Archiv für 10. April 2009

Jeder sonnt sich heute so gern…

Die Pollen fliegen! Letztes Jahr hat es übrigens noch ganz sachte gerauhreift. Wenn das kein Beweis ist. Und die erste Schwalbe habe ich auch schon gesehen. Frau Merkel, höchste Zeit, Ihr Tamtam einzulösen, Kanzlerin der Herzen.

Rekorde

DER MITTAG vom  15.01.1935 präsentiert auf seiner Seite für die Frau, neben Kosmetiktips, einem Bridgerätsel und „Interessante Heiraten“, der von einem/einer E. Nigma(!) geschrieben wurde, Amerikas erste Postfliegerin. Erst 25 und fliegt ihren Mann, statt bei Heidi Klum herumzuheulen und Hans und Franz nachzueifern. Eine Frau, die nicht vergessen werden sollte. Helen Richey.

helen-richey

Zeitreise rückwärts

Es ist fünfzehn Jahre nach dem ersten verheerenden Kriege, der der ERSTE Weltkrieg genannt werden wird, in Voraussicht, dass noch ein zweiter, dritter und vierter kommen werden und man es künftigen Schülern leichter machen will sie auseinanderzuhalten, ihnen, die zu diesem Zeitpunkt noch lernen müssen, welcher König wann regierte und welcher Feldherr zum Wohle der Nation eine Schlacht siegreich beendete. Heute wissen Schüler, Krieg ist keine Lösung, und Politiker plappern es ihnen nach, so wie sie das immer tun. Dennoch rennen sie zum Steine- und Molotowcocktailschmeissen auf die Strasse, die jungen Leute, Bürgerkrieg gehört offensichtlich nicht dazu. Zu den Kriegen.

Damals aber hatte Deutschland diesen Krieg verloren, so wie 1806, als Deutschland noch aus vielen kleinen Staaten bestand, Fürstentümern und Königreichen, die sich mehr oder weniger der Kollaboration mit dem mächtigen Nationalstaat Frankreich hingaben, was einige von ihnen 1813 bereuten und auf dem Schlachtfeld zu den Siegern der Geschichte übertraten. 1806 führte zu 1813, zu 1866, 1871 und 1914. Für meinen damaligen Geschichtslehrer ein Beweis für die Aggressivität Deutschlands, das nun zu Recht die Lasten des Versailler Vertrages zu tragen hatte, zu der auch der territoriale Verlust gehörte und die Wirtschaftskraft, die damit zusammenhing. Churchill nannte später den Vertrag von Versailles die „Torheit der Sieger“, übersetzt, die haben absoluten Mist gebaut, was man von der Politik gewöhnt ist.

Versailles führte, ich habe es schon geschrieben, zur Fremdbesetzung deutschen Gebietes, für die Langsamen, also wo vorwiegend Deutschsprachige lebten, mit der Kultur von Händel, Mozart und Goethe, und die Besatzungsmacht auch nicht zimperlich war, Arbeiter über den Haufen zu knallen, wenn sie streikten, wie im Ruhrgebiet geschehen. Heute hätte die UNO Truppen geschickt und die Bevölkerung befreit und ihr einen eigenen Staat gegeben und die EU hätte ihn lebenslang versorgt, so wie das Kosovo. Da hätten wir dann die Deutsche Demokratische Saarrepublik gehabt, Oskar Lafontaine wäre ihr Staatsratsvorsitzender und Generalsekretär und Andrea Nahles und die kleine Drohsel seine Ministerinnen für Volkswirtschaft und Agitation und Propaganda oder für Wellness. Damals war der Völkerbund nicht so weit, Truppen zu schicken, um die Deutschen von den Franzosen zu befreien, es ging aber auch so.

Denn die Besatzer, die Verwalter für den Völkerbund, die Franzosen stimmten der Volksabstimmung zu, bei der die Saarbevölkerung über ihren Beitritt zum Deutschen Reich entscheiden durften, in der Hoffnung, 15 Jahre reichen, um aus Deutschen Franzosen zu machen. Also Gefallen daran zu finden, mit langen Weissbroten durch die Stadt zu radeln oder Schnecken zu essen.  (Bäh!) 15 Jahre haben ja nicht einmal gereicht, um aus DDR-Bürgern Leute zu machen, die die westlichen Freiheiten zu schätzen wissen, wie sollen sie auch, können sie doch in ihrer Gesamtheit wenig damit anfangen und warten heute immer noch darauf, welch politische Linie der Parteitag der SED beschliesst. Oder dass die Losungen zum Ersten Mai erscheinen, im Neuen Deutschland.

Jedenfalls, völlig unerwartet stimmten 477119 Wahlberechtigte für die Wiedereingliederung der Saar in das Deutsche Reich, 46513 wollten, dass es so bleibt wie es ist und nur 2124 stimmten für einen Anschluss an Frankreich. Da die Abstimmung unter Kontrolle des Völkerbundes verlief, wurde auch verhindert, dass in der Wahlkabine ein SA-Schläger steht und die Kreuze macht und auch das Mittel, das die SPD zur Ypsilantiwahl diskutieren würde, das Fotohandy, gab es damals noch nicht, um den Klassenfeind anschliessend zusammenzuschlagen, weil er falsch gewählt hat! Die Wahl verlief also frei und geheim, jedenfalls freier und geheimer als Wahlen auf Parteitagen heutiger demokratischer Parteien und dennoch gab es solch ein Ergebnis, das mein Geschichtslehrer später mit der Annexion der Saar durch Hitler beschrieb. Welche Wirtschaftskraft dahinter stand, hinter der Saar, sehen wir hier. FRANKFURTER ZEITUNG vom 16. Januar 1935. Zum Trost für die Welt noch ein Tango aus dieser Zeit, in der Italien den Abbessiniern zeigen wird, was ein Gladius ist. Was heute übrigens keine Sau mehr kümmert.

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