schrieb die Wiener Illustrierte Zeitung vom 21.01. 1912 unter anderem: … Auch wir Österreicher können anläßlich der Vollendung eines so bedeutsamen Zeitabschnittes, wie es 200 Jahre sind (jetzt 300), die uns vom Geburtstage König Friedrichs des Großen trennen, nicht ohneweiteres an dem Gedenktage vorübergehen, wenn auch die Erinnerung an einzelne Momente seiner Regierung auf den ersten Blick hin, im österreichischen Patriotismus weniger angenehme Gefühle auszulösen scheint, wie bei den Nachkommen der einstigen Untertanen Friedrichs. Aber ist auch Friedrich der Große zeitweise ein Feind unserer Monarchie gewesen, so darf Zis- und Translethanien nicht vergessen, daß es seinerzeit in der Hand dieses Herrschers gelegen war, Österreich zu vernichten und mit einem Schlage seiner Großmachtstellung zu berauben, wenn dies seinem Willen entsprochen hätte.
Nach der für ihn so günstig ausgefallenen Schlacht von Mollwitz machte ihm der Abbè Fleury das Anerbieten der Bildung einer mitteleuropäischen Hilfsallianz wider das Habsburgerreich. Standhaft aber widerstand Friedrich der Große diesen Plänen, indem er erklärte, er wolle nicht den Österreicherstaat, den ja immerhin der nominelle Kaiser des Deutschen Reiches beherrschte, zerstören, um an seiner Stelle die übermütige Hegemonie der französischen Bourbonen aufzurichten. …
Die Vorliebe Friedrichs des Großen für Philosophie brachte es mit sich, daß wir in seinem Leben so viele Widersprüche zu entdecken gewohnt sind, die aus der sonderbaren Verquickung von absolutem Herrschertum und philosophischer Gleichgültigkeit gegen äußere Würden entwachsen. Während er auf der einen Seite mit dem freimütig abgelegten Bekenntnis “Ich bin nur der erste Diener des Staates” die Anschauung seiner gekrönten europäischen Kollegen von ihren überirdischen Privilegien, ihrem Gottgnadentum kräftig verneinte, stützte er auf der anderen Seite die Macht des absoluten Königtums, den Respekt vor der überlieferten Herrschergewalt der Dynastie.
Daß ihn seine Philosophie auf die altgriechischen Denker und ihre demokratischen Ansichrten zurückführte, ist selbstverständlich. Und ebenso verständlich ist es, was an den Höfen des Kontinents eine kleine Revolution verursachte, daß er eine Zeitung herausgeben ließ, die “Staats- und Gelehrtensachen” ohne Zensur besprechen sollte. Diese von Haude und Spencer herausgegeben, im englischen Geschmacke redigierte Zeitung benützte Friedrich II. von Zeit zu Zeit selbst, um über einzelne Regierungsakte vor der Öffentlichkeit Rechenschaft abzulegen. mit seinen eigenen Worten, “es dürfen Zeitungen, wenn sie interessant sein sollen, nicht geniertet werden”, charakterisieren wir seinen Standpunkt gegenüber dem Wortführer der öffentlichen Meinung: Der Presse. Daß Friedrich II. die Folter abschaffen ließ und der Bauernschaft weitgehende Erleichterungen gewährte, dürfte dem aufmerksamen Geschichtsleser ja bekannt sein….
So weit das Orginalzitat. Erläuternd fügt der Blogwart hinzu, daß er ganz froh ist, daß die unsägliche Herrscherzeit dieses Friedrich vorüber ist, der ja nicht nur den KanzlerInnen – Pod – Cast erfunden hat, damals auf Papier gedruckt, und die Pressefreiheit, sondern auch in einem völlig kuscheligen und friedlichen Europa, das immerfort am Daumen nuckelte, ununterbrochen Kriege entfesselte, und das nicht mal wegen der Menschenrechte oder der westlichen Werte! Heute müssen sich, Demokratie sei Dank, hohe deutsche Regierungsbeamte nicht mehr als Staatsdiener begreifen, sondern als die, denen der Staat, also die Bürger in ihrer Gesamtheit, die Taschen zu füllen hat. Koste es, was es wolle.
Bild: Friedrich der Zweite. Würde heute wegen der Vorbereitung und Durchführung von Angriffskriegen von der bundesdeutschen Justiz verurteilt. Zum Glück für Friedrich gab es die damals noch nicht.

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