Archiv für August 2011



Heilung für die Medien

Vor 43 Jahren errichteten, würde man heute sagen, die sozialistischen Bruderländer, allen voran die Sowjetunion, eine Flugverbotszone über der Tschechoslowakei. Natürlich ging es  um die Beseitigung einer unliebsamen Regierung. Heute heißt das Regimewechsel. Regimewechsel, das ist, wenn edlen Männern und Frauen, die sich im Vollbesitz der Wahrheit dünken, eine Regierung nicht gefällt, die daher beseitigt werden muß. Wegen höherer Ziele. Wegen Humanität, Menschenrechten, westlichen Freiheiten oder weil die Regierung die vorgeschriebenen Pfade der Erleuchtung verlassen hat oder sie nicht beschreiten will. Dann nennen das die Medien wahlweise Revolution, Konterrevolution, arabischer Frühling oder „Nie wieder Auschwitz“.

Wenn heute aber die NATO ähnliches tut, oder wie damals im Krieg gegen Serbien, dann müssen wir uns immer sagen, das ist etwas anderes, das sind Demokraten, die sind vom Volke gewählt  und haben das Vertrauen der Menschen, deshalb sind die Toten, die sie produzieren, auch nicht richtig tot, die Verstümmelten nicht wirklich verstümmelt und die Trümmer, die sie hinterlassen, die heilen sich über Nacht selbst.

TASS – Mitteilung. … In Ausführung dieses Beschlusses marschierten Truppen der verbündeten sozialistischen Länder am 21. August in die Tschechoslowakei – in alle Gebiete und Städte einschließlich Prags und Bratislawas – ein. Der Vormarsch der Truppen der Bruderländer verlief ungehindert. Die Einheiten der tschechoslowakischen Volksarmee bleiben an ihren Standorten. Die Bevölkerung bewahrt Ruhe. Viele tschechoslowakische Staatsbürger äußern gegenüber den Soldaten der Verbündeten Armeen ihren Dank für die rechtzeitige Ankunft in der Tschechoslowakei, um im Kampf gegen diekonterrevolutionären Elemente zu helfen.

Gleichzeitig versuchen rechtsstehende, antisozialistische Elemente in Prag und in einigen anderen Ortschaften feindliche Ausfälle gegen die gesunden Kräfte der CSSR und die diese zu Hilfe gekommenen verbündeten Truppen zu organisieren. … Es gab hetzerische Äußerungen in Radio, Fernsehen und Presse. … *Neues Deutschland 22. August 1968*

Dieser Schritt dient dem Frieden in Europa. Meister Gerhard Kast, VEB Funkwerk Berlin – Köpenik: Mit Elan die DDR stärken. Viele meiner Arbeitskollegen und ich persönlich können und wollen uns nicht gleichgültig verhalten, wenn sich der Sache des Marxismus – Leninismus treu ergebene Persönlichkeiten der CSSR an die Völker der sozialistischen Länder wenden, um dringende Hilfe gegen konterrevolutionäre Elemente zu erhalten. Am Mittwoch haben viele Funkwerker auf Kurzversammlungten ihre Entschlossenheit bekundet, durch noch größeren persönlichen Einsatz an jedem Arbeitsplatz die sozialistische DDR zu stärken und damit den Bruderbund sozialistischer Staaten zu einem noch festeren Bollwerk zum Schutze der europäischen Sicherheit gegen die friedensgefährdenden Kräfte des westdeutschen Militarismus und Revanchismus zu machen.

Vor allem möchte ich den Genossen des ZK der KPdSU und unserer Parteiführung, mit Genossen Walter Ulbricht an der Spitze, für die leninistische Wachsamkeit gegenüber den Ränken der Konterrevolution und die schnelle Organisierung der brüderlichen Hilfe für unsere Genossen und Freunde in der CSSR von ganzem Herzen danken.  *Neues Deutschland 22. August 1968*

Jeder politische Schritt der Partei – und Staatsführung der DDR diente damals dem Frieden oder irgend einer anderen glückseligmachenden Sache, so wie jeder Schritt der Regierung Merkel heute ja auch dem Frieden dient oder der Rettung des Klimas vor dem Tode. Wer sich über solche Zustimmungsbriefe wundert sollte bedenken, daß die Betriebe sich fest in der Hand der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und ihrer in der Nationalen Front der DDR vereinigten verbündeten Blockparteien befanden und natürlich fütterten sie, die Betriebe, ihre Parteisekretäre und Funktionäre für Agitation und Propaganda durch, so, wie sie heute ihre Beauftragten für irgendwelchen Hirnschiss durchfüttern. Regelmäßig wurden zu Anlässen, Jahrestagen oder Äußerungen aus dem ZK, Grußadressen, Meinungs – und Stimmungsbilder gefordert, die schon lange nichts mehr mit den Meinungen und Stimmungen der Werktätigen zu tun hatten.

So bediente man sich, um die unverbrüchliche Einheit des Volkes mit der Sozialistischen Einheitspartei der Deutschen Demokratischen Republik zu bekräftigen, einer Funktionärssprache, die mit der Sprache in Betrieben und im Alltag keine Gemeinsamkeiten mehr aufwies, es gab Worte  fürs Protokoll und Worte für den Hausgebrauch und beides hatte der DDR – Bürger verinnerlicht. Man wußte, wann man was man sagen durfte, mit welchen Worten und wann nicht. 

Im Nachhinein fragt sich der Autor, wenn er das so liest, wie da die Entschlossenheit bekräftigt wird, noch härter, genauer und länger zu arbeiten, aus Anlass des Einmarsches der verbündeten Truppen in die CSSR, wie groß müssen die Reserven in der Arbeitsproduktivität gewesen sein, denn zu jedem Ereignis, zum Sputnikflug, zum Weltraumflug des Genossen Gagarin, zum Weltraumflug des Genossen  Titow, zur Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalles, aus Anlass der Weltfestspiele der Jugend und Studenten, zum Jahrestag der Oktoberrevolution, aus Anlass einer Sitzung der Volkskammer der DDR oder des Zentralkommitees der SED oder dem neuen Wirtschaftsplan und so weiter und so weiter, andauernd versicherten die Kollektive in Betrieben, Instituten oder in den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften in solchen Zustimmungsadressen, jetzt werde noch mehr rangeklotzt, als vor dem Anlass, dem Ereignis davor und vor dem Jahrestag der dieser Initiative vorausging.  Daß da nie jemand von den mit Zustimmungsschreiben Überhäuften gefragt hat, „nun, Genossen, und wann fangt ihr an, richtig zu arbeiten?“

Freude allerorten

Fußball auf Kreuzungen künftig gestattet

Wenn es eine Konsequenz gibt, aus dem friedlichen Schanzenfest in Hamburg, bei sich wohl zwei Polizisten durch zu ausgelassenes Feiern selbst verletzten, dann ist es die, daß künftig Fußball zu spielen, auf Kreuzungen, und das Anzünden von ungenehmigten Feuern erlaubt sein wird, nur zu hoch dürfen die Feuer nicht lodern, ansonsten sei das aber völlig o.k., so ein zufriedener Einsatzleiter der Polizei. Der Bundestag wird noch in der nächsten Woche in einer Sondersitzung darauf dringen, daß die Länder und Kommunen entsprechende Regelungen erlassen, Hamburg habe wieder einmal gezeigt, das Chaos ist gar nicht so schlimm, wenn man es zur Normalität erklärt. Diese Sonderregelungen betreffen natürlich nicht das Abbrennen von Gartenabfällen, Osterfeuer, Sonnenwendfeuer oder auch Feuer für St. Martin, diese bedürfen weiterhin einer Genehmigung, Zuwiderhandlungen werden strengstens bestraft.

Bild: Hier werden Müllcontainer aus nachwachsenden Rohstoffen verbrannt, deren Inhalt zuvor fachgerecht ausgelagert wurde. Die Container bestehen aus einer Pressmasse verschiedenster aromatischer Kräuter, die beim Abbrand Wohlgerüche aber kein CO2 verbreiten. 

Grenadiere im Schnee

Die Kälte steigt auf 27 Grad. Wrede in Slobodka (6 – 8. Dezember). Unglück und Glück von Moskau zurückkehrender Bayern. Spät Abends am 6. Dezember traf Wrede in Slobodka ein. Auch seine Krieger erlagen fast der Kälte, welche den Tag über fortwährend gestiegen und in der Nacht einen fürchterlichen Grad erreichte. Mehr als 30 Soldaten starben in dieser Nacht auf der Stelle, und über 300 Offiziere und Soldaten erfroren Füße, Finger, Nasen und Ohren. Vorpostenwachen wurden von den Ablösungen erstarrt angetroffen. Der Tod hatte sie bereits abgelöst von dem letzten Wachdienste im Leben. „Sie blieben,“ sagt Hofreiter, „in ihrer Berufspflicht in der engsten Bedeutung des Wortes. Wohl ihnen, sie sind dem Elende der kommenden Tage entgangen.“ – Das polnisch – französische Regiment Amour, noch vor Kurzem 2035 stark, hatte sich jetzt schon ganz aufgelöst. Vorzüglich schmolz die französische Reiterei, denn Roß und Mann erfroren in Zeit von wenigen Stunden. Der bayrische Feldherr durfte es nicht mehr wagen, Reiterabteilungen auf Rekognoszierungen auszusenden, denn trafen solche mit feindlicher Cavallerie zusammen, so zogen sie den Kürzeren, weil sie sich vor Kälte nicht auf den Pferden halten konnten.

Dessen ungeachtet, und nur um den Resten des Victorschen Corps Zeit zum Rückzug zu schaffen und von den Nachzüglern des Heeres zu retten, was noch zu retten war, entschloß sich General Wrede, seine Stellung auch am 7. Dezember zu behaupten.

Freilich war Victors Heerteil, wie wir bereits gehört haben, im elendsten Zustande. Als der Marschall am 7. Dezember bei Tagesanbruch seine Leute unters Gewehr treten ließ, sammelten sich kaum noch 200 Mann; der Rest hatte sich zerstreut, stak noch in den wärmenden Häusern oder hatte ausgelitten. Mit diesen Wenigen erreichte Victor Oszmiana.

Diese Stadt war ganz mit Leichenhaufen angefüllt, und die Straßen wie besät mit Toten und Sterbenden; denn der 7. Dezember räumte gewaltig auf in den  Überbleibseln der großen Armee; der Tag war noch kälter als die vergangene Nacht. Heute fielen die Pilgrime des aufgelösten Heeres, die doch manche Kälte durchgemacht hatten, wie vom Froste erfasste Fliegen, und die ganz neu eingekleideten, noch ziemlich wohlgenährten Ersatz – Soldaten, welche in einzelnen Schaaren fortwährend der fliehenden Armee sich anschlossen und die geringe Zahl der Waffentragenden auf einige Zeit wieder verstärkten, brachen eben so häufig und plötzlich unter der Kälte zusammen, als die alten, matten Krieger, die sich von Moskau bis hierher geschleppt hatten.

So war, um ein Beispiel zu anzuführen, ein württembergisches Ergänzungs – Regiment, 1360 Mann stark, am 5. Dezember zu Smorgony angekommen. Dasselbe wurde sogleich dazu verwendet, den kaiserlichen Schatz von genanntem Orte nach Wilna zu eskortieren. Als es mit dem Schatze dort eintraf, waren noch  60 Mann in Reih und Glied, obwohl es dem Regimente keinen Augenblick an Lebensmitteln gefehlt hatte.

In Slobodka war es auch, wo die Bayern und ihre Waffengefährten erfuhren, daß Napoleon ganz in der Nähe von ihnen (Smorgony ist nur 4 Meilen von Slobodka entfernt) ohne Abschied die Armee im allgemeinen Elend verlassen. Und gleichwie ihm, dem Urheber davon die Verwünschungen der Zurückgelassenen bei den Trümmern des Hauptheeres gefolgt waren,  (brummte doch selbst die bisher mit aller möglichen Aufmerksamkeit behandelte alte Garde!) so war auch zu Slobodka sein Name der letzte Fluch von Vielen, die an demselben Tag noch der tödlichen Kälte erlagen, welche jetzt einen Grad erreicht hatte, wie er selbst in diesen Eisfeldern selten ist. … *Geschichte der bayerischen Heeresabtheilung im Feldzuge gegen Rußland 1812* Wer kann, sollte diese Rückzugspassagen lesen, was sich damals abgespielt hat, ist heute gar nicht mehr vorstellbar, selbst beim besten Willen nicht. Der Autor meint:  Unglaublich, was diese Menschen damals ausgehalten haben.

Da blüht ein Stern

Populismus nur für GRÜNE

Wie Renate Künast noch einmal ganz deutlich klarstellte, ob es um Atomkraft, Gentechnik, Juchtekäfer, Bahnhöfe, Klimatod, Artentod, Eisbärentod, Hirntod oder andere spannende Themen geht, Populismus dürfe nur von GRÜNEN ausgehen, das wäre ein ungeschriebenes Gesetz, das einzuhalten wäre.  “Ich warne davor, dass irgendjemand anfängt, das populistisch zu missbrauchen„, sagte sie. Womit sie den fortwährenden Terror in Berlin meinte, der durch das Anzünden von Autos ausgeübt wird. Nötigenfalls, so Renate Künast, würde man auch zum Mittel von Unterlassungsklagen schreiten. „Wir ächten und verurteilen solche Straftaten. Das ist es dann aber auch.

Der Autor meint, gerade im Hinblick auf das Ächten von Straftaten  gegen Gen – Versuchsfelder, Baustellen von Verkehrsobjekten oder Energieproduzenten, die hauptsächlich von GRÜNEN und ihren geistigen Artverwandten begangen werden, sollte man auch hier  Frau Künast  eine hohe Glaubwürdigkeit bescheinigen. Und – Populismus ist nicht für alle da!

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