Leben vom schlechten Gewissen

Eigentlich will der Schwarze, dass man seine Hautfarbe übersieht, wenn er durch die Gegend tourt und Weisse auffordert, ihn zu tolerieren. Und natürlich sollen die auch seine Hautfarbe übersehen, als wären sie mit Farbenblindheit geschlagen. So, als wäre es höflich so zu tun, als ob ein Rollstuhlfahrer kein Rollstuhlfahrer wäre,  ein bildschönes Mädchen vielleicht ein Baum oder das Burka maskierte Wesen, von dem man nicht weiss, wer unter dem Gespensteroutfit steckt, kein Terrorist, wie die tschetschenischen Schwarzen Witwen, oder  ein entflohener Bankräuber. Karamba Diaby lebt gut davon, den Einheimischen Toleranz zu predigen.

In Sachsen-Anhalt gibt es 45 000 Einwohner ohne deutschen Pass. Zusammen mit den 23 000 Aussiedlern und den Angehörigen der sogenannten zweiten Generation kommen wir auf rund vier Prozent Menschen mit Migrations-hintergrund. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 20 Prozent“, nennt Susi Möbbeck Zahlen. Die Integrations-beauftragte Sachsen-Anhalts kennt Diaby seit vielen Jahren. „Er ist ein echter Glücksfall, hat einen sehr umfassenden Ansatz und behält alle Seiten im Blick“, sagt sie. Ja, nur nicht die Seite mit den vier Prozent. Denn dass er an die herangetreten wäre, um ihr die Integration in unserere Kultur beizubringen und den Respekt vor unseren Traditionen, das verschweigt er. Wohl aus Bescheidenheit.

Ehrenamtlich ist der Autor zahlreicher Publikationen Mitglied im 20-köpfigen Interkulturellen Rat in Deutschland, der die Bundesregierung in Integrationsfragen berät. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Bundesausländerrates und sitzt dem Ausländerbeirat der Stadt Halle vor. Der umtriebige Diaby spricht sechs Sprachen. Als Chemiker arbeitet er lange nicht mehr, seit Jahren ist er beruflich in verschiedenen Projekten und bei Bildungsträgern tätig. In vielen ehrenamtlichen Funktionen ist er unermüdlich unterwegs, veranstaltet Workshops, hält Vorträge.

Und gehört damit zu den wunderbaren Menschen, die sagen, dass sie  nicht wollen, dass sie als Ausländer gesehen werden aber gerade deshalb den Job bekommen.  Wie der kleine Inder im Bundestag. Und sie säen nicht, sie ernten nicht, doch die zu erziehenden Deutschen ernähren sie trotzdem. Und zum Anreiz zeigt er dann, wie man eine Kokosnuss öffnet.

Und gerade das ist es, was der Wirtschaftsstandort Deutschland braucht. Leute, die wissen, wie man eine Kokosnuss mit einem Streichholz öffnet. Wegen der zu erwartenden Erderwärmung und der Verdrängung des Apfelbaumes durch die Kokospalme. Weshalb wir auch Vieles zu tolerieren haben, was die geliebten Einwanderer dieses wunderbaren Kontinents mitbringen. Genitalverstümmelung oder Hexenglauben und -verfolgung zum Beispiel. Was wir seit Monthy Python überwunden glaubten.

Wunderbarer Hexenwahn

9 Responses to “Leben vom schlechten Gewissen”


  1. 1 Friederich 8. Juli 2009 um 06:30

    Was heißt hier »als Chemiker arbeitet er schon lange nicht mehr«?

    Nach der von ihm selbst verbreiteten Kurzbiographie hat er nach vierzehn Jahren Studium überhaupt nie (im Beruf) gearbeitet sondern gleich sein Funktionärsdasein begonnen:

    * Geboren: 1961 in Marsassoum/Senegal, verheiratet, 2 Kinder
    * 1982-1984:Hochschulstudium, Universität Dakar (Senegal)
    * 1986-1991: Chemiestudium, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
    * 1992-1996: Promotionsstudium, Universität Halle
    * 1996-2001: Projektleiter, Eine-Welt-Haus Halle
    * Januar 2002: Empfang durch den Bundespräsidenten Johannes Rau als Anerkennung des Engagements für die Verständigung zwischen MigrantInnen und Deutschen
    * 2001-2004: Projektleiter „Interkulturelle Bildung“, DAA Halle
    * 2005-2008: Bereichsleiter „Migration und Integration“ der Jugendwerkstatt „Frohe Zukunft“ Halle Saalekreis e.V.
    * Seit Januar 2009: Leiter des EU-Projektes „Empowerment von MigrantInnen zum nachhaltigen Gelingen der Integration und zur Förderung Interkultureller Dialog“

  2. 2 Karl Eduard 8. Juli 2009 um 06:35

    Na dass passt ja.

  3. 3 Markus Oliver 8. Juli 2009 um 13:52

    Was kotzen mich diese Typen an.

  4. 4 ppq 8. Juli 2009 um 14:39

    Der Lebenslauf ist der Hammer. Nach dem Lesen des Beitrages dachte ich spontan, gucke, ein hauptamtlicher Ehrenamtlicher, was es alles gibt.

  5. 5 ppq 8. Juli 2009 um 14:41

    aber warum zum teufel hat der promoviert? oder hat er gar nicht? nur versucht? immerhin 14 jahre hat der sich an ner uni rumgedrückt. umd dann ehrenamtlich zu arbeiten. ey, man darf nicht weiter drüber nachdenken

  6. 6 pippin 8. Juli 2009 um 14:42

    Aus dem MZ-Artikel:

    „Je größer unsere Fähigkeit ist, mit Widersprüchen umzugehen, desto besser kommen wir zurecht.“

    Merkwürdig.

  7. 7 Friederich 8. Juli 2009 um 16:59

    ppq 8. Juli 2009 um 14:41

    aber warum zum teufel hat der promoviert?

    Ach Mensch, das ist doch soo einfach, da hättest Du bei etwas Meditation über die Folgerichtigkeit dieses Lebenslaufs aber auch selbst drauf kommen können: Der will natürlich der erste schwarze Kanzler werden, so richtig mit Change und Hope Yeswecan und allem drum und dran. Da macht sich die Promotion einfach besser.
    Wenn er mit Promotion nicht Kanzler wird, dann liegt es jedenfalls nicht an mangelnder Qualifikation, sondern nur daran, daß die Deutschen solche rassistischen Arschlöcher sind. Und weil die nicht so dastehen wollen, werden sie ihn wählen.
    Da können die Amerikaner sich nur noch verstecken, denn so schwarz wie dieser Kanzler ist Obama nicht annähernd.

  8. 8 Karl Eduard 8. Juli 2009 um 17:03

    Deswegen ja auch der Kampf gegen Studiengebühren. 🙂 Immerhin, 6 Sprachen und ein Migrationsaktivist der Ersten Stunde.

  9. 9 Friederich 8. Juli 2009 um 17:05

    Postscriptum:

    Abgesehen davon bietet ein Wahlkampf mit »Karamba!« natürlich ungeahnte Möglichkeiten. Das ist noch viel besser als Change und Hope und so.

    Karamba!


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