Weil es sich nicht an die eigenen Regeln hält. Es hat zwar Gesetze aber die wendet es nur da an, wo es politisch in den Kram passt. Es tönt zwar, die Würde des Menschen ist unantastbar, überläßt aber die Definition, wer zu den Menschen gezählt werden darf, Kriminellen und politischen Banditen. Es erläßt Bestimmungen, niemand darf wegen irgendwas diskriminiert werden, seine Richter sagen aber, im Prinzip ja, aber nur im Prinzip. Heute habe ich mir mal vorgestellt, die DDR hätte eine Oppositionspartei zugelassen, durchsetzt natürlich vom Ministerium für Staatssicherheit, umschwärmt von inoffiziellen Mitarbeitern und belagert von willigen Denunzianten. In der hätten sich dann die zaghaften Umweltaktivisten versammelt, die zu Recht die Naturzerstörung durch die Arbeiter und Bauern kritisierten, die Bürgerrechtler, die auf die luxemburgsche Freiheit der Andersdenkenden pochten und die Leute, die die Nase voll von alternativlosen Wahlen hätten. Wäre diese Partei schikaniert worden und ihre Mitglieder? Ei gewiß doch. Wie es mit den Bürgerrechtlern ja auch tatsächlich geschah. Aber hätte eine aufgeputschte Menge es fertiggebracht, einen Abgeordneten dieser Partei am Besuch eines Fußballspiels zu hindern und der Bürgermeister dieser Stadt hätte sich anschliessend wohlwollend dazu geäußert? Ich glaube nein. Das hätte nämlich dem Grundsatz des Staates widersprochen, sein Machtmonopol zu bewahren und auch auszuüben. Wenn jemand Gewalt ausübt, dann der Staat und nur der, keine Hilfsnazis im Antifalook, keine steuergeldschmarotzenden Gegenrechtegewaltvereine. Keine weiblichen Sozialdrohnen und Asozialen, die von der Arbeitsleistung des werktätigen Volkes leben. Nur der Staat und nicht der Pöbel. Und das ist eben der Unterschied. Wir sind Zuständen in Somalia näher als man glauben möchte.
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