Archiv für 16. Juli 2009

Essen was da ist

Während heute verzweifelte somalische Fischer mit unserem Verständnis  über Handelsschiffe herfallen, weil es keine Fische mehr gibt, wie sie sagen,  verstehen wir heute nicht, dass damals eine deutsche Regierung wegen eines halbleeren Volksmagens dazu aufrief, Kanonen zu essen. Aber welcher satte Professor versteht schon den hungrigen Hühnerdieb? Natürlich verschweigt dieser hervorragende Film, dass Hunger immer noch ein Thema war, im  Nachkriegs-Deutschland, mussten und müssen doch immer noch Reparationen für die zugewiesene Schuld am ersten Weltkrieg bezahlt werden und das in Gold. Möglichst. Andererseits wollten die zuliefernden Agrarstaaten auch für die Lebensmittellieferungen bezahlt werden, weshalb das Deutschland unter Hitler dazu überging, Maschinen und Technik gegen Erbsen und Weizen zu tauschen. Und natürlich ist es eine Sauerei vom deutschen Staat, die Waffengleichheit zu den Nachbarn herzustellen, denn die Ruhrbesetzung, zum Beispiel durch die Franzosen, um die Eintreibung der Reparationen zu beschleunigen, spielte im damaligen Bewusstsein der Menschen nun gar keine Rolle. Weshalb sich Arbeiter auch freudig und im Sinne der Völkerverständigung von Franzosen erschiessen liessen.

In der DDR wurde regelmässig Brot an die Hühner verfüttert, gemischt mit Buttermilch, was zeigt, die DDR war antifaschistisch durch und durch. Weitere Links zum Thema:

Dann sollt Ihr Makrelen essen,  Kinderlandverschickung, Eintopfsonntag.

Christen peitschen Frauen aus

Die tränenreiche Verleumdung des Islam hat jetzt auch den TAGESSPIEGEL erreicht und ich bin entsetzt. Der Sudan, in dem die Sharia praktiziert wird, die strenge aber gerechte Gerichtsbarkeit, die sich am Koran orientiert, will Frauen in Hosen auspeitschen lassen. Anlass für den TAGESSPIEGEL, islamophob über die ganze Angelegenheit zu berichten. Angsthasen! Dabei wissen diese Frauen doch, dass sie das nicht sollen! Hosen tragen. So, wie unsere Frauen wissen, Kosmetik und Unterwäsche zu klauen ist eine Straftat und muss geahndet werden. Recht muss nun einmal Recht bleiben. Und die Scharia ist gerecht, kommt sie doch von Allah. Hat denn niemand aus der Bluttat im Dresdner Landgericht gelernt? Muss erst wieder ein Deutschrusse eine Ägypterin islamophob, und mit dem TAGESSPIEGEL in der Tasche, abschlachten? Muss es soweit kommen? Aber hier geht es um eine Journalistin und da muss dann auch ein Artikel her und das Recht verteidigt werden, Hosen zu tragen, ohne 40 Peitschenhiebe auf den Hintern zu bekommen. Ja, frage ich da, und wenn nächstens eine Journalistin beim Klauen erwischt wird, prangert ihr das auch an, dass die ein Ordnungsgeld dafür zahlt? Das Blut von Marwa S., der WEISSEN ROSE von Dresden, ist noch nicht einmal wieder aufgefrischt, vorm Kamin der Familie Otis, da hetzt der TAGESSPIEGEL zu neuen Bluttaten.

Zum Glück gibt es Kommentatoren, die durchschauen den islamfeindlichen TAGESSPIEGEL-Artikel. Zum Glück. Wie Carolina. Und alle, alle von Christen und Juden gepeitschten Frauen werden es ihr danken.

Trotzdem möchte ich den Islam-Kritikern widersprechen. Man sollte nicht den Glauben, die Religion verantwortlich machen, nur weil sie von fanatisierten Ideologen missbraucht wird. Der Islam ist nicht besser und nicht schlechter als die beiden anderen Abrahamitischen Religionen Judentum und Christentum. Es gibt im orthodoxen Judentum ebenfalls Bekleidungsregeln, die wir modernen Mitteleuropäer als höchst merkwürdig bezeichnen würden, und in fundamentalistischen christlichen Sekten möchte man die Evolutionstheorie im Schulunterricht durch die Schöpfungslehre ersetzen. Der Islam ist die jüngste dieser 3 Religionen und hat seine Zeit der „Aufklärung“ (hoffentlich) noch vor sich. Solange es dem „christlichen Abendland“ nicht gelingt, den islamischen Völkern unsere Werte-Ordnung (Gleichberechtigung der Frau, säkularer Staat, etc) als etwas Positives, Erