Sträflich vernachlässigt

Wie Herr Robbe, der Kummerkasten der deutschen Wehrmacht, die sich Wehr des Bundes nennt, mitteilt, ist das Verhältnis Volk – Armee und Repräsentanten des Volkes – Armee schwer gestört. Von Nichtachtung und höflichem Desinteresse wird berichtet, dem die Soldaten ausgesetzt sind. Zwar dürfen sie sich verstümmeln oder töten lassen, damit hervorragende Politiker sich in die Brust werfen können, um sich mit der  erfolgreichen Retalibanisierung in Afghanistan vor dem Reichstage zu brüsten, sonst aber bleibe es bei flüchtigem Überdenkevlarhelmstreichen oder dem Zustecken von 20 Pfennigen, „Geh, kauf Dir einen Bienenstich!“ Mal abgesehen davon, dass man heute keinen Bienenstich mehr für zwanzig Pfennige bekommt, solch Nichtachtung birgt doch immer die Gefahr in sich, dass derart vernachlässigte und uniformierte Landeskinder irgendwann im Sessel vor einem Töpfchenpsychologen sitzen und erklären, sie hassen ihre (Lands)mutter und deshalb war es gut, sie zu terminieren. Also aus dem Kalender zu streichen.

Was zu tun ist, liegt klar auf der Hand. Zum Einen könnten sämtliche Filme, die das Armeefilmstudio der Nationalen Volksarmee der DDR drehte, um den Einsatz der Arbeiter und Bauern in Uniform, für Frieden und Sozialismus, zu glorifizieren,  neu synchronisiert und auf die Bedürfnisse der Bundeswehr zugeschnitten werden. Wie die Bundeswehr aussieht, weiss sowieso kein Mensch, ausser Mutter, Vater, Schwester, Ehefrau, Ehemann oder die Kinder, wenn Soldat oder Soldatin in Felddienstuniform nach Hause fahren. Ausser den LINKEN; die regelmässig zu Gelöbnissen anreisen, um zu randalieren und „Mörder, Mörder!“ zu rufen. So wäre mit einem Schlag das Filmdefizit aufgehoben, da deutsche Regisseure die Armee scheuen, wie der Teufel das Weihwasser, es sei, es liesse sich eine spannende Story über Schwule, Vergewaltigte, Misshandelte drehen oder die Liebe des KSK-Kameraden zur verwundeten Terroristin, die er eben noch anschiessen musste. Leider.

Und natürlich muss unserer Presse mit der Wehr des Bundes das gelingen, was ihr schon erfolgreich mit Hamas oder Hezbollah gelingt, nämlich deren abscheuliches Treiben in überaus positivem Licht darzustellen. Ist es denn so schwer von der Bundeswehr zu berichten, die in Afghanistan die verlustlose Einbringung der Mohnernte sichert? Die sich auf allen Weltmeeren als kulinarische Überraschung für die Flibustier entpuppt, die schon Sterne für die gute Küche auf deutschen Fregatten vergeben? Ich glaube nicht. Man muss es nur wollen. Eben.

Und natürlich sollten unsere Schlagerkomponisten ihren Beitrag leisten.

4 Responses to “Sträflich vernachlässigt”


  1. 1 Prosemit 23. März 2009 um 07:59

    Die Schaffung des Bürgers in Uniform hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Bundeswehr eben als … nutzloser Bürger in Uniform gesehen wird.

  2. 2 netzwerkrecherche 24. März 2009 um 13:45

    „…wenn Soldat oder Soldatin in Felddienstuniform nach Hause fahren.“

    Gibt’s das noch? Das ist doch abgeschafft worden, um gepiercte Bürger in Jeansuniform auf den Bahnhöfen nicht zu pazifistischer Zivilcourage zu provozieren?!

    Vor Jahren hatten die Soldaten noch Schneid, und man sang: „Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren, öffnen die Mädchen die Fenster und die Türen…“

    Heute ist man mit Hightec-Waffen ausgestatteter Hindukisch-Demokratisierer in einer Badelandschaft-Kaserne, und wenn sich mal ein Held in Uniform aus der Kaserne traut, dann öffnen die rauschgiftabhängigen Mädchen bestenfalls noch dafür die Fenster und die Türen, um ihn mit faulen Eiern zu bewerfen.

    So ist es eben. Im Endeffekt bekommt doch jeder nur, was er verdient.

  3. 3 Karl Eduard 24. März 2009 um 17:03

    Tatsächlich? Das mit dem abgeschafft? Dann sind das wohl Illegale. Ich seh hin und wieder Einen oder Eine vom oder zum Bahnhof gehen.

    Und Soldaten haben so etwas sicher nicht freiwillig gesungen oder alleine. So was singt man nur in grossen Gruppen und im Gleichschritt. Ich weiss auch gar nicht. ob das noch im Liederbuch der Bundeswehr steht. „Tschingderassa Bumderassa bumm!“ ist in Zeiten der Dezentralisierung auch zu teuer und Marschieren ist schon lange vorüber. Heutzutage geht es in Bussen zum Schießplatz, da hörst Du das Gesinge eh nicht.

  4. 4 Friederich 24. März 2009 um 19:02

    Also mein Sohn kommt jedes Wochenende mit Felddienstuniform nach hause, was zweierlei beweist: Erstens ist der Heimweg mit Uniform nicht grundsätzlich abgeschafft (auch wenn er sicherlich in Civil reisen dürfte, so er wollte), zweitens steht zu hoffen, daß die Feinde Deutschlands wenigstens so viel Rücksichtnahme gegenüber der deutschen Mentalität zeigen, daß sie nicht gerade am Wochenende einmarschieren.


Comments are currently closed.



März 2009
M D M D F S S
« Feb   Apr »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Blog Stats

  • 2.188.911 hits

Archiv


%d Bloggern gefällt das: