Ein Wiener Künstler im fernen Westen. In Dayton, Ohio, fand jüngst ein Nationalfest der Deutsch – Amerikaner gelegentlich der Enthüllung des hier reproduzierten Denkmals statt. Die mehr als 3 Meter hohe Tafel wird von dem ernsten Antlitze der “Historie” gekrönt und zeigt oben in drei Bildern die Heldentaten der deutschen Ansiedler im großen nordamerikanischen Befreiungskriege des 18. Jahrhunderts, weiter unten den Auszug der deutschen Freiwilligen aus Dayton zum Kampfe gegen die Südstaten 1861. Spruchbänder und Schlachtenbilder zieren die untere Partie des Monumentes, vor dem ein Soldat in Lebensgröße die Ehrenwache hält.
Das beifällig begrüßte Monument stammt von dem Wiener Bildhauer Rudolf Schwarz, einem Schüler der Professoren Hellmer und Zumbusch, der, nachdem er mehrere Monate in Deutschland gearbeitet hatte, sich infolge eines Auftrages nach Indianapolis begab und dort dankend niederließ. Der Künstler ist ein Bruder der bekannten Wiener Bürgerschuldirektorin Marie Schwarz. *Wiener Bilder 08.02.1911*
Über Umfang und Ziel der deutschen Auswanderung. … Das Auswanderungsziel war im Jahr 1892, wo noch 116000 Deutsche die alte Heimat verließen, bei 112 000 das Land des Uncle Sam und im Jahr 1907, wo nur noch 31700 Deutsche auswanderten, lenkten 30400 von ihnen den Kiel nach den Gestaden der Vereinigten Staaten. Die Auswanderung nach allen anderen Ländern des Erdballs war also eine sehr geringe. Im Jahre 1909 schien sich ein Wandel in dieser Hinsicht vorzubereiten. Von 25 000 Auswanderern gingen nur 20 000 nach den Vereinigten Staaten, 5000 nach anderen überseeischen Ländern. Der größte Teil dieser 5000, nämlich nahezu 4000 wandte sich Südamerika zu. … Auch ist den südamerikanischen Ländern die deutsche Einwanderung durchaus erwünscht, weil die Deutschen das beste, solideste und arbeitsamste Element der Einwanderung bilden. … *Freiburger Zeitung 28.01.1911*
Marching through Georgia

Über Umfang und Ziel der deutschen Auswanderung.
Um 1750
Surinam hätte man damals eher eine deutsche als eine holländische Kolonie nennen können. Auf den Plantagen wie in Paramaribo traf man unter hundert Weißen immer ungefähr neunundneunzig an, die aus allen Gegenden Deutschlands hierher gefunden hatten. Von diesen lernte ich auch zwei Brüder Kniffel kennen, die aus Belgard in Pommern gebürtig, also meine nächsten Landsleute waren. Sie hatten sich in früherer Zeit als einfache holländische Soldaten hierher verirrt, aber Glück, Fleiß und Rechtlichkeit hatten sie seither zu Millionären gemacht, und sie genossen hier ein wohlverdientes Ansehen. Am Comandewyne besaßen sie zwei Kaffeeplantagen. Die eine hieß Friedrichsburg, und eine andere dicht daneben, welche von ihnen selbst angelegt worden war, hatten sie ihrer Vaterstadt zu Ehren Belgard genannt. In Paramaribo war eine Reihe von Häusern ihr Eigentum. Sie bildeten eine vierhundert Schritt lange Straße, die nach ihnen den Namen Kniffels-Loge führte. Ebendaselbst hatten sie eine lutherische Kirche gebaut und zu ihrer Erhaltung für ewige Zeiten die Einkünfte der Plantage Belgard bestimmt.
Aus der überaus lesenswerten Autobiographie Nettelbecks :
http://gutenberg.spiegel.de/netlbeck/netlbeck/netlbeck.xml
Törichte Dummheit! Der Staat hätte alle Hebel in Gang setzen müssen, diese Flüchtlinge in seinen schwachbesiedelten Grenzgemarkungen anzusiedeln, vor allem im Osten, in Posen, Pommern, Ostpreußen und im Weichselland.
Was haben diese Menschen dem Vaterlande gebracht, außer daß sie in zwei Weltkriegen ihre eigenen Brüder erschossen?