Schwer enttäuscht

Nein, hier geht es nicht um Maria Böhmer, CDU, sondern um die fehlende Willkommenskultur in Deutsch-Ostafrika 1905. Man erwartete den Zuzug nützlicher Migranten und stellte fest, dem war nicht so. Außerdem interessant , hier werden die Zuzugsbedingungen für Deutsche aus dem Mutterland dargelegt und warum kaum einer kommt. Aber offensichtlich wurden solche Probleme noch analysiert, im Gegensatz zu heute, wo sie nach stillschweigend vereinbarter Mediencharta schöngeschrieben werden. Man bekommt aber den Eindruck, in Frage der Einwanderung waren deutsche Regierungen schon damals vom Rinderwahn befallen. Andererseit, so sehr wie heute dann doch nicht, immerhin holte man keine Armen, die ihr ganzes Geld den Schlepperbanden vermachten, und sie mußten dann selber zusehen, daß ihr Weizen blüht, ohne, daß sie jemanden mit dem goldenen Löffel gefüttert hätte. DAS unterscheidet übrigens auch die Hugenotteneinwanderung unterm Toleranzedikt, die immer zum Vergleiche herangezogen wurde, von dem Zustrom schwarzer und hellhäutiger Sozialfälle. “Arbeite oder Stirb” war die Devise. Nicht komm her, es ist Fütterungszeit.

Unsere Stellungnahme zur Burenfrage. Als wir im Oktober ver. Js. unseren Artikel “Die Bureneinwanderung nach Deutsch-Ostafrika” schrieben, taten wir es in der festen und ehrlichen Überzeugung, daß eine Einwanderung burischer Elemente für unsere Kolonie nur von Nutzen sein könne, Wir gingen von der Voraussetzung aus, daß die jahrhundertelange Erfahrung, die dieselben im afrikanischen Landbau haben mußten, uns dadurch zugute kommen würden und glaubten, nicht, daß die Besiedlung unserer Kolonie mit Buren uns irgendwie schaden könne. Allerdings sagten wir schon damals (Nr. 44 der D. O. A. Ztg v. 29. Oktober 1904):

“Wenn auch die massenweise Ansiedlung von Buren in unserer Kolonie ebenfalls ihre kleinen Schattenseiten und Unbequemlichkeiten vor allem für die Bezirksbehörden im Gefolge haben wird, so erscheinen uns diese doch nur vorübergehender Natur. – in jedem Fall wird ein Zickzackkurs in Sachen “Bureneinwanderung stets verurteilt werden müssen.”

Wie stellen wir uns nun  heute zur Burenfrage? Wir müssen gestehen, daß wir mit der Zeit ganz anderer Ansicht geworden sind, als wir noch vor Monaten waren. Unsere optimistischen Erwartungen sind in jeder Weise getäuscht worden. Der Bur hat sich als etwas ganz anderes entpuppt, wie wir erwarteten und nachdem uns gemachten Schilderungen erwarten durften. Wir glaubten in ihm einen Ansiedler zu bekommen, einen Mann der, dankbar für die gastliche Aufnahme, mit Fleiß sein Land bebauen würde.

Viel versprachen wir uns namentlich von seiner rationellen Viehwirtschaft in den Tropen und seiner Fähigkeit, die Eingeborenen zur Viehpflege anzulernen. Leider stimmen nun aber alle Berichte aus dem Inneren, mögen sie von amtlicher oder nichtamtlicher Seite kommen, dahin überein, daß die Buren weder ihr Feld bebauen noch besondere Künste in der Viehwirtschaft zu zeigen imstande sind. Da sie bei den für Ochsenwagen wenig geeigneten Gelände unserer Kolonie an Transportfahrerei nicht denken können, so beschäftigen sie sich mit Jagd und etwas Viehhandel, lassen den  lieben Gott einen frommen Mann sein und warten augenscheinlich auf die Deutschen, die kommen sollen, um ihnen das von ihnen besetzte Land wieder abzukaufen. Allerdings wollen diese  Deutschen zur Zeit noch nicht kommen, und das bringt uns auf die zweite Frage, warum verhalten sich die deutschen Bauern ablehnend? Warum wir keine oder doch nur wenige deutsche Ansiedler für hier bekommen?

Anstatt einer Antwort wollen wir die Ansiedlungsbedingungen für Deutsche und für Buren hierhersetzen. Der deutsche Ansiedler muß 9000 Mark Barvermögen nachweisen, wenn er 200 Hektar Land zum Preise von 2 Mark pro Hektar aufnehmen will. – Er muß 1000 Mark Kaution hinterlegen, wenn er ins Innere gehen will. – und darf beileibe nicht verlauten lassen, daß er Vieh kaufen will, da das Gouvernement seit den letzten schlechten Erfahrungen mit den Viehhändlern im Ruanda – Kilimantindebezirk sehr mißtrauisch gegen Viehhändler geworden ist – leider mit Recht. Was wird von den Buren verlangt? In der “Kolonialen Zeitschrift” vom 15. September 1904, Nr. 19, steht darüber zu lesen:

” Die deutschen Behörden gestatten bemittelten Buren, sich unter folgenden Bedingungen in Deutsch-Ostafrika niederzulassen: a) Die Ansiedler sind nicht verpflichtet,  deutsche Untertanen zu werden und sind deshalb auch nicht militärpflichtig. b) jeder Kolonist empfängt 50 Hektare Ackerland gratis und 1000 Hektare Weideland in Pacht für nicht mehr als 30 Rupie. Das Land kann auch erworben werden für eine Rupie pro Hektar. Die 50 Hektar Ackerland sind Eigentum des Empfängers, sobald auf demselben ein Wohnhaus mit Stallung u. s. w. in europäischem Stil u. s. w.  errichtet sind. Falls das Weideland nicht sofort gekauft wird, kann der Pachtzins in Höhe von 30 Rupien pro Jahr von der Kaufsumme abgezogen werden. Das Land kann auch sofort ohne Barzahlung gekauft werden. In solchem Falle wird die Hypothek registriert und zwar für den nicht oder nur theilweise Betrag der Kaufsumme. c) Die Distriktverwaltung wird sich auf Verlangen alle mögliche Mühe geben, um Arbeiter zum niedrigsten Marktlohn – 2-3 Schillinge monatlich – zu verschaffen. d) Die Kosten für den Gütertransport von Fort Johnston nach Muaya werden bis zu einem Betrage von 1 ton pro Einzelperson 0der 1/2 ton pro Gesinde nach einem Jahr restituiert, für den Fall, daß erwiesen ist, daß die, betreffs der Niederlassung gestellten Bedingungen erfüllt sind. e) Das Gouvernement verkauft kein Vieh an Händler, bevor es dasselbe nicht den Kolonisten zum niedrigsten Marktpreis – gegenwärtig 1 bis 2 Pfund pro Rind – zur Verfügung gestellt hat. f) Wer auserlesene Deckhengste eingeführt, empfängt eine Prämie von 20 Eselinnen.”

Wir wollen uns hierzu jeden Kommentars enthalten und hoffen, daß die maßgebende Stelle jetzt selbst einsehen wird, warum keine deutschen Ansiedler kommen. …

Aber bekanntlich ist Deutsch-Ostafrika nicht für die Buren erkämpft und erworben worden, sondern für die Deutschen. Leute, die Vieh halten und warten, bis ein Kalb geworfen wird und bis dasselbe ohne großes Zutun allein zu einem Bullen oder einer Kuh heranwächst, Leute, die keine Bedürfnisse haben, kein Haus bauen, keine Felder kultivieren, haben wir in unseren Eingeborenen genug. Dazu brauchen wir keine Buren. …

*Quelle*

Und genau das ist auch heute der Punkt, wir haben genug eigene Nichtsnutze, Sozialfälle und Verbrecher. Warum, um alles in der Welt, sollen wir da noch von außen welche zuwandern lassen oder nicht die zugewanderten, die gezeigt haben, daß sie nur Nichtsnutze, Tagediebe, Verbrecher und Sozialstaatsabhängige sind, hinauswerfen? Wo sie hinsollen? Dahin, woher sie gekommen sind. Wohin sonst? Übrigens, eine Anzeige wegen Volksverhetzung wäre jetzt fällig. Nur gab es das 1905 noch nicht. Da konnten Probleme noch benannt werden.

