommt.

Heute wissen wir auch, Krieg ist keine Lösung, man muss sich nur lange genug mit dem Herren der Sklaven hinsetzen, und mit ihm über Freiheit und Gleichheit der Chancen, Freiräume und ein bedingungsloses Grundeinkommen diskutieren, und das am effektivsten unter Leitung des Bundesinnenministers.

Damals aber, in völliger Verkennung der moralischen Prioritäten und ohne das Bewusstsein, dass Soldaten Mörder sind, nahmen einige Hunderttausend Deutsche am Krieg zur Abschaffung der Sklaverei teil. Aus Loyalität zum neuen Vaterland, in der Überzeugung, das Richtige zu tun und aus dem Zusammengehörigkeitsgefühl als Deutsche.  „Pfui und Schande über sie!“

Benjamin Goulds Statistiken: »Investigations in the Statistics of American Soldiers«, New York, 1869, weisen rund 176.000 Deutsche auf: Geborene Amerikaner 1 523 267, Deutsche 176817, Iren 144221, britischstämmige Amerikaner 53532, Engländer 45508, Andere Nationalitäten 48410, nicht festgestellt 26445, Gesamtzahl erfaßter Rekruten 2.018.200. Wilhelm Kaufman -1911-, dessen Buch die Leistungen der Deutschen und Deutschstämmigen besonders stark herausstreicht, setzt die Zahlen weit höher an: 216.000 in Deutschland geborene Unionssoldaten, 300.000 Söhne deutscher Einwanderer und weitere 234.000 deutscher Abstammung. Nach Kaufman sind etwa 37% der Unionstruppen Deutsche oder deutscher Abstammung gewesen. … Gleich zu Kriegsbeginn strömten Deutsche zu den Fahnen der USA und bildeten ein Regiment in Missouri und das 8. New Yorker Infanterie-Regiment, das lange Zeit unter dem Namen »German Rifles« bekannt war. Das erste Kavallerie-Freiwilligenregiment, die Erste New Yorker oder »Lincoln«-Kavallerie, war auf Betreiben deutscher Politiker, besonders Carl Schurz, aufgestellt worden. Insgesamt stellten die deutschen Gemeinden komplette Regimenter: zehn Regimenter in New York, sechs in Missouri, fünf in Pennsylvania, vier in Wisconsin und drei in Illinois. Deutsche waren kompanieweise oder als Einzelgruppen in zahlreichen anderen Regimentern vertreten. So zur Hälfte z. B. in dem berühmten 82. Illinois-Regiment. Einiges statistisches Durcheinander bereitet auch die Tatsache, daß Niederländer, Polen, Österreicher und Schweizer oft als Deutsche gerechnet werden. Eine deutsch-polnische Brigade kämpfte im XI. Korps der Potomac-Armee, das fast gänzlich aus Deutschen bestand, und an allen wichtigen Kämpfen im Osten mit schweren Verlusten teilnahm. Es gab aber auch einen Schweizerisch-Deutschen Verband, der die rote Fahne mit dem weißen Kreuz in die Schlacht trug. Ein ganz besonderes Kennzeichen führte das 42. Pennsylvania-Regiment an der Mütze – einen Hirschschwanz. Die Einheit, aus Holzfällern und Waldläufern zusammengesetzt, hatte bald den Beinamen »bucktails«und war für ihre Schießkünste berühmt. Die Freiwilligen brachten zuerst ihre eigenen Gewehre mit, wurden später aber als Scharfschützen auch mit Sharps- und Spencergewehren ausgestattet. Neueinwanderer waren nicht nur in den Mannschaften, sondern auch in den Generalsrängen vertreten: Unter den Brigadegenerälen waren: neun Deutsche, vier Iren, zwei Franzosen, je ein Russe, Pole, Ungar und Spanier.

Wie gesagt, das war in einem Land, lange, lange vor unserer Zeit, als Soldaten den Auftrag hatten, den Feind zu töten und niederzuwerfen, nicht mit ihm angeregte Gespräche über weltanschauliche Dinge zu führen. Eine Methode, die damals fälschlicherweise gar nicht in Erwägung gezogen wurde, nach der Beschiessung von Fort Sumter, was damals denselben Stellenwert hatte, wie mit zwei Boings in Hochhäuser zu rasen, nur war das Fort ein Militärobjekt.  Oder den fehlgeschlagenen Versuchen in Deutschland, möglichst viele Zivilisten umzubringen, in Regionalbahnen oder mit selbstgemischsten Explosivstoffen.  Zum Glück sind diese Zeiten vorbei.

Deutsche im Bürgerkrieg

mehr integrierte Einwanderer

18 Antworten zu „Soldaten der Freiheit“


  1. 1 Friederich 3. Juli 2009 um 06:38

    Na, ich weiß nicht so richtig. Daß der Secessionskrieg in der Hauptsache ein Sklavenbefreiungskrieg gewesen sei, ist das nicht auch so ein Fall von Siegergeschichtsschreibung? Ging es nicht eigentlich ganz allgemein darum, daß die Yankees im Norden den Dixieländlern im Süden das »Selbstbestimmungsrecht der Völkr« vorenthalten wollten, das sie jetzt für jeden Volksstamm im Kaukasus oder auf dem Balkan so vehement fordern und verteidigen?

  2. 2 fnord 3. Juli 2009 um 09:12

    Ein gelungener Beitrag. Laut dem großen Zensus von 2005 geben rund 51 Millionen US-Amerikaner an, deutsche Vorfahren zu besitzen. Das ist die Kleinigkeit von 1/6 der Bevölkerung. Mann, muss das den selbstvergessenen WeltmenschInnen internationalsozialistischer Provinienz stinken; so viel Teutonisches überall, ohne das sich die ganze Welt bestimmt an den Händen fassen und Ringelreihe tanzen würde.

    Gruß,

    fnord

  3. 3 Karl Eduard 3. Juli 2009 um 11:05

    @Friederich

    Wie auch immer, die Einwanderer standen jedenfalls treu zu ihren Regierungen und es mussten keine Kaffeekränzchen durchgeführt werden, um Loyalitäten zu erbetteln.

  4. 4 ostseestadion 3. Juli 2009 um 11:27

    Aktuell aus den Leitlinien der Bundeswehr in Afghanistan – köstlich …
    „Die Androhung des Schusswaffengebrauchs erfolgt durch lauten Anruf: Englisch mit den Worten „United Nations – Stop, or I will fire!“ oder in Paschtu mit den Worten: ,Melgäro Mellatuna – Dreesch, ka ne se dasee kawum!

    KAWUM

    Wenn die Situation es zulässt, ist dieser Anruf zu wiederholen.“ !!! KAWUM

    Unglaublich: selbst nach einem Angriff darf auf “flüchtige Personen” nicht geschossen werden. Rennt also ein moderner Taliban nach seiner Attacke den Soldaten davon , dürfen sie ihm nicht mal hinterherschiessen.

    Kawum , gefunden heute morgen…kawum….
    …hätt ich jetzt beinahe geschrieben , wenns nicht so traurig wäre….

  5. 5 Karl Eduard 3. Juli 2009 um 11:35

    Welcher moderne und moderate Taliban kommt schon zu Fuss? Und im Auto nützt „Kawumm, kawumm“ eh nix. Statt United Nations könnte der Soldat aber auch Expelliarmus rufen. :)

  6. 6 Blond 3. Juli 2009 um 11:49

    Gegen Terror gibt as nur eine (funktionierende) Antwort:
    DIE ISRAELISCHE !

  7. 7 Blond 3. Juli 2009 um 11:50

    Anstelle „as“ bitte ein „es“

  8. 8 ostseestadion 3. Juli 2009 um 13:51

    #Blond
    Aus Klimaspezifischer Sicht der GrünInnen hätte es ausgereicht, nur das „a“ gegen das „e“ auszutauschen.
    Und nicht hochkomplexe Wortgeflechte wie das vollständige „as“ und „es“
    Sie wissen doch sicher noch …das internet …großrechneranlagen…stromverbrauch…energie…

  9. 9 ppq 3. Juli 2009 um 14:50

    Guck Dir mal die Geschichte der First Virginia an! Das war eine Südtsaateneinheit, die nahezu vollständig aus Deutschen bestand. Neben denen kämpfen Franzosen, auch auf Seiten des Südens.

    empfehle dazu wärmstens „sozialistische cowboys“ und http://www.1stvirginia.com

  10. 10 Friederich 4. Juli 2009 um 07:35

    Ich wüßte schon auch gern, was passiete, wenn ein paar Staaten aus der EU austreten und die CSE (Conföderierten Staaten von Europa) gründen wollten. Hätten die dann auch mit einem Secessionskrieg zu rechnen?

  11. 11 Karl Eduard 4. Juli 2009 um 09:32

    Mit einem Handelskrieg sicher.

  12. 12 Friederich 4. Juli 2009 um 09:51

    Das ist eine sehr optimistische Annahme, wenn man mal an die Panzer in Berlin, Prag und Budapest zurückdenkt. Auch wenn die noch rote Sterne hatten, nicht gelbe.

  13. 13 Karl Eduard 4. Juli 2009 um 14:07

    Diese Panzer wurden von einem allmächtigen Zentralkommitee losgeschickt. Brüssel verfügt über keine Streitkräfte und ein Streitkräfteeinsatz müsste zumindest in den Nationalstaatsparlamenten diskutiert werden. Natürlich, wenn man entsprechende Greuelpropaganda verbreitet, über zehntausende Flüchtlinge und Vergewaltigungen und Mord und Totschlag, würde es Zustimmung sicher geben.

  14. 14 Friederich 4. Juli 2009 um 17:24

    Immerhin: Ein Zentralkomitee gibt es schon, und wo es ein ZK gibt, ist das KZ nicht weit (sorry, konnt mir den Kalauer einfach nicht verkneifen). Gemeinsame Streitkräfte sind im weiteren Integrationsprozeß garantiert auf der Tagesordnung. Und meine Frage zielte ja auch weniger auf das hier und heute, als auf den allgemeinen größeren historischen Zusammenhang. Was passiert, wenn hier ernsthaft ein größerer Volksstamm sagt: Wir wollen hier nur noch raus, vielleicht in einer Volksabstimmung. Kann dann eine Regierung das ZK in Europa zu Hilfe rufen gegen das eigene Volk wie damals die nationalen KPs den großen Bruder in Moskau? Nicht heute, aber vielleicht in zehn, zwanzig Jahren?

  15. 15 vitzliputzli 5. Juli 2009 um 17:18

    gelbe sterne, rote sterne … warum fällt mir sowas nicht ein :-(

  16. 16 Friederich 5. Juli 2009 um 17:56

    Du mußt Dir einfach mal so ein Ding zulegen oder auch so eins, dann ist Dir die Sache mit den bunten Sternchen immer präsent.

  17. 17 vitzliputzli 5. Juli 2009 um 21:10

    weia …. ich hab bei gelben sternen an was ganz anderes gedacht! aber das hätte da gar nicht zu den panzern gepasst …:-(

  18. 18 Friederich 6. Juli 2009 um 06:43

    Ja nee, das hätte ja gar keinen Sinn ergeben. Das ist eben der Schwachpunkt der Metapher, daß die meisten Leute bei »gelbem Stern« doch erst mal reflexartig an den sechszackigen denken, nicht an den fünfzackigen.


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