Auschwitzmetapher

Er freue sich, «wie viel Zug in den Kamin gekommen ist», sagte der deutsche Finanzminister in Hinblick auf die öffentliche Diskussion um Steueroasen und das Bankgeheimnis. … «Alle Länder, insbesondere Liechtenstein und die Schweiz wissen, dass sie aus dieser Fragestellung nicht mehr herauskommen.» Steinbrück: «»Das Fenster war noch nie so weit geöffnet um ein Verhalten herbeizuführen, das im Sinne eines fairen Steuerwettbewerbs zwingend erforderlich ist.»

Nichts ist unseren Ministern zu ekelerregend oder geschmacklos, um kleine, unabhängige Staaten einzuschüchtern, mit dem Ziel, sie zu zwingen, die geflohenen Ersparnisse deutscher Staatsbürger auszuliefern, um sie der heimischen Migrations- und Gutmenschenindustrie in den Rachen zu werfen. Waren es im Falle Liechtensteins noch gedungene Schlapphüte, die die Geheimkonten, gebrannt auf CD, aus dem Fürstentum entführten, während der Aussenminister Grosstomaniens unverholen ankündigte, um 05.45 Uhr zurückzuschiessen, wird im Falle der Schweiz  mittels farbiger Metaphern, mit dem Holocaust oder dem fingierten Selbstmord an den Eidgenossen gedroht.

Eine Stellungnahme des ZDJ zu diesen Geschmacklosigkeiten eines Deutschen lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor. Wir können aber sicher sein, dass die Empörungsplapperer zu plappern beginnen, sobald sie ausgeschlafen und ausgiebig gefrühstückt haben. Moralaposteln ist nämlich kein Zuckerschlecken und das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages.

Deutsche Finanzbeamte stürmen Schweizer Banken(Lehrfilm)

3 Responses to “Auschwitzmetapher”


  1. 1 netzwerkrecherche 11. März 2009 um 07:42

    Über Steuerpflicht und Steuerflucht kann man lange diskutieren. Fakt ist aber auch, wollte man Steuern abschaffen, müßte jeder für so manches Extrageld bezahlen, etwa Wegezoll. Das macht eine auf Mobilität und Kommunikation ausgerichtete Industriegesellschaft auch nicht flexibler.

    Es ist natürlich klar, schon weil Zwangstribute nicht mehr nur „der Zehnte“ sind wie im finsteren Mittelalter, sondern „der Halbe“, daß einige zu flüchten versuchen. Der Tributempfänger wird das gnadenlos zu unterbinden wissen. Verständlich.

  2. 2 Prosemit 11. März 2009 um 07:58

    Der Wegezoll wird in Form der Maut auch heute noch erhoben. Da hat sich seit den Zeiten der Raubritter Nichts, aber auch wirklich Nichts verändert. …

    … Doch, wenn ich nachdenke, es hat sich schon etwas verändert, das Netz zum Mautkassieren ist sehr viel engmaschiger geworden. Wenn Ritter Kunibert müde oder besoffen war, fiel in aller Regel die Maut in seinem privatem Hohlweg weg.

  3. 3 Friederich 11. März 2009 um 09:22

    Ist es Dreistigkeit? Ist es Torheit? Oder ist es eine ganz besondere Bauernschläue? Wie kann man das nur hinbekommen, die letzten Reste von Steuerwettbewerb zu unterbinden und gleichzeitig davon zu sprechen, daß man einen »fairen Steuerwettbewerb« befördern würde? Auch ohne direkt betroffen zu sein bin ich betroffen und ein Stück weit ratlos.

    http://tinyurl.com/dgegh6


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