Willkommen Lenin

Zwanzig Jahre nach dem die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands in ihrer Weisheit, die heute ungebrochen und noch viel größer ist als vor zwanzig Jahren, und der sich alle anderen, in der Nationalen Front Deutschlands organisierten Parteien angeschlossen haben, den ersten sozialistischen Arbeiter- Bauernstaat auf deutschem Boden ruinierte, darf sie heute darauf hoffen, auch das neue alte Deutschland gnadenlos in eine Wüstenei zu verwandeln. Freilich, immer im engen Bündnis mit CDU/CSU, SPD, GRÜNEN und hin- und wieder auch der FDP.

Wie die Landtagswahlen erneut zeigten, ist das positive Verhältnis der Bewohner der DDR zu denen ungebrochen, die sie mit Gewalt und unter Androhung von Schußwaffe und Gefängnis dazu überredeten, die Entwickelte Sozialistische Gesellschaft in der DDR aufzubauen. Das alles ist vergeben und vergessen und die von Kapitalismus und Überfluß gepeinigten Werktätigen rufen den besten Köpfen ihrer Avantgarde zu: “Machs noch mal, Lenin!”

Aber auch der Westen kommt allmählich zur Vernunft, wo jeder endlich zu den Reichen gehören wird, um sich dann  sozial gerecht besteuern zu lassen, bis aufs Armutslevel, worauf er wieder staatliche Mittel erhält, die ihn in die Welt der Schönen und Reichen aufsteigen lassen, während Arme und Hässliche per Dekret verboten werden.

Bis 2012, so hat die nationale Front durch Franz Müntefering versprochen, ist jeder heute noch Arme im Besitz einer eigenen Villa mit inneliegendem Hallenbad und kann seine Kinder auf eine Privatschule in der Schweiz schicken. Und was die Partei verspricht, wird sein! So wie damals.

Goodbye Lenin

Die ganze Komödie, die nicht immer eine Komödie ist.

10 Antworten zu „Willkommen Lenin“


  1. 1 Prosemit 31. August 2009 um 05:32

    Erst nach langem Nachdenken habe ich den genialen Schachzug des Generalsekretärs des ZK der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Genossen Erich Honecker verstanden.

    Durch die vorgetäuschte Kapitulation des “siechenden Sozialismus” (Zitat des ehamligen Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht) fand die unblutige Eroberung der revanchistischen BRD durch die fortschrittlichen Kräfte des Ersten Deutschen Arbeiter- und Bauernstaates auf Deutschem Boden statt.

  2. 2 Prosemit 31. August 2009 um 05:57

    Wir lernen, dass ein Plakat “Reichtum für alle” niemanden abschreckt, Die Linken zu wählen.

    Man darf das nicht überbewerten.

    Sie hätten genausogut ein Plakat aufhängen können mit “Happi Happi Kaviar für Pappi” oder “Quixli Quaxli Queutzli Hier mache ich mein Kreuzli” und ich bin sicher, dass ein Plakat mit Dschughaschwili , dem Eisernen und dem Text “Führer befiel, wir folgen Dir” noch mehr Stimmen gebracht hätte – und etliche ein befreites ENDLICH! gerufen hätten.

  3. 3 pippin 31. August 2009 um 06:54

    @Prosemit:

    Durch die vorgetäuschte Kapitulation des „siechenden Sozialismus“ (Zitat des ehamligen Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht) fand die unblutige Eroberung der revanchistischen BRD durch die fortschrittlichen Kräfte des Ersten Deutschen Arbeiter- und Bauernstaates auf Deutschem Boden statt.

    Damit liegst Du richtiger als Du vielleicht annimmst.

  4. 4 Bernd 31. August 2009 um 08:31

    @pippin & Prosemit:

    Volltreffer! Der “offene Sozialismus” hat sich als nicht mehrheitsfähig und als nicht funktionsfähig erwiesen. Also hat man eine Variante “entwickelt”, die von den Menschen eher akzeptiert wird und dadurch auch genügend Produktivität bestehen lässt, damit es etwas umzuverteilen gibt. Freiheit und Eigentum werden soweit geduldet, wie sie dem sozialdemokratischen Staat dienlich sind. Den Rest erledigt man mit Propaganda und subtilen Methoden wie z.B. dem Kampf gegen Steueroasen, der mögliche “Fluchtziele” eliminiert und damit den Mauerbau unnötigt macht.

    Man mag den Sozialismus und seine Protagonisten noch so sehr verabscheuen – für dumm halten sollte man sie aber nicht!

  5. 5 pippin 31. August 2009 um 10:47

    @Bernd:

    Der Witz ist nun der, dass ich dieses Konzept bereits Anfang der Achziger jedem der es hören oder nicht hören wollte versucht habe schmackhaft zu machen. Der Stasi eingeschlossen selbstverständlich auch jedem anderen Kommunisten dem ich über den weg lief. Lustig, nicht wahr?

