All diese Medien, die dem amtierenden Bundespräsidenten das Recht auf menschenwürdiges Wohnen im Schloss Bellevue bis zum Jahr 2015 verwehren wollen, was motiviert die wohl dazu, diesen armen Mann mitsamt seiner bedauernswerten Frau in Sturm, Regen und Kälte treiben zu wollen? Menschlichkeit, Mitgefühl und Nächstenliebe kann es wohl kaum sein. Was würden all diese Presseschmieranten sagen, würde man sie aus ihren kuschelig warmen Unterkünften vertreiben, hinaus in die frühlingsmilde Januarnacht? Wo bleibt da der Imperativ des Philosophen Kant? Das fragt sich der Blogwart empört, betroffen und ein stückweit auch traurig.
Bild: Unter guten Freunden gibt man sich gern mal ein Küsschen, einen Kredit oder läßt sich den Urlaub finanzieren. Was soll daran ehrenrührig sein? Der Blogwart ist sich sicher, all das geschah aus reiner Herzensgüte und die größte Belohnung für die Gebenden war, die Freude in den Ministerpräsidentenaugen aufleuchten zu sehen über so viel Bescherung.
Gut, wie H.M. Broder richtig bemerkte, haben nur die wenigsten Deutschen gute Freunde mit etlichen Millionen auf dem Bankkonto. Na und? Es muß ja auch die geben, die die Millionen erarbeiten. Oder soll ein Minister- und künftiger Bundespräsident etwa zur Sparkasse um einen Hauskredit laufen, wie die letzte Friseuse? Und, wenn wir alle Millionäre wären, was immer noch kommen kann, wer sollte dann noch für soziale Gerechtigkeit unter den Millionären kämpfen?
Es ist aber gut, daß der Bundespräsident um sein Recht auf menschenwürdiges und mietfreies Wohnen kämpfen wird. Er wird damit zum Beispiel für viele Linke, die immer noch davon träumen, daß der Baggerfahrer Willibald kommt und ihnen ein Häuschen mit Swimmingpool baut. Bis dahin muß man das Schloss eben instandbesetzen.

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