Gestern hat dieser Autor übrigens ungewollt den Deutschlandfunk hören müssen. Worum ging es? Darum, daß Migranten in Deutschland alt werden, an Demenz leiden und überhaupt zu Pflegefällen mutieren. Ja, da frage ich mich doch, wieso die dann immer noch Migranten geheißen werden? Man könnte ja meinen, nach so langem Aufenthalt, daß sie ganz alt und gebrechlich und dement geworden sind,  wären sie nun Deutsche genug, um zu verstehen oder sich artikulieren zu können, ohne daß ihnen ein Motorrad versprochen werden muß. Nein, es geht wahrscheinlich wieder um das eingewanderte türkische Volk, das kein Haus baut, keine Felder kultiviert, aber mit langen Messern loszieht, um die Eingeborenen zu berauben oder totzuschlagen, was jetzt sehr unsensibel formuliert wurde. Nun sind wir nicht nur die Suppenküche der Welt, nein, auch noch deren Pflegestation geworden. Wir haben es ja.

Die Reiter von Ostafrika

5 Antworten zu „Schwer enttäuscht“


  1. 1 Prosemit 30. Juli 2010 um 06:35

    Leider stimmen nun aber alle Berichte aus dem Inneren, mögen sie von amtlicher oder nichtamtlicher Seite kommen, dahin überein, daß die Buren weder ihr Feld bebauen noch besondere Künste in der Viehwirtschaft zu zeigen imstande sind.

    Die Buren unterschieden sich schon von den Deutschen. In der Zeit waren die Deutschen der dynamische und fortschrittlichere Part. Die Buren galten als “Altholländer” eher als ruhig, altmodisch (was sie auch waren – man ziehe durchaus Parallelen zu den Amish People) und phlegmatisch. Außerdem war nach dem Frieden von Vereeniging der Auswanderungsdruck der Buren nicht mehr besonders groß gewesen.

    Nach Deutsch Ostafrika kam sicherlich nicht die Crème de la Crème.

  2. 2 Karl Eduard 30. Juli 2010 um 07:47

    Es geht ja darum, daß man sich von den Buren mehr erwartet hatte, wie man heute von den türkischen Analphabeten erwartet, daß die mal die deutschen Renten sichern. Im Gegensatz zu Ostafrika, wird die Vorstellung aber immer noch verbreitet, Leute, die in die Sozialsysteme einwandern, wären die Rentenzahler für die alten Deutschen. Zumindest hatte man in Ostafrika erkannt, daß es nicht so ist, also, daß die Bureneinwanderung den Fortschritt in der Kolonie nicht voranbringt, und auch den Mut zu schreiben, daß sich da wer schwer getäuscht hat.

  3. 3 Hannes v. K. 30. Juli 2010 um 11:39

    ……. wir haben genug eigene Nichtsnutze, Sozialfälle und Verbrecher. Warum, um alles in der Welt, sollen wir da noch von außen welche zuwandern lassen oder nicht die zugewanderten, die gezeigt haben, daß sie nur Nichtsnutze, Tagediebe, Verbrecher und Sozialstaatsabhängige sind.

    Es gibt ein hinlänglich bekanntes Sprichwort, das da lautet: „Gleich und Gleich gesellt sich gern“.
    Da nun das linke Pack sämtliche maßgeblichen und gut dotierten Stellen, welche aus Steuergeldern oder Gebühren finanziert werden, in seine Gewalt gebracht hat, wird der Traum vom perversen MuliKulti – Paradies rigoros in die Tat umgesetzt

  4. 4 Hessenhenker 30. Juli 2010 um 13:15

    Nachdem Deutschland das ehemalige Sultanat Sansibar im Tausch gegen Helgoland an die Briten abgetreten hat,
    tauschen die Sultane nun eben unsere Heimat gegen Helgoland.

  5. 5 Hessenhenker 31. Juli 2010 um 10:45

    @ Prosemit
    Nach Deutsch Ostafrika kam sicherlich nicht die Crème de la Crème.

    Dafür hat sie die Briten bei Tanga aber ganz schön lange aufgehalten.


Die Kommentare sind zur Zeit ausgeschaltet.



Blog Stats

  • 657,438 hits

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.