  6. 6 Wilhelm Entenmann 31. August 2009 um 10:59

    Der sozialistische Samen aus den VEB DDR konnte aber auch nur keimen, weil der Boden in der alten BRD zuvor bereits zwanzig Jahre lang gepflügt und gedüngt worden war, was ja dann in den letzten 20 Jahren konsequent fortgesetzt wurde.
    Wunderts, dass jetzt überall Rote Rüben gedeihen?
    Das kommt davon, wenn sich das Bürgertum als (un-)politische Klasse 40 Jahre lang nur um den persönlichen, aber nicht um den gesellschftlichen Einfluss bemüht – Rote wie Grüne haben konsequent jene Positionen besetzt, welche im Durchschnitt weniger Einkommen, dafür aber ein hohes “Auskommen” politischer Ideen ermöglichen… und jetzt ernten sie halt.

  7. 7 ostseestadion 31. August 2009 um 12:58

    sie ernten aber leider immer alles komplett – radikal .
    wen wunderts , dass geschlachtete kuh keine milch mehr gibt.

    schon brechen die einnahmen der städte und gemeinden katastrophal ein.
    ist es wirklich zuviel verlangt ,weiter zu denken als bis zur schlachtung der kuh ?

    was danach sein soll ? ist es denn zuviel verlangt , fürs vollkommene vakuum ?

    oder wissen sie etwa ganz genau , was sie hier anrichten ? und mit welchen konsequenzen – die sich nicht ewig verschleiern lassen ?
    >
    man kann einen teil des volkes die ganze zeit täuschen und das ganze volk einen teil der zeit . aber nicht das gesamte volk die ganze zeit <
    A. Lincoln

  8. 8 Friederich 31. August 2009 um 13:29

    Es ist doch inzwischen völlig offensichtlich: Die SED im Bundestag, die Stasi in der Volkswirtschaft (wenn auch anders, als sich die Demonstranten, die genau dies forderten, eigentlich vorgestellt hatten), die FDJ beherrscht das Kanzleramt, Fristenregelung für ganz Deutschland — ich rede schon seit vielen Jahren vom Beitritt der Bundesrepublik zur DDR. Inzwischen baut die FDJ-Kanzleuse mit VEB Opel und der Staatsbank ja auch die Volkswirtschaft sozialismuskonform um. Und wenn ich an die gestrigen (oder demnächstigen) Wahlen denke, haben wir auch die »Nationale Front« wieder:
    Das Problem ist doch, daß der Wähler sich kaum noch entscheiden kann zwischen all den sozialistischen Parteien, die sich zur Wahl stellen. Grüne und FDP machen sozialistische Gesellschaftspolitik, SPD und CDU machen sozialistische Wirtschaftspolitik, die Linke macht sozialistische Radikalpolitik und die NPD vermutlich sozialistische National-Politik oder national-sozialistische Politik. Welcher ist denn nun der beste Sozialismus für Sachsen bzw. Deutschland? Deswegen ist es ja vielen Wählern nicht mehr klar, wozu denn die SPD noch gut sein soll, wo es doch so viele schöne sozialdemokratische Parteien zum Aussuchen gibt. Erstaunlich ist nur, daß die Linke noch so gut punkten kann, obwohl doch die echte Blaubeerpolitik, gestählt im FDJ-Studienjahr, längst im Kanzleramt angekommen ist. Wer braucht da eigentlich noch die SED … äh … PDS … äh … Linke? Strenggenommen hat die Union sogar die Grünen absorbiert, der Irrsinn, daß ausgerechnet eine Naturwissenschaftlerin mittels des religiös-ideologischen Klimawahns Deutschland zum Agrarland reformiert, hat grüne Spitzenqualität vom Feinsten. Da die Union nun praktisch alle Parteien in sich vereint, kann man eigentlich gut von einer Volksdemokratie sprechen. Eben wie mit der Nationalen Front: Egal wen man wählt, man bekommt immer Sozialismus.

  9. 9 Robin Renitent 31. August 2009 um 18:39

    Ihr könnt Späße machen…., aber mich deprimiert das total.

  10. 10 Stalker 31. August 2009 um 18:58

    schliesse mich den deprimierenden Kommentaren hier an. Die Gehirnwäsche des Deutschen Restvolkes ist einfach zu perfekt. Selbst Handwerkerchefs und Selbstständige in meinem Bekanntenkreis sabbern von sozialer Gerechtigkeit und der Gefahr von Rechts. Und sie haben keine Servomotoren in den Gelenken und hängen auch nicht an Akkus. Es ist zum Verrücktwerden. Die Aliens haben einfach unsere Sprache okkupiert und neu besetzt. Sie sind die Guten. Die Menschenrechtler. Die Demokraten. Die Linken eben…


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