Hemden werden teurer

Mein Haus ist weg, meine Familie ist krank, keiner da, der mir hilft, deshalb sitze ich nun da und heule in die Kamera. Komisch, der Spruch, “hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott”, scheint da unten gar nicht bekannt zu sein. Dabei galt er doch auch hier mal. Da gab es noch nicht Mütterchen Kanzlerin, die Allumsorgende, die ähnlich der alten Frau im Märchen “Der Kleine Muck”  ruft: “Herbei, herbei, gekocht ist der Brei!” und die Welt dazu einlädt, am deutschen Esstisch Platz zu nehmen. Natürlich müssen da die 7 Michelzwerge noch härter in den Bergen arbeiten, um die große nationale Aufgabe, die Mitesser zu integrieren, zu bewältigen. Froh können sie sein, dürfen sie spätabends noch die Teller ablecken und den Rest aus den Becherchen schlürfen und eine Zipfelmütze voll Schlaf nehmen, ehe es wieder raus geht, neue Steuermilliarden zu erwirtschaften, die die böse Stiefmutter dann zum Turmfenster hinausschmeisst. Die durfte dann zum Dank am Schluß des Märchens in glühenden Pantoffeln so lange tanzen, bis sie zur Hölle gefahren ist. Ein schöner alter Brauch, der wieder belebt werden sollte, wegen der Kultursensibilität.

Schneewittchen, um mal ein Beispiel zu nennen, hat sich übrigens hervorragend in den Zwergenhaushalt integriert und gekocht, geputzt und das Haus rein gehalten, nur war sie ein wenig doof und lebensunerfahren. Da kann es eben passieren, daß man dreimal auf dieselbe Alte hereinfällt und am Schluß ist es dann aus mit einem. Frau Merkel hatte ja schon zwei Amtszeiten und täglich essen wir unseren Teil des vergifteten Apfels, weil, der sieht so lecker aus.

Die Doofheit Schneewittchens lag übrigens am Bildungssystem. Da war zwar die ganze Schloßbibliothek , vollgestopft mit Wissen, aber anstatt sich in eine Ecke zu setzen und zu lesen, da war einmal der Raum zu zugig, dann das Licht so schwach, die Schrift so klein oder es wimmelte von fremden Worten, das hältst Du ja im Kopf nicht aus! Da Schneewittchen auch nur noch eine böse Stiefmutter hatte, hatte sie  die gleich als Ausrede parat. “Ich habe eine böse Stiefmutter”, rief sie öfters anklagend, “deshalb kann ich nicht lernen!” Klar, wer aus so benachteiligten sozialen Verhältnissen kommt, der hat es ungleich schwerer, da kann man sich nicht einfach ein Buch nehmen. Stattdessen ging es raus, zu ihren Freundinnen, in den benachbarten Königreichen, die hatten alle ähnliche Benachteiligungen, wie, dumm und dazu noch nicht mal schön zu sein, Schneewittchen war da wirklich gesegnet, kann ich Euch sagen. Flink wie ein Windhund, hart wie Kruppstahl und skrupellos wie diese No – Angel, die tödliche Seuchen verbreitet, ansonsten aber ein liebes Kind. Zu schön für diese Welt. Weshalb sie dann auch fliehen mußte vorm Jäger, der sollte ihr auf Befehl der Stief – und Landesmutter einige Organe zum Spenden entnehmen, weil irgendwo auf der Welt hatte es eine Flut gegeben und die Menschen saßen hungernd auf der Erde und riefen um Hilfe.  Schneewittchen aber wollte das nicht dulden, die ganzen Narben, die das hinterlassen würde, und die Schönheitschirurgie steckte noch in den Anfängen!

Der Jäger war aber ein Guter! Statt das junge Blut so hinzumetzeln, ließ er die Kleine laufen, weil er sich sagte, lässt Du sie von den wilden Tieren zerreissen, hast Du hinterher, wenn der Wind sich gedreht hat, keinen Dreck am Stecken. Im späteren Prozess konnte er sich nicht mal mehr erinnern, jemals Uniform getragen zu haben. So etwas passiert!  Auch Schriftstellern! Eben sind sie noch moralische Instanz und dann schon wieder.

Jedenfalls können wir nun wohl damit rechnen, weil die Baumwollernte für Pakistan verloren ist, daß unsere Hemden teurer werden, was garantiert die GRÜNEN auf den Plan ruft, die, aus ökologischen und humanitären Gründen,  eine Hemdensteuer einführen werden. Denn die Welt da draußen, die braucht das Geld der Michelzwerge. So viel steht fest.

5 Antworten zu „Hemden werden teurer“


  1. 1 Hannes v. K. 27. August 2010 um 05:43

    Mir fällt leider kein Märchen ein, in welchem ein Massenexodus von Facharbeiter, Mittelständler, Akademiker etc. eine Rolle spielt, die angesichts der exorbitanten hohen staatlichen Abzocke in Scharen das Land beinahe fluchtartig verlassen.
    Aber vielleicht findet sich ein neuer Grimm der uns das „Es war einmal ein …….“ in lyrischem Format verpackt, als Gute Nacht Märchen erzählt.
    Man darf auf den Ausgang gespannt sein.

  2. 2 Karl Eduard 27. August 2010 um 06:15

    Die Bremer Stadtmusikanten?

  3. 3 Prosemit 27. August 2010 um 07:14

    Denn die Welt da draußen, die braucht das Geld der Michelzwerge. So viel steht fest.

    so isses!

    Nein, heute will ich mich nicht aufregen. Ich sehe die positiven Seiten. Jetzt hat Pakistan die Chance alles schöner und besser aufzubauen, Parks und Seenlandschaften und eine moderne Industrie. Eine Chance fast wie Indien.

    Jetzt aber mal ganz im Vertrauen. Pst! Wußten Sie, dass Indiens Aufstieg als Wirtschafts- und Technologiemacht mit der Vertreibung der fundamentalistischen Mohammedaner nach Pakistan begann? Indien blühte auf und Pakistan versumpfte (im wahrsten Sinne des Worets). Nicht weitersagen! Megaautobahn!

  4. 4 Wilhelm Entenmann 27. August 2010 um 07:37

    was garantiert die GRÜNEN auf den Plan ruft, die, aus ökologischen und humanitären Gründen, eine Hemdensteuer einführen werden.

    GEHT NICHT! BRINGT NICHTS!

  5. 5 netzwerkrecherche 27. August 2010 um 08:47

    @hannes
    Goldmarie und Pechmarie, allerdings sollte dann die Umverteilungsgerechtigkeit eine Rolle spielen, denn Pechmarie hatte unschuldigerweise eine verkorkste, antiautoritäre Kindheit, wofür Goldmarie Mitschuld trägt und aufkommen muß.


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