Was der Uropa noch wußte

“Lustig ist das Zigeunerleben, Faria, Faria, Ho!” … Die Mißachtung der primitivsten Regeln unserer Gesellschaftsordnung, die Sucht zum Abenteuerleben und der Hang zum mühelosen Gelderwerb, der mitunter auch vor Diebstahl und Betrug nicht zurückscheute, forderten die nachsichtsloseste Strenge aller autoritativen Verwaltungskörper gegen das zur Landplage gewordene, zügellos herumstreichende Nomadenvolk heraus. … Der Zigeuner muß mit der ganzen dem Staate zur Verfügung stehenden Gewalt, dabei natürlich im Einklange mit der jedem Volke und Stande gewährleisteten weitestgehenden persönlichen Willensfreiheit, zur Seßhaftigkeit und zur Aufnahme irgendeines Berufes angehalten werden. … Hauptaufgabe des Staates muß es sein, das Gift des hypersanguinischen Volkscharakters durch langsame Entnationalisierung der heranwachsenden Generationen auszurotten. So hart dieses Wort sein mag und so barbarisch diese drakonische Maßregel auch tatsächlich ist, so muß sie dennoch im Interesse der Landeswohlfahrt und der Kultur unnachsichtig durchgeführt werden.

Der ungehemmte, von Generation zu Generation vererbte Hang zum gleisnerischen, wenn auch elenden Abenteuerleben, die Liebe zum Müßiggange in Verbindung mit der Scheu vor geregelter Arbeitsbetätigung und “philisterhafter” Seßhaftigkeit kann nur durch strenggeübten Schulzwang bei Zigeunerkindern langsam beseitigt werden. … *Aus dem Zigeunerleben Österreichs Illustrierte Zeitung 1. Oktober 1911*.

Der Blogwart meint, Menschenverachtenderes und Zynischeres hat er kaum gelesen, seit dem letzten Statement der deutschen Bundeskanzlerin zur “Eurorettung”. Landeswohlfahrt! Hört sich an, wie Wohlfahrt des Landes. Also, daß es dem Land, dem eigenen, gutgehen möge. Und dem stehen die edlen Zigeuner wohl im Wege, mit ihrem Hang   zum mühelosen Gelderweb, der mitunter auch vor Diebstahl und Betrug nicht zurückscheut. Da ist es auch kein Wunder, daß damals England losgezogen ist, um den Menschenrechten der   Zigeuner zum Durchbruch zu verhelfen. 1914. Zum Glück haben wir heute aus der Vergangenheit gelernt.   Diebstahl und Betrug gehören heute zu unseren Traditionen und werden vorbildhaft von den Demokraten vorgelebt.

Bild: Zigeuner der ungarischen Tiefebene.  Weil Zigeuner damals, unter Adolf Hitler, in Lagern konzentriert wurden, sind wir Deutschen ihnen ewig dankbar für ihren antifaschistischen Widerstandskampf und lassen sie das Land verwüsten. Das sind wir ihnen schuldig. Aber auch Mörder und Kinderschänder wurden damals konzentriert untergebracht. Die Taten dieser antifaschistischen Widerstandskämpfer harren immer noch ihrer Würdigung und die Angehörigen einer saftigen Entschädigung. Es ist eine Schande!

7 Antworten zu „Was der Uropa noch wußte“


  1. 1 Prosemit 30. September 2011 um 06:10

    Die volksverhetzenden Artikel aus dem glücklicherweise verendeten Kaiserreich sind ja gräßlich. Lasst uns eine neue Willkommenskultur aufbauen und alle die begrüßen, die uns mit ihrem frohen und lustigen Treiben das Leben bereichern. Ausgrenzung muß überwunden werden!

    Prosemit

    Vorsitzender des Kommitees “Sprachtest für Niemanden, freies Diplom für Alle!” und Förderndes Mitglied der Gesellschaft “Schafft die Hausbesitzer ab. Sofort!”

  2. 2 hallowach 30. September 2011 um 07:32

    Das ist doch genau Dein Stil, Ede: http://www.youtube.com/watch?v=Nm35Xz9qT-U

    Bitte mal den verlinken!

  3. 3 eulenfurz 30. September 2011 um 08:05

    @Prosemit:
    „Schafft die Hausbesitzer ab. Sofort!“

    Mutti meint: “Die Häuser denen, die darin wohnen!”
    Ich hab gesagt: “Whow, dann zieh ich in ein Schloß!”

  4. 4 Karl Eduard 30. September 2011 um 08:37

    Friede den Hütten. Krieg den Palästen.

  5. 5 eulenfurz 30. September 2011 um 11:07

    @Karl Eduard
    Also wenn das so ist, dann begnüge ich mich auch mit einer Villa!

  6. 6 Prosemit 30. September 2011 um 13:01

    Friede den Hütten. Krieg den Palästen.

    Kampf dem Grundbesitz! Weg frei für eine bodenlose Zukunft!

    “Wenn der Proletarier erkennt, daß der ihm geschuldete Bodenzins die nationalökonomische Alternative zur peristilen Verkapitalisierung der Latifundalen Äbhängigkeiten im Marxschen Sinne ist, dann wird der Zwang zur Rekonvaliszierung systemimanenter Repressionen nur umso deutlicher werden.” Lernin Werke, Band XXXVII Seite 641ff

  7. 7 Kunibert v. Krötenschreck 1. Oktober 2011 um 14:03

    Zum Thema Zigeuner und Entschädigung hier ein paar bildende Worte: Ich kenne einen sesshaften Zigeuner namens Enrico, der um die 80 Jahre alt ist und als Kind in einem KZ war. Er hat mir erzählt, dass seine Familie in der Ära Adenauer GROSSZÜGIG entschädigt wurde.
    Ich schreibe das hier hin, um zu verhindern, dass dieser Fakt in Vergessenheit gerät und sich irgendwelche 1985 oder später geborenen ziganistischen Schweinebacken noch mal zum Schaden unseres Volksvermögens am Elend ihrer Ahnen bereichern.


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