Die irren Augen von Passau

Noch wird die gut verheilte, klaffende Wunde, des öbersten Passauer Polizeichefs emsig von den Ermittlern untersucht, von der der ermordete tapfere Polizist nicht sagen will, ob sie nun im Brust- oder Bauchbereich ist oder im Rücken, da spricht er auch schon überzeugt seine Wahrheit über den Täter aus, lauter als zuvor und voller Verzweiflung, nun, nach dem das Bündnis für Demokratie und Toleranz erstmals öffentlich darüber nachgrübelte, ob es ihm, nach der Rebecca K.-Schlappe, den Preis für zu viel Courage übergeben soll oder nicht:

Für mich ist klar, dass er ein Wahnsinniger ist. Ein überzeugter Rechter, der aber nicht in einer Organisation sein muss. Einzeltäter sind leider am schwierigsten zu ermitteln*. Aber irgendwann wird er einen Fehler machen. Zum Beispiel auf einem CSU-Parteitag reden und dann wird der brave Alois ihn erkennen, das Blitzen in seiner Faust, vom drei Tage nicht vermissten Lebkuchenabschneidemesser, das Gott sei Dank zur Tatzeit bereit lag, damit er die eigene Waffe nicht beschmutzen musste. Der Einzeltäter. Der überzeugte Rechte.

Aber Gott verhalf nicht nur dem wahnsinnigen CDU/CSU-Kollegen zu einer Waffe, die nur des Alois DNA trug, nein, er beschirmte auch den heldischen Polizisten, ist sich dieser sicher. Ich glaube schon, dass der Herrgott am Tag des Anschlages einen Schutzengel geschickt hat, um noch Schlimmeres zu verhindern. Erst legt er ein Messer aus Alois Haushalt draussen hin, Gott, und dann schickt er einen Schutzengel. Frühe Reue? Wer weiss. Gott ist wirklich ein Scherzkeks.

*Das weiss er aus seiner Polizeiarbeit, der Mann. Während einzelne Fahrrad-, Handtaschen- oder Autodiebe ganz schwer zu ermitteln sind, weil einzeln, geraten Rudel, die sich damit abmühen, ein Fahrradschloss zu knacken, der Oma die Handtasche abzuräubern oder sich zu Dreissigst in den gestohlen BMW zu zwängen, viel eher in den Fokus des wachsamen Dorfpolizisten, denn – sie bilden ein grosseres Ziel. Können also nur mit Mühe übersehen werden. Auch ein RECHTER fällt kaum auf, bei der Errichtung des totalitären Staates, kommen aber viele Rechte in Passau zusammen, zum Beispiel zum CSU-Parteitag, schon schlägt das Ermittlerherz schneller und die Chancen steigen, mit den Tausend Anwesenden auch einen Hitlerverehrer einzufangen. Weswegen auch die NPD nicht aufgelöst werden dürfte.

Rechter wahnsinniger Einzeltäter in Aktion

6 Responses to “Die irren Augen von Passau”


  1. 1 Prosemit 17. März 2009 um 07:24

    Es ist richtig, dass unser Held von Passau nicht in Vergessenheit gerät. Die schreckliche, vor nichts haltmachende rächende „Kämpfer gegen Rechts“ ™ , der selbst mit dem Messer in der Brust noch den 1,90 Glatzenmann verfolgt und sich dann erst die Mordwaffe aus dem Bauch zieht.

    Den BEPAZ, den berühmtesten Passauer aller Zeiten, assoziere ich nur noch mit dem Heldengedenktag. Und das ist gut so.

  2. 2 netzwerkrecherche 17. März 2009 um 08:30

    „Einzeltäter sind leider am schwierigsten zu ermitteln.“

    Ist das ein Befehl an seinen Ermittlerstab? Ich dachte, der (Maul-)Held sollte sich mit öffentlichen Äußerungen zurückhalten?

    Er sprach ja noch im Krankenhaus – obschon schwer verwundet – davon, sich an die Spitze des Ermittlerstabes setzen zu wollen. Dann hätte er schön schwierig nach dem imaginären wahnsinnigen Einzeltäter mit Schlangenwangen ermitteln können. Aber offensichtlich haben 3 Wochen falsche Fährte auch gereicht, um nach der Rechtenhatz eine blamable Umkehr des Trosses zu verunmöglichen.

  3. 3 Dingo 17. März 2009 um 11:14

    Diese ganze Story kann man wirklich nicht mehr ernst nehmen.

  4. 4 Friederich 17. März 2009 um 12:20

    Im Gegenteil; man MUSZ sie sehr ernstnehmen.

  5. 5 Melmoth 17. März 2009 um 16:41

    Dieser Mannichl war schon vor dem Lebkuchenattentat in halb Niederbayern als inkompetent und faul bekannt. Knöllchen schreiben und Sepp Normalbürger auf die Nerven gehen, aber gegen die Kriminalität keinen Stich machen, das war sein Markenzeichen!
    Wie DER Polizeichef von Passau wurde, weiss Gott allein.

    Jetzt bleibt er uns als Märtyrer gegen Rechts wohl noch jahrelang erhalten. Und ein guter Polizeichef wär dringend nötig: mit all den prügelnden Russen, einheimischen Asozialen und den geöffneten Grenzen wird die Lage von Jahr zu Jahr schlimmer.

  6. 6 Dingo 18. März 2009 um 07:46

    Ich fuerchte die ganze Wahrheit wird nicht ans Licht kommen. Zu viele Trickser sind am Werk.


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