Archiv für 7. April 2009

Auch Europa bleibt durch die Natur gefährdet

Kaum raus aus dem Bett, springt mich eine Horrormeldung an. Auch Europa bleibt durch die Natur gefährdet. Noch so eine Plage, denke ich mir, die die GRÖKAZ nicht im Griff hat oder der Bundesinnenminister nicht im Griff haben will und deshalb Konferenzen mit Terroristen unternimmt. Die Natur also. Hat sie schon Forderungen gestellt? Geiseln umgebracht?  Will sie einen Ratssitz bei der NATO oder ihre Frauen ungehindert erschiessen dürfen? Und gibt man ihr nicht nach, heult sie herum, sie sei der stolze Nachfahre Atatürks und fühle sich schon wie Stephan Kramer, so tot und vergast? Aber nein, es war ein Erdbeben und es hat Italien heimgesucht, schreibt eine anscheinend liebe Frau mit einer kleinen geistigen Unvollkommenheit und wo wäre sie damit besser aufgehoben als bei einer Zeitungsredaktion?

Früher, also früher, als in Mädchengehirne auch noch Wissenschaft hineinging, da war klar, Natur ist alles, was uns umgibt, ausser dem, was wir selbst geschaffen haben. Die  Bäume, die Vögel, die Luft,  ja, sogar der Kontinent auf dem wir stehen. Europa heisst er, das weiss das Mädelchen noch und auch, dass jetzt die Stunde  Berlusconis schlägt, zu siegen oder zu versagen.  Und vielleicht war es gar eine Strafe der Natur, die jetzt den Platz Gottes eingenommen hat, die Natur,  und die endlich dazu gekommen ist, die sündigen Italiener zu strafen, nachdem sie in Pakistan, Indien oder Afghanistan zugange war. Die Natur, und reichlich Erdbeben verteilt hat. Als Strafe für patriarchalisch-archaische Lebensweisen oder der Abkehr davon, wer weiss das schon? Wir können es ja nur raten. Welche Beweggründe sie hat, die Erde beben zu lassen. Vielleicht hat aber auch nur Atlas  die Schulter gewechselt, der nach der Vorstellung der alten Griechen die Welt auf seinen Schultern trug?

Ich kann mir ausmalen, wie die Natur ihren Terminkalender aufgeschlagen hat und vor sich hinbrummelte, „also Italien, Italien hast Du schon lange genug vor Dir hergeschoben und wie der Berlusconi die armen armen Flüchtlinge behandelt, die für die Überfahrt an den Suppentopf Deutschland sehr, sehr viel Geld bezahlt haben oder die armen mobilen Minderheiten aus Rumänien, die nur in Ruhe ihre Beutezüge machen wollen, im Lande da Vincis und Michelangelos, und dann der Papst, dieser Holocaustleugnerunterstützer, Zeit, ihnen zu zeigen, was ein Erdbeben ist. Und da kommt dann natürlich Besorgnis auf, in der Tagesspiegelredaktion, von der der Leser nicht verschont werden  soll.

Und jetzt hat sie uns also ein Erdbeben aufgebrummt, die Natur, wo wir doch immer so brav waren und schon fast fertig sind mit der parlamentarischen Abschaffung der Demokratie, womit wir gehofft haben, die Natur zu besänftigen. Oder mit dem Bau immer neuer Moscheen, weil wir angenommen haben, in Pakistan erdbebnet es, weil da zu wenige stehen. Moscheen. Früher hätten wir noch gerufen, „Gott will es“ und schnell eine Hexe verbrannt, von denen es wieder im Überfluss gibt, weil die Milch verdorben war, bis das Pasteurisieren erfunden wurde. Heute helfen wir denen, die rufen, „Allah ist grösser – als Deiner“, weil die Tempeldiener in den Christentempeln längst ihren Glauben verloren haben und das nächste Hochwasser bestimmt kommt, was übrigens zum Wechsel der Jahreszeiten, also auch zur Natur gehört, der Terroristin. Wie auch Husten, Schnupfen oder Pollenallergie. Aber darum muss sich Berlusconi nun leider  nicht kümmern und damit hat er wirklich Glück gehabt.  Bis zum nächsten Terroranschlag.  Durch die  Natur. Wenn sie die Bäume ausschlagen lässt, was wieder Millionen Menschen in taumelige Frühlingsgefühle versetzt. Und das muss doch nun wirklich nicht sein. Oder?

Warnung vor dem Mai!


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