Ein Blechnapf voll Reis

ArmutTrostlosigkeit. Der Wind pfeift durch die leeren Städte, auf den Strassen streunen Hunde und betteln, wie Journalisten, darum, einen Tritt verpasst zu bekommen. Horden von arbeitslosen Neonazis durchstreifen die Gegend auf der vergeblichen Suche nach Indern, Schwarzen oder Juden, die sich zum lynchen anbieten. Zahnlose Greisinnen locken mit käuflichem Sex, um die Reparatur ihrer Dritten finanzieren zu können, ein Bild des Grauens.

Nur hier und dort schmieren konspirativ AntifaschistInnen Aufforderungen, Sex mit Nazis zu haben, an Häuserwände, ritzen sich Hakenkreuze in zarte Mädchenhüften oder lauscht eine erregte Menschenmenge einem sozialistischen Agitator, der sich 89 noch verstecken musste, um nicht die Jacke vollgehauen zu bekommen.

Armut bekämpfen!“ So lautet der Slogan, und ausgemergelte Einwohner, denen der Wind durch die Taschen pfeift und die sich dank Abwrackprämie gerade ihren neuen BMW vom Munde abgespart haben, klatschen begeistert. Der Osten ist arm. In Lumpen gehüllte Menschen sitzen vor den Türen der verwaisten Kirchen und bitten um Cents und  um eine milde Gabe. Das Geschäft der TAFELN blüht, ihretwegen muss niemand auf seine Tabakration oder seinen Klaren verzichten. Der Osten ist arm, verzweifelt und miesepetrig.

Was hilft es, früher aufzustehen, in Sachsen-Anhalt, wenn eine Wohnung in München unbezahlbar bleibt oder in Frankfurt?

Wer ist Schuld am Elend? DIE LINKE weiss es. DIE LINKE war es nicht. 40 Jahre verantwortlich dafür zu sein, dass die DDR-Bürger kein Vermögen anhäufen konnten, wegen eines untauglichen Wirtschaftssystems, das für das Wohl des Volkes in ferner ferner Zukunft die Arbeiter, Bauern und die Intelligenz ausgebeutet hat, hat weder mit der SED zu tun, als der führenden politischen Kraft in der DDR, noch mit ihrem Rechtsnachfolger DIE LINKE. Auch  für die Vernichtung der Unternehmer und Handwerker, als politische Klasse, die als Selbständige dafür Sorge getragen hätten, dass ihr Weizen und der ihres Unternehmens blüht, inklusive Anschluss an Wissenschafts- und Technikentwicklung, können die Genossen nichts. Sie, die Kombinate erschufen und Produktionsgenossenschaften, in denen Arbeitsproduktivität weniger wichtig war, als jedem Bürger seinen Arbeitsplatz zu gewährleisten. Weswegen die Kombinate und Genossenschaften vor der Konkurrenz auch zusammenbrachen. Produkte, die kein Mensch mehr haben und zu Preisen, die keiner bezahlen wollte. Im Osten.

Weshalb sie im Osten immer noch und verstärkt als Hoffnungsträger gilt, die SED, die vielfach Umbenannte.  Das walte Oskar. Oder Gesine oder welcher Prophet linker Glückseligkeit auch immer.

Der Sozialismus lebt

8 Responses to “Ein Blechnapf voll Reis”


  1. 1 Robin Renitent 19. Mai 2009 um 16:59

    „Zahnlose Greisinnen locken mit käuflichem Sex, um die Reparatur ihrer Dritten finanzieren zu können, ein Bild des Grauens.“

    You made my day. Könnte mich mal wieder kringeln.

    Aus meinen Erfahrungen in Russland weiß ich, dass Frauen die Aktiven sind, was unternehmen, ihre Situation verbessern wollen. Männer lassen sich hängen. Oft – nicht immer.

    Im Osten sollen es ja auch die Männer sein die zurückgeblieben sind. (Doppeldeutigkeit gewollt…)

    Sind wir also doch eine Fehlkonstruktion?

  2. 2 vakna 19. Mai 2009 um 18:36

    Mir ist noch nicht so klar, ob das feministische Propaganda ist, oder real. Auf alle Fälle geht es mir so auf den Keks, daß ich instinktiv mit Abwehr reagiere.

    Fakt ist, daß Männlein und Weiblein zusammenspannen müssen, um etwas zu reißen. Frauen mögen aktiver sein, aber ohne Männer kommen sie auch nicht weiter. Eine aktive Osteuropäerin ist im Endeffekt doch nur auf der Suche nach einem finanziell potenten Männchen aus Westeuropa (oder aus sonstwo).

  3. 3 Friederich 19. Mai 2009 um 22:39

    Frauen mögen aktiver sein …

    Du meintest sicher »attraktiver«. Oder?

  4. 4 Karl Eduard 20. Mai 2009 um 03:50

    Es gibt auch jede Menge junger Frauen im Osten, die zu den Tarifen im Osten bereit sind zu arbeiten oder die eine Hartz IV-Karriere planen, die das Kind ebenfalls einschlagen soll. Die stehen dann auf die Planungssicherheit durch staatliche Zuwendungen. Wer aber intelligent genug ist und unternehmungslustig, geht dahin, wo die Arbeitsplätze rufen, besetz mich, und die Eltern raten zu, die wollen für die Kinder eben das Beste, wenn sie auch im Alter alleine dastehen werden. Und dass deutsche Mädchen im Allgemeinen strebsamer sind, als die Jungen, das dürfte unbestritten sein. Vielleicht sind sie etwas blöder in Naturwissenschaften aber fleissiger und unternehmungslustiger auf jeden Fall.

  5. 5 Friederich 20. Mai 2009 um 06:57

    Und dass deutsche Mädchen im Allgemeinen strebsamer sind, als die Jungen, das dürfte unbestritten sein.

    Nö. Ich bestreite das hiermit. So.

  6. 6 vakna 20. Mai 2009 um 15:00

    Na gut, dann sind eben in Ostdeutschland aufgewachsene oder „ostdeutsch“ sozialisierte Mädchen i.d.R. aktiver.
    Wie tranig und egozentrisch Frauen sein können, habe ich zum ersten Mal nach der Wende im Westen erlebt.

    So, das noch zum Ost-West-Konflikt, bevor ich mich gen Osten aufmache.
    Schönen Feiertag und schönes Wochenende!

  7. 7 Friederich 20. Mai 2009 um 16:18

    Na gut, dann sind eben in Ostdeutschland aufgewachsene oder “ostdeutsch” sozialisierte Mädchen i.d.R. aktiver.

    Dazu kann ich von Mitteldeutschland (Sachsen) aus nichts sagen. Trotz meiner teilweise ostdeutschen Vorfahren. Aber da Du Dich ja gerade gen Osten aufmachst, sieh Dir das nur mal an. Kann mir nur schwer vorstellen, daß östlichere Frauen untraniger und unegozentrischer sein sollten als westlichere.

  8. 8 vakna 20. Mai 2009 um 17:53

    Das war mein Eindruck Anfangs der 90er. Ich hatte vorher noch nicht erlebt, daß Frauen mitten beim Einkauf oder sogar beim gehen kurz vor dem Einschlafen waren.
    Es gab (und gibt) natürlich auch andere, nur waren unsere Sozialisierung und die Lebensumstände so unterschiedlich, daß ich mit denen kaum was anfangen konnte (und umgekeht wohl auch).
    In meinem Umfeld gibt es auch kaum West/Ost-Paare, wobei „kaum“ sehr nahe Null ist. Es klappt einfach nicht.


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