Archiv für 6. Juni 2009

6 Tage Krieg

Koordiniert mit den alliierten Landungen in der Normandie, zerschlägt Israel, zeitversetzt, die Aufmärsche der arabischen Armeen. Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

Am 5. Juni um 8:45 Uhr ägyptische Zeit, 15 Minuten vor Arbeitsbeginn in ägyptischen Ämtern, als Generale und Piloten auf dem Weg zu ihren Büros waren, starteten israelische Kampfflugzeuge mit der aufgehenden Sonne im Rücken ihren kriegsentscheidenden Überraschungsangriff auf Militärflughäfen im Sinai. In 24 Stunden hatten sie 416 arabische Kampfflugzeuge am Boden zerstört. Der Rest ist Geschichte. Israel schuf mit taktischen Manövern punktuelle Überlegenheit. Wegen eines ägyptischen Funkspruchs über vermeintliche Siege, obgleich die ägyptische Luftwaffe schon ausgeschaltet war, bombardierte Jordanien Tel Aviv und Jerusalem. Am 6. Juni, dem zweiten Tag, zog auch Syrien in den Krieg, ebenso verleitet durch ägyptische Siegesmeldungen. Die große israelische Offensive gegen Syrien begann jedoch erst am Freitag, den 9. Juni, nachdem Ägypten geschlagen und das Westjordanland mitsamt Jerusalem erobert waren.

6 Tage Krieg

Ein Volk in Waffen

Im aktuellen Zeitungszeugen steht der Miltärputsch in Spanien 1936 im Mittelpunkt aber auch die olympischen Spiele, die kurz bevorstehen. Drei wirklich interessante Zeitungen liegen bei. Die „Kreuz Zeitung“, „Die Volksillustrierte“ und die Zeitung „Neuer Vorwärts“. Während die Kreuz Zeitung sachlich aus aller Welt berichtet, steht bei der Volksillustrierten die Heoroisierung des Kampfes der Regierungstreuen in Spanien im Mittelpunkt, die paradiesische Schilderung des kolchoslebens und als Gegenüberstellung das kapitalistische Leben, in dem sich Schausteller in Eisblöcke einfrieren lassen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Der „Neue Vorwärts“ besteht im Wesentlichen darin, Peinlichkeiten über die deutschen Machthaber zusammenzutragen.

Der folgende Film ist ein Gewerkschaftsfilm und heisst   „Ein Volk in Waffen – Un pueblo en armas. Soziale Revolution in Spanien.“ Ein Film von Sindicato de la Industria del Espectáculo, CNT-Barcelona. Un pueblo en armas erschien zuerst 1937 in den USA unter dem Titel „Fury over Spain“. Das europäische Material lagerte über 30 Jahre in Paris und wurde 1971, als sich das Ende der Franco-Ära abzeichnete, in Italien als 16mm-Streifen realisiert. Ganz am Anfang wird über die politischen Unsicherheiten berichtet, die dann auch zum Putsch der Generale führten. Es war ja nicht so, dass Spanien eine stabile Republik war, mit Friede, Freude und Eierkuchen. Und natürlich werden die eigenen Greuel ausgeblendet. Die wären ja auch doof,  würden sie ihre Verbrechen noch propagieren.

Von schlimmer Marokkanerphobie wird die „Volksillustrierte“ gebeutelt. I. W. De Rivera berichtet: Im Dorfe Villa Franco sprachen wir mit der Bahnwärtersfrau, die starren Blicks uns ihre Geschichte erzählte. In dieses Dorf waren die Arabertruppen, 40 Mauren, die Franco aus Marokko geschickt hatte, eingezogen, verwüstend, mordend und brennend. Und 40 Araber hatten sich auf die zwei Töchter des Bahnwärters gestürzt, hatten sie mißbraucht und an den Folgen dieses vandalischen Aktes waren beide Mädchen gestorben.“ Ob die Vergewaltiger anschliessend Kekse gereicht haben, die Mauren, wie die moderaten Taliban, hat sie nicht geschrieben. Und wenn, dann hätten die Mädchen sie sicher als höflich und zuvorkommend beschrieben, hätten sie überlebt. Oder nicht. Damals gab es noch nicht diese sexuelle Dankbarkeit gegenüber Vergewaltigern. Das ist neu und bezeichnend für Leute, die den Unterschied zwischen Recht und Unrecht nicht mehr kennen und für die Alles relativ ist.

Ein Volk in Waffen


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