Archiv für 11. Januar 2012

Jetzt nennt man das Flirten

Also das. Wird man demnächst von Flirtopfern schreiben, womit nicht dieser Hamid-Tahar A. gemeint ist, der sich den frühen Sonntagmorgen für einen Flirt mit einer etwa gleichaltrigen, blonden Frau aussuchte. Wie muß sich der Leser den Flirt eigentlich vorstellen? Am frühen Sonntagmorgen. War das quasi der letzte Versuch des  Hamid-Tahar A., von Samstag Nacht, in der Stadt, noch eine gleichaltrige, blonde Frau abzubekommen oder der erste am Tage? Wenn die Straßen menschenleer sind, bis auf die Heimkehrer, die Sonntagsarbeiter oder die Rudel von Flirtern und herumstreifenden Neonazis.

“Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, Arm und Geleit ihr anzutragen?” “Bin weder Fräulein, weder schön, kann ungeleitet nach Hause gehn.” Hamid-Tahar A. aber läßt, wie Goethes Faust, nicht locker. Immer ran an den Speck. Worauf Gretchens mordlüsterner Bruder in Gestalt dreier Nazis erscheint?

Der Blogwart jedenfalls meint, daß ihn der Vorfall entsetzt, betroffen und ein stückweit auch traurig macht. Insbesondere darüber,  dass die Nazis sich jetzt schon im Multikulti-Kiez ihre Opfer suchen, wo internationale Gäste und Tausende Touristen unterwegs sind. Am frühen Sonntagmorgen. Wo der Sonntag doch heilig ist. Den Christen zumindest. Gut, daß es kein Blutbad gab unter den Tausenden Touristen.

Abhelfen könnte eine Handreichung für Nazis, in denen ihnen  Jagdgebiete zugewiesen werden. Herausgegeben von der „Amadeu Antonio Stiftung“, gegen einen kleinen Obolus. Versteht sich. Die wollen ja auch leben. Und was sagt eigentlich die Beflirtete dazu? Die ist, scheint es, auf der Flucht. Was verständlich ist, wer will schon als Beate Zschäpe enden?


 

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