Archiv für Mai 2010



Willst feiner Knabe Du mit mir gehn?

Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst sie mich an! Justizia hat mir ein Leid getan … * Keine Angst, so weit wird es gewiss nicht kommen:

In Haldensleben hat die Polizei einen 14- jährigen Graffity-Sprayer erwischt, auf dessen Konto schon mehr als 100 Schmierereien gehen. Bis vor kurzem hatte der Knabe zumindest strafrechtlich noch Glück, denn erst mit 14 Jahren ist jemand strafmündig. … Über zivilrechtliche Folgen wie Schadenersatzansprüche gegen die Eltern konnte ein Polizeisprecher nichts sagen. Seit September 2009 konnten die Beamten dem nun 14-Jährigen neun Sachbeschädigungen per Graffiti nachweisen, für die er sich allerdings verantworten muss.

Aber muß er das wirklich? Sich verantworten? Nach mehr als 100 folgenlosen Sachbeschädigungen, die ihm jedes mal die Befriedigung gaben, ungeschoren davonzukommen und den Kick des Verbotenen? Wird er überhaupt begreifen, was diese Frauen und Männer in Uniform oder in Anzügen  von ihm wollen? Oder wird er darauf beharren, daß es zur freien Entfaltung seiner jugendlichen Persönlichkeit gehört, andere Leute zur Kasse zu bitten, die dann die farblich anders gestalteten Fassaden wieder säubern und in ihren Ursprungszustand zurückversetzen lassen, weil der feine Knabe sie vorher nicht gefragt hat, ob sie der Umgestaltung ihrer Hauswand zustimmen?

Aber wie Wolfgang Thierse sagen würde:

Es kommt schon auf die Art der Rechts- und Eigentumsverletzung auch an. Ich finde ja den Vorgang deshalb von manchen Einzelheiten, die ich aus der Ferne nicht beurteilen kann, sympathisch, weil daran wieder sichtbar wird, das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit muss verteidigt werden nicht nur von denen da oben, den Politikern oder von Staatswegen, von Polizei und Justiz, sondern es sind die Sprayer selber, die ihre Grundrechte verteidigen, ihre Straßen, ihre Plätze, ihre Städte, gegen kleinbürgerlich-spiessige Inanspruchnahme. Und dass das in Haldensleben gelungen ist, ist, denke ich, ein Vorgang, der mir die Stadt und ihre Jugendlichen noch sympathischer macht, als sie ohnehin schon waren**.

Und dem können sich wohl alle anschliessen. Insbesondere die Politiker der Parteien der Nationalen Front der deutschen Demokratischen Republik, die sich einig sind, ein Burkaverbot wäre ein schlimmer Eingriff in die Persönlichkeitsentfaltung muslimischer Männer, die ihre Frauen unter solche Tüten zu stecken pflegen, der Frauen, die sich solche Tüten überziehen, um ein Zeichen der Ehrbarkeit zu setzen, sowie der Bankräuber, die künftig nicht mehr zum Damenstrumpf greifen müssen oder zum Integralhelm, um die Konten der Kunden ein wenig zu plündern. Dann sollen sie doch Politiker werden!

*Der Erlkönig, ** Superdemokrat Thierse zur Tatsache, daß Demokraten den Pöbel aufriefen, Braunen Unrat aus Köln aus der Stadt zu spülen, mit leichten Veränderungen vom Blogbetreiber aber universell anwendbar, um jeder Straftat positive Seiten abzugewinnen.

Kriminelle demonstrieren friedlich

Hand in Hand

Erschröckliches berichtet DER TAGESSPIEGEL durch Frank Jansen und Johannes Radke,  aus der Hauptstadt der Bewegung, in der Tag für Tag von wackeren ANTIFAs Fahrzeuge von Privatleuten, Unternehmen oder von Behörden angezündet werden, wo Yuppieschweinen Schüsse in die Beine angedroht und ganze Stadtteile vom roten Mob terrorisiert werden:

Sie attackierten Passanten und prügelten sich mit Polizisten.

Wobei es wie immer nicht um prügelnde Antifaschistinnen und Antifaschisten geht, die wehren immer nur den Anfängen, zeigen Gesicht oder äussern berechtigten Protest, sondern um die anderen Feinde der Demokratie, die es gewagt hatten, ihr für den 1. Mai 2010 genehmigtes Grundrecht auf friedliche Versammlung unter freiem Himmel auch ausüben zu wollen. – Was den Millionen Berlinern unter Aufbietung all ihres Gratismutes zu verhindern gelang. – Am selbigen Tag, wir erinnern uns, der denkwürdige Tag, als Superbürgerrechtler Thierse beschloß, gegen die Demokratie ein Zeichen zu setzen, gelang es (der Polizei) nur mit Mühe,… den Aufmarsch von etwa 320 Neonazis auf dem Kurfürstendamm zu stoppen und 286 vorläufig festzunehmen.

Nach Informationen des Tagesspiegels hatten die Rechtsextremisten mindestens zwei derartige Aktionen jenseits der für Prenzlauer Berg angemeldeten Demonstration geplant. Entweder wollte man zum Holocaust-Mahnmal, Brandenburger Tor und Bundestag marschieren oder in Charlottenburg über den Kaiserdamm.In einer E-Mail* aus dem Neonazi-Spektrum, die dem „Antifaschistischen Infoblatt“ vorliegt, hatten die Veranstalter des für den 1. Mai angemeldeten Aufmarsches schon am 29. April detaillierte Karten mit den Routen für andere Umzüge an die anreisenden Neonazigruppen verschickt.

Daß ehrenwerte TAGESSPIEGELSCHREIBER ihre Quellen beim ANTIFASCHISTISCHES INFOBLATT haben, dürfte nur den wenigsten ihrer Leser bekannt sein, das beklagt, daß der Antifaschismus und die Deutungshoheit, wer Nazi ist und wer nicht, immer mehr von staatlichen Stellen und Geldgeilen, also von professionellen Nazijägern, die davon leben, Nazis zu bestimmen und eine neue Machtübernahme zu verhindern, ausgeübt wird, anstatt durch Menschen, die das alleine wegen der Ideale und der Lust an Brandstiftung und Terror tun.

Wer heute erfolgreich Mittel akquirieren will, muss sich an professionalisierten Strukturen messen lassen und das Antragsbusiness beherrschen.

Ein „ich bin gegen Nazis“ hinzuschmieren, nun gebt mir Geld, reicht leider nicht mehr aus, was, gelinde gesagt, eine Schande ist! Aber auch deutsche Landwirte schreiben den ganzen Tag an Förderanträgen und kommen dadurch gar nicht mehr zum Bestellen der Äcker. Auch ihnen bringt niemand ein Säckchen mit Geld nur wegen der ehrlichen Gesichter und woher sollen denn die Verteiler der Arbeitsleistungen der Werktätigen  wissen, wer als edler Mensch alles Geld benötigt, weil der Denunziant nicht vom Ruhme alleine lebt?

Antragssprache und Zielvorgaben haben sich in die Alltagssprache und Prioritätensetzungen eingeschlichen.

Wettbewerb muß eben abrechenbar sein. Und zwar zu denselben Kriterien wie in Hamburg, Berlin oder Bremen. Da braucht es auch dieselbe Form. Bürokratie bedient sich leider bürokratischer Sprache. Da gibt es auch für Antifaschisten keine Ausnahme. Obwohl Deutsch zu können, als Voraussetzung, den Faschismus zu bekämpfen, schon sehr diskriminierend ist.

Auch so geht Unabhängigkeit verloren.

Von was? Autonom von Staatsgeldern leben und dabei die eigene Unabhängigkeit feiern? Ja geht denn  das?

Ob kritische WissenschaftlerInnen, Mobile Beratungsteams oder auch Antifagruppen: Die meisten lehnen die Extremismusformel ab, arbeiten aber weiter in »Bündnissen gegen (Rechts-)Extremismus«. Allen offenen Briefe und Konferenzen zur Kritik an Förderpolitik und Extremismusbegriff zum Trotz, stellen sie sich weiter als »RechtsextremismusexpertInnen« vor oder betonen, dass »der Rechtsextremismus« ein grösseres Problem als »der Linksextremismus« sei. Damit reproduzieren sie die antiextremistische Logik und nehmen deren politische Konsequenzen billigend in Kauf.

Deren Eitelkeit natürlich nicht zu vergessen. Das Rampenlicht kann schon süchtig machen! Man mag sich gar nicht vorstellen, wie die Pflänzchen von ExpertInnen verkümmern würden ohne die Aufmerksamkeiten der Medien.

Und das alles ist natürlich sehr, sehr traurig. Noch trauriger ist aber, wie offen Qualitätsjournalisten mit linken Verfassungsfeinden kungeln, ob sie das aus der Überzeugung heraus tun, daß diese Gesellschaft zerstört gehört oder wegen des schnöden Mammons, das wollen wir gar nicht wissen. Und nächstens holen sie sich ihre brisanten Informationen über verfassungsfeindliche Informationen der DIE LINKE direkt von der NPD, so investigativ sind die ehrenwerten TAGESSPIEGEL – Journalisten inzwischen. Und können wirklich stolz auf sich sein.

*Deren Beschaffung wir uns wohl so vorstellen müssen: Kommt ein rechtsextremistischer Kamerad zum ANTIFASCHISTEN INFOBLATT gelaufen und ruft: „Seht mal Genossen, was die NAZIS planen! Hier, diese E-Mail habe ich heute bekommen.“ Entweder war es einer der KUNDSCHAFTER FÜR DEN FRIEDEN oder es handelt sich um illegales E-Mail-Sammeln, da wollen wir aber dem  ANTIFASCHISTEN INFOBLATT und dem TAGESSPIEGEL keinen Vorwurf machen, zieht doch die Bundesregierung selbst aus gestohlenen Daten Profit, warum soll dann der kleine Journalist das nicht auch tun? Oder der professionelle Autoanzünder?

Jubel Trubel Heiterkeit

Kindermord hat viele Freunde

Der Hund, der im April in Saspow ein acht Wochen altes Kind getötet hatte, ist am Montag aus dem Cottbuser Tierheim in die Obhut eines neuen Besitzers übergeben worden.  … Das Tier hatte am 24. April den Kinderwagen mit dem Säugling auf dem Familiengrundstück umgestoßen und das acht Wochen alte Mädchen, das herausgefallen war, mit Bissen in den Kopf getötet. … „Wir finden es erstaunlich, dass uns ausgerechnet zu diesem Hund unzählige Anfragen erreicht haben – während viele andere Tiere seit Jahren bei uns leben müssen und keinen neuen Besitzer finden.“

Solch ein Interesse, an einem Wesen, das gerade noch einen Säugling getötet hat, ein Familienmitglied, kann in Deutschland aber niemanden tatsächlich verwundern. Schon lange gilt die Liebe der Deutschen Terroristen und Mördern, sie laden sie ein, ihre Interessen im Parlament zu vertreten, gewähren ihnen Asyl und Aufenthalt, während sie hier ihre Mordtaten planen, reißen sich darum, moderate Mördertaliban aufzunehmen, jubeln palästinensische Mordbuben hoch, die im Zivilistenmord kein Verbrechen erkennen können, lassen Totstecher- und Tottreter nach deren Versprechen, sich zu bessern, sofort wieder auf die Straße und verherrlichen eine Religion, die täglich in den Schlagzeilen durch die Ermordung von Dutzenden Menschen auffällt, während sie die eigenen 10 Gebote den Ausguss hinunterspülen. Wenn es dann nicht für die Patenschaft für einen El Masri oder Murat Kurnaz reicht, dann muß es eben ein Husky sein, den man umsorgen kann, denn auch dieser wurde durch schlimme Erlebnisse und einen repressiven Staat gezwungen, einen Säugling totzubeissen, weil er nur so Aufmerksamkeit für seine gerechten Anliegen erheischen konnte. Und im Gegensatz zum moderaten Taliban kann der Husky nun wirklich nichts dafür. Er ist eben kein Mensch. Im Gegensatz zum frommen Moslem oder aufrechtem Thierseanhänger.

Dschihadisten suchen ein Zuhause

Ob dieses putzige Exemplar eine liebevolle Obhut gefunden hat, in der es seinen Neigungen unbehindert von Erwerbsarbeit nachgehen kann, ist nicht überliefert.

Herzlichen Glückwunsch

Weibliche Wissenschaftlerin in Nigeria gewinnt Preis, weil sie den Inhalt des Koran am besten memorieren kann. Damit ist Nigeria um eine Wissenschaftlerin reicher, die das Land und die Menschen durch ihre Fähigkeiten weiterbringen wird. Schon bald können wir von unglaublichen Fortschritten in Kenia lesen, weise Handlungsanleitungen wie der Koran machen es möglich. Vollverschleierung muß also kein Hindernis für ein reiches, erfülltes, weibliches Leben sein. Ein weiterer Beleg für Sabine Schiffer, daß ein Leben in Sack und Tüten durchaus Geistesgrößen hervorzubringen vermag. Vielleicht sollte sie sich daran ein Beispiel nehmen? Weiter so!

Totenschändung

Im Kampf gegen Rechts muß schon mal hart vorgegangen werden. So auch gegen das unseligen Gedenken der Nazischergen aus dem Ersten Weltkrieg. Nun rätselt die Polizei:

Unbekannte Täter haben in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag im Elsterwerdaer Stadtpark zwei Gedenktafeln aus Sandstein, auf denen Namen von Gefallenen des Ersten Weltkrieges verewigt sind, zerstört. Ob diese Tat in Zusammenhang mit der NPD-Demo oder dem Jugendevent am Sonnabend auf dem Elsterwerdaer Marktplatz steht, ist noch Polizeiangaben völlig unklar.

Was kann wohl das Motiv sein, das Andenken an gefallene Einwohner einer Stadt zu schänden, für die es keine Panzersperre gigantischen Ausmasses in Berlin gibt, landesweit güldene Stolpersteine oder zu denen alljährlich DIE LINKEN pilgern, um die Zerstörer der ersten deutschen Republik zu feiern? Dummheit in Verbindung mit dem guten demokratische Gewissen eines Wolfgang Thierse, das Richtige zu tun?

Menschen und Mächte

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