Archiv für 6. Mai 2009

Regentropfen

Was das Leben härter macht

sind zum Beispiel „Kopfnoten“. Meint die GEW. Kopfnoten sind sozial kalt und rauben den Kindern die Perspektive. Natürlich. Das Kind, wie das GEW-Mitglied, kann nämlich nichts für eigenes Verhalten. Besonders nicht im Ruhrgebiet. Steht das Kind auf, oder das GEW-Mitglied, und geht frohgemut in die Schule, schon springt die Wirtschaftskrise hinter einem Baum hervor und entreisst dem Kinde die Aussicht, Astronaut oder Klimakanzler zu werden, worauf das Kind fortan im Unterricht lärmt oder schläft oder stört oder gar nicht mehr erscheint, worauf der Lehrer, GEW-Mitglied natürlich, gezwungen ist, Fleiss – „Ungenügend“ zu schreiben, womit die Karriere des Kindes zerstört ist und es gleich ganz Zuhause bleibt. Oder eine Gang bildet, was Bande meint oder auf den Strich geht, was heisst, es prostituiert sich, wie das GEW-Mitglied, und nicht einmal Ursula von den Elfenauen kann da helfen, mit der Beschnüffelung des Internets.

Oh, grausames Geschick. Kopfnoten traumatisieren. Wie alles traumatisiert, was an das Kind Forderungen stellt. Und dann natürlich die tiefen sozialen Verwerfungen im Klassenzimmer. Wer da über soziale Gerechtigkeit diskutieren muss, als Schüler, über die Enteignung der Enteigner, der kann natürlich der leninschen Aufforderung, „Lernen, Lernen und nochmals Lernen“ nicht nachkommen. Aber warum nicht, muss ich doch an dieser Stelle fragen, warum ist es Aufgabe des Lehrers, 50 Prozent des Unterrichts, in dem er oder sie den Kindern beibringt, wofür der Schüler alles nichts kann, mit Sozialarbeiten, Erziehen, Streitschlichten zu verbringen und zu klagen, man sei Einzelkämpfer vor der Klasse.

Was haben diese Lehrer denn erwartet? Dass sie in Rudeln vor der Klasse auftreten können? Vielleicht noch in zahlenmässiger Überlegenheit? 5 : 1, wie es die Dienstvorschrift des Heeres für einen erfolgreichen Angriff vorsieht? Was sind das eigentlich für Idioten, die jammern, die Wirtschaftskrise macht Kinder perspektivlos? Wieso?

Es gibt doch für jedes Kind Perspektiven, es kommt nur darauf an, für welche sich Kinder und Eltern entscheiden. Entscheiden ist das Schlüsselwort. Ist es die Hartz IV-Karriere, ein durchaus ehrenwerter und geachteter Beruf, solange sich in ihm auch Leute tummeln, die Opfer der Rationalisierung geworden sind oder der Personalpolitik des Unternehmens, ist es der Beruf als Hure, der keineswegs verachteter ist als der von Politikern und Journalisten, strebt das Kind die Intensivtäterkarriere an, bis ein Polizist ihr unverdienterweise ein Ende setzt, „was hätte aus dem Kind noch werden können“, oder wird der Schüler geschätzter Facharbeiter in einem Werk, das Moscheezubehör produziert, der aussichtsreichste Exportartikel deutscher Unternehmen in naher Zukunft?

Perspektiven gibt es zuhauf, woran das Kind leidet sind nur solch jammerlappige GEW-Gestalten, die dem Kinde nicht sagen, wenn Du faul bist, mein Sohn(oder meine Tochter), dann bleibst Du strunzdumm.

Dann bleibst Du strunzdumm, schau mich an, ich bin Dein Lehrer, ich konnte auch nur noch Lehrer werden, weil mich sonst niemand mehr haben wollte und seither verbringe ich mein Leben als Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Bildung und glaube an den Sozialismus und dass, jemandem zu sagen, er ist ein faules, dummes Stück, ihn für sein Leben traumatisiert. Obwohl es doch der Wahrheit entspricht. Dass er ein faules und dummes Stück ist. Und dass das keinesfalls im Zeugnis erscheinen sollte, denn wenn der Ausbildungsbetrieb an den miesen Noten sieht, was für ein Versager sich da bewirbt, dann soll er keinesfalls sehen, dass sein zukünftiger Azubi gewalttätig ist und gar nicht die Absicht hat, öfters als einmal im Monat am Arbeitsplatz zu erscheinen. Weil das den Schüler von vornherein entmutigen könnte. Nicht zur Ausbildung zu gehen.

Und natürlich, die Klassenstärken. Aber, liebe GEW-Mitglieder im Ruhrgebiet, Ihr könnt nicht immer und andauernd für Multikulti schwärmen und wie wunderbar es ist, wie sich integrationsresistente Parallelgesellschaften aufblähen und Euch dann wundern, dass das Geld, dass zur Befriedigung der materiellen und geistigen Bedürfnisse der Integrationsresistenten ausgegeben wird, bei der Einstellung neuer Lehrer fehlt, die dann auch jammern, dass sie Einzelkämpfer vor ihren Schülern sind. Geld kann man nur einmal ausgeben. In Mathematik nennt man das auch Subtrahieren oder auf Deutsch Abziehen. Was jetzt nichts mit Beraubung zu tun hat. Aber das gehört wahrscheinlich zu den 50 Prozent, die man jungen, heranwachsenden zukünftigen GEW-Mitgliedern nicht beibringt, in der Zeit, in der man vermittelt, dass unser aller Glück in der KLASSENLOSEN Gesellschaft liegt, wie Marx sie einmal genannt hat. Und da wollt Ihr doch hin, nicht? In die KLASSENLOSE Gesellschaft. Wo keine Wirtschaftskrise mehr hinterm Baum hervorspringt und dem Kinde die Perspektive nimmt, ein erfolgreicher Intensivtäter zu werden. Was ich Euch gönne.

Aber dann hört auch auf, derart herumzujammern.

Schlimme Zeiten


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