Archiv für 16. Januar 2012

Muß Deutschland jetzt England überfallen?

Um ihm die antifaschistischen Flötentöne beizubringen? Ja. Meint die Süddeutsche Zeitung. Dafür haben wir uns 1939 nicht von England den Krieg erklären lassen, daß heute englische Studenten in Frankreich Trinkspiele spielen, Hakenkreuze legen und jüdische Spielverderber verprügeln, die dagegen protestieren. Aber das kommt davon, wenn man als Kolonialmacht jahrhundertelang ein Land beherrscht, in dem es vor Nazisymbolen nur so wimmelt. Indien nämlich. Dennoch erfreut sich Indien ungebrochen unserer Sympathien, geht doch die Sage, indische Computerspezialisten würden irgendwann einmal die deutsche Industrie retten, da kann man über das massenhafte Vorhandensein volksverhetzender Symbolik im öffentlichen Raum schon einmal hinwegsehen. Hier würde knallhart DIE LINKE und der Staatsschutz ermitteln.

Daß englische Studenten aber immer noch nichts aus der NSU und den massenhaften Dönermorden gelernt haben, daß macht den Blogwart entsetzt, betroffen und ein stückweit auch traurig.

Bild: 1934 konnte man noch weltweit die antisemitische Sau rauslassen. Heute wacht Deutschland darüber, daß auch ja jeder seine Geschichtslektion gelernt hat. Britische Studenten gehören anscheinend nicht dazu. Schweinerei!

Opferneid

Tausende Magdeburger drückten am Wochenende ihre Trauer und Betroffenheit darüber aus, daß sie nicht in den Jahren 1933 – 45 gelebt, ihre Zeit im Konzentrationslager verbracht oder bei der Bombardierung durch die Streitkräfte, die wir Befreier nennen, ums Leben gekommen sind. Zur Kompensation verkleideten sie sich als Häftlinge, um wenigsten einen Hauch von Not und Entbehrung zu verspüren. Der Blogwart sagt: “Bravo!”

Er schlägt aber vor, da das Bedürfnis der nichtwerktätigen Bevölkerung weiterhin wächst, den vor 67 Jahren beendeten antifaschistischen Kampf weiterzukämpfen, nun zu den gängigen Dschungelcampformaten, in denen ansonsten normal scheinende Menschen sich diversen Ekelproben unterziehen auch Sendungen einzurichten, in denen Intellektuelle ins KZ einziehen, sich verprügeln lassen oder einige Wochen in einem Luftschutzkeller verbringen, bei regelmäßigem Abwurf von Spreng – oder Brandbomben auf denselben. Die Zuschauer dürfen dann bestimmen, wer darf den Luftschutzkeller als Leiche oder Verschütteter verlassen oder wer wird Kapo im KZ  und darf seine Mithäftlinge bestehlen um das wenige Essen, das der Sender zur Verfügung stellt. Wäre das nicht was? Der Blogwart meint: “Ja”.

Bild: Zu spät geboren. Tapfer demonstrieren diese armen Menschen für das, was ihnen zum täglichen Glück fehlt. Harte Arbeit, unzureichendes Essen, zu dünne Kleidung, ständige Todesangst und eine ordentliche Tracht Prügel.  Insbesondere erfüllt sie mit Verbitterung, daß ihre Großeltern oder Eltern die Bombennacht im Januar 1945 überlebten, das werden wir ihnen nie verzeihen! 


 

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