Da warn zu viele Zeichen auf dem Dach

genthinmarienkirche1Wer kennt es noch, das Jammerlied des Klaus Laage, das in uns Abscheu und Hoffnung weckte, weil davon gesungen wurde, dass der letzte Kuss bis Konstantinopel reichen muss, während der Rückfahrt? Ja, das hat damals die deutschen Menschen berührt, die verbotene Liebe zwischen Kopftuchsulaika und blondem Hans oder Brigitte Mira und dem 14jährigen Mehmed oder umgekehrt und dem Unverständnis der deutschen Spiesser darüber , die so unfassbare Wünsche geäussert haben, wie „die Türkei den Türken!“ Weswegen sie auch zu recht ins Koma gedroschen werden, diese Spiesser! Leider ist die gesungene Anklage im Netz schwer auffindbar. Sie ist aber von aussergewöhnlicher Poesie und Gegenstücke dazu findet man heuer nimmer. Zum Beispiel gesungene Klagelieder, wie deutsche Rentner ihre Stadtteile verlassen, weil sie von denen, die unser Leben reicher und schöner machen, in unzumutbarer Weise mit Liebe überschüttet werden. Das liegt vielleicht daran, dass deutsche Sänger nie gezwungen waren, die ganze geballte Liebe derer, die nach ihren eigenen Worten unser Land aufbauten, obwohl sie da noch gar nicht anwesend waren, in Empfang zu nehmen. Schwamm drüber.

Damals haben beschmierte Fahrstuhlwände das Land aufgerüttelt und in uns den Wunsch gefestigt, Aussenbezirk von Ankara zu werden und wo es heute brennt, und Türken sind betroffen, erheben wir uns spontan als Lichterkettner und geisseln unser Unvermögen, ihnen nicht beigebracht zu haben, was elektrischer Strom ist, was Feuer anrichten kann oder was auf deutsch heisst, „Hallo, mein Name ist Hadschi Halef Dingsbums, ich wohne in der Nokturngasse 12 und bei mir brennt es ganz fürchterlich.“

Was aber tun, wo die Durchrassung und Durchmischung der Eingeborenen einfach noch nicht so weit fortgeschritten sind, wie es der Plan vorsieht? Dann müssen andere Gefahren her, gegen die Männer und Frauen gemeinsam aufstehen können, wie derzeit in Karl-Marx-Stadt geschehen, der prächtigen Stadt des Marxismus-Leninismus, in der die fortschrittlichsten Repräsentanten der Arbeiterklasse heute immer noch wissen, dass der Klassenfeind nicht schläft und stets auf der Lauer liegt, in Form eines Keltenkreuzes zum Beispiel. Das damals, bevor Amerika überhaupt entdeckt wurde, zum Symbol der ersten nordeuropäischen Christen wurde und auch gerne in Amerika getragen wird, von Leuten, die wir heute als Rassisten bezeichnen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt und schwuppdiwupp wurde ein Wandgemälde übermalt, das nicht etwa den Weg der Roten Fahne zeigt oder den Sieg des Sozialismus, so etwas darf weiter UNSERE Menschen erfreuen, sondern die Ansicht Karl-Marx-Stadts, mit einem klitzekleinen Kreuz auf einer Kirche. Ein keltisches!

Dank Dir, CDU-Bürgermeister, der Du Schlimmeres verhindert hast. Doch auf den Ruhmestaten vergangener Schlachten sich auszuruhen, ist eines guten Sozialisten nicht würdig. Noch viele Keltenkreuze harren der Entfernung, wie auf dem Dache dieser Kirche in Genthin,  die irgendwer, mit finstersten Absichten, aufgestellt hat, um weissen Rassisten in den USA zu huldigen. Jugend voran, erhebe Dich jetzt, kann ich da nur rufen!“ „Und keinen Fussbreit Boden dem Klassenfeind!“

Für Frieden, Freiheit, und Recht!

4 Responses to “Da warn zu viele Zeichen auf dem Dach”


  1. 1 netzwerkrecherche 23. April 2009 um 09:53

    Dem Lied „Bau auf!“ geht es aber auch bald an den Kragen, zuviel frei, zuviel deutsch, zuviel Jugend. Die ehemaligen Parteischullehrer, LPG-Vorsitzenden und NVA-Politoffiziere haben sich alle schon den kosmopolitischen, multikulturellen und transsexuellen Erfordernissen der neuen Regentschaft angepaßt, nur die alten Lieder sprechen unabänderlich die Sprachen ihrer Zeit.

    Grausam! Lieder abschaffen!

  2. 2 stalker 23. April 2009 um 19:27

    Das Übermalen musste sein! Nur so konnte der millionenfache Mord an den Mannichels dieses Landes verhindert werden.
    Und wehret den Kelten und ihren Kreuzen! Man muss aufpassen heutzutage, die überall versteckten Botschaften untergraben die Demokratie. Man braucht nur mal nach Kreuzen und Kreuzungen Ausschau zu halten. Gefahren überall…

    Zum Glück gibt es aber so aufmerksame Mitmenschen wie den Autor oben, der uns auf die Sache mit der Genthiner Kirche hinweist. Mir scheint aber der rote Pfeil auf weissem Hintergrund viel gefährlicher zu sein. Die Kirche wird demnächst fallen, der rote Pfeil aber bleibt womöglich.

  3. 3 netzwerkrecherche 24. April 2009 um 07:41

    … ich sehe schon die Pfeilkreuzler und Kreuzpfeiler! Überall Nazis! Wenn ich nachts im Bett liege, tanzen sie an der Decke!

  4. 4 Karl Eduard 24. April 2009 um 07:46

    Einfach beim Schlafen die Augen schliessen.


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