Hand in Hand

Erschröckliches berichtet DER TAGESSPIEGEL durch Frank Jansen und Johannes Radke,  aus der Hauptstadt der Bewegung, in der Tag für Tag von wackeren ANTIFAs Fahrzeuge von Privatleuten, Unternehmen oder von Behörden angezündet werden, wo Yuppieschweinen Schüsse in die Beine angedroht und ganze Stadtteile vom roten Mob terrorisiert werden:

Sie attackierten Passanten und prügelten sich mit Polizisten.

Wobei es wie immer nicht um prügelnde Antifaschistinnen und Antifaschisten geht, die wehren immer nur den Anfängen, zeigen Gesicht oder äussern berechtigten Protest, sondern um die anderen Feinde der Demokratie, die es gewagt hatten, ihr für den 1. Mai 2010 genehmigtes Grundrecht auf friedliche Versammlung unter freiem Himmel auch ausüben zu wollen. – Was den Millionen Berlinern unter Aufbietung all ihres Gratismutes zu verhindern gelang. – Am selbigen Tag, wir erinnern uns, der denkwürdige Tag, als Superbürgerrechtler Thierse beschloß, gegen die Demokratie ein Zeichen zu setzen, gelang es (der Polizei) nur mit Mühe,… den Aufmarsch von etwa 320 Neonazis auf dem Kurfürstendamm zu stoppen und 286 vorläufig festzunehmen.

Nach Informationen des Tagesspiegels hatten die Rechtsextremisten mindestens zwei derartige Aktionen jenseits der für Prenzlauer Berg angemeldeten Demonstration geplant. Entweder wollte man zum Holocaust-Mahnmal, Brandenburger Tor und Bundestag marschieren oder in Charlottenburg über den Kaiserdamm.In einer E-Mail* aus dem Neonazi-Spektrum, die dem „Antifaschistischen Infoblatt“ vorliegt, hatten die Veranstalter des für den 1. Mai angemeldeten Aufmarsches schon am 29. April detaillierte Karten mit den Routen für andere Umzüge an die anreisenden Neonazigruppen verschickt.

Daß ehrenwerte TAGESSPIEGELSCHREIBER ihre Quellen beim ANTIFASCHISTISCHES INFOBLATT haben, dürfte nur den wenigsten ihrer Leser bekannt sein, das beklagt, daß der Antifaschismus und die Deutungshoheit, wer Nazi ist und wer nicht, immer mehr von staatlichen Stellen und Geldgeilen, also von professionellen Nazijägern, die davon leben, Nazis zu bestimmen und eine neue Machtübernahme zu verhindern, ausgeübt wird, anstatt durch Menschen, die das alleine wegen der Ideale und der Lust an Brandstiftung und Terror tun.

Wer heute erfolgreich Mittel akquirieren will, muss sich an professionalisierten Strukturen messen lassen und das Antragsbusiness beherrschen.

Ein “ich bin gegen Nazis” hinzuschmieren, nun gebt mir Geld, reicht leider nicht mehr aus, was, gelinde gesagt, eine Schande ist! Aber auch deutsche Landwirte schreiben den ganzen Tag an Förderanträgen und kommen dadurch gar nicht mehr zum Bestellen der Äcker. Auch ihnen bringt niemand ein Säckchen mit Geld nur wegen der ehrlichen Gesichter und woher sollen denn die Verteiler der Arbeitsleistungen der Werktätigen  wissen, wer als edler Mensch alles Geld benötigt, weil der Denunziant nicht vom Ruhme alleine lebt?

Antragssprache und Zielvorgaben haben sich in die Alltagssprache und Prioritätensetzungen eingeschlichen.

Wettbewerb muß eben abrechenbar sein. Und zwar zu denselben Kriterien wie in Hamburg, Berlin oder Bremen. Da braucht es auch dieselbe Form. Bürokratie bedient sich leider bürokratischer Sprache. Da gibt es auch für Antifaschisten keine Ausnahme. Obwohl Deutsch zu können, als Voraussetzung, den Faschismus zu bekämpfen, schon sehr diskriminierend ist.

Auch so geht Unabhängigkeit verloren.

Von was? Autonom von Staatsgeldern leben und dabei die eigene Unabhängigkeit feiern? Ja geht denn  das?

Ob kritische WissenschaftlerInnen, Mobile Beratungsteams oder auch Antifagruppen: Die meisten lehnen die Extremismusformel ab, arbeiten aber weiter in »Bündnissen gegen (Rechts-)Extremismus«. Allen offenen Briefe und Konferenzen zur Kritik an Förderpolitik und Extremismusbegriff zum Trotz, stellen sie sich weiter als »RechtsextremismusexpertInnen« vor oder betonen, dass »der Rechtsextremismus« ein grösseres Problem als »der Linksextremismus« sei. Damit reproduzieren sie die antiextremistische Logik und nehmen deren politische Konsequenzen billigend in Kauf.

Deren Eitelkeit natürlich nicht zu vergessen. Das Rampenlicht kann schon süchtig machen! Man mag sich gar nicht vorstellen, wie die Pflänzchen von ExpertInnen verkümmern würden ohne die Aufmerksamkeiten der Medien.

Und das alles ist natürlich sehr, sehr traurig. Noch trauriger ist aber, wie offen Qualitätsjournalisten mit linken Verfassungsfeinden kungeln, ob sie das aus der Überzeugung heraus tun, daß diese Gesellschaft zerstört gehört oder wegen des schnöden Mammons, das wollen wir gar nicht wissen. Und nächstens holen sie sich ihre brisanten Informationen über verfassungsfeindliche Informationen der DIE LINKE direkt von der NPD, so investigativ sind die ehrenwerten TAGESSPIEGEL – Journalisten inzwischen. Und können wirklich stolz auf sich sein.

*Deren Beschaffung wir uns wohl so vorstellen müssen: Kommt ein rechtsextremistischer Kamerad zum ANTIFASCHISTEN INFOBLATT gelaufen und ruft: “Seht mal Genossen, was die NAZIS planen! Hier, diese E-Mail habe ich heute bekommen.” Entweder war es einer der KUNDSCHAFTER FÜR DEN FRIEDEN oder es handelt sich um illegales E-Mail-Sammeln, da wollen wir aber dem  ANTIFASCHISTEN INFOBLATT und dem TAGESSPIEGEL keinen Vorwurf machen, zieht doch die Bundesregierung selbst aus gestohlenen Daten Profit, warum soll dann der kleine Journalist das nicht auch tun? Oder der professionelle Autoanzünder?

Jubel Trubel Heiterkeit

6 Antworten zu „Hand in Hand“


  1. 1 Prosemit 20. Mai 2010 um 06:34

    Ein berechtigter Beitrag, der zum Nachdenken anregt.

    Was haben die investigativen Journalisten eigentlich vor der Erfindung des Internets gemacht. Ach ja, da hat man noch mit kochendem Kessel Briefe geöffnet. War eigentlich die interessantere Zeit. Löst sich der Kleber oder hält er.

  2. 2 Wilhelm Entenmann 20. Mai 2010 um 07:00

    Irgendwann wirds wieder heißen, dass von deutschem Boden abermals Unheil für Europa und die Welt ausgegangen sei – so meine Projektion für die nächsten zwanzig Jahre, wenn sich denn der aufgezeigte Trend ungehindert fortsetzen sollte.

    Frage an Karl Eduard und seine Leserschaft:
    Ich suche Material, i.e. eine/die polizeiliche Statistik 2009 für linksextreme Straftaten in Mannheim, kann diese aber nicht finden.
    Wenn jemand einen Link bzw. Infos hierfür hat, dann mich hier kontaktieren, Danke!

  3. 3 pippin 20. Mai 2010 um 07:54

    Wer heute erfolgreich Mittel akquirieren will, muss sich an professionalisierten Strukturen messen lassen und das Antragsbusiness beherrschen.

    Das ist korrekt, und so sollten die Kommunisten idealerweise gleich dem Verfassungsschutz Weisungen erteilen dürfen. Noch besser allerdings wäre, sie selber stellten den Verfassungsschutz, was ja wie unzählige Beispiele zeigten früher( da hatte der Verfassungsschutz noch andere Namen) bestens funktioniert hat. Genosse Mäurer von der SPD, welche bekanntermaßen ein Flügel der SED war, was sie inzwischen durch eine Reihe von Umbenennungen nicht mehr ist, macht es in vorbildlicher Weise vor:

    Recht hat er: Denn die einhundert Millionen Toten die auf das Konto der Genossen des Herrn Mäurer gehen sind nicht erwähnenswert, so kleine Pannen können schließlich jedem mal passieren, insbesondere wenn man für das Gute und Edle kämpft.

  4. 5 netzwerkrecherche 25. Mai 2010 um 08:02

    Die dafür Berliner Integrationssenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) plante „ein Netzwerk, an dem Antifas mit LKA-Beamten an einem Tisch sitzen.“ Neben dem Antifaschistischen Pressearchiv (Apabiz, Herausgeber des Antifaschistischen Infoblattes) „sollen auch das Landeskriminalamt, der Landessportbund, Wissenschaftler und verschiedene Vertreter der Senats- und Bezirksverwaltungen teilnehmen und sich untereinander austauschen.“
    tageszeitung: „Einheitsfront gegen Rechts“, 27.08.2007

    „Die einstigen Schmuddelkinder von der Antifa sitzen heute in vielen Landkreisen als anerkannte Experten mit an den runden Tischen.“
    Dirk Wilking, Leiter der mobilen Beratungsteams Brandenburg
    tageszeitung: „Die Antifa wird als Expertenpool toleriert“, 24.06.2008

  5. 6 netzwerkrecherche 25. Mai 2010 um 08:04

    Entschuldigung: 2. Wort – “dafür” – in den Mülleimer.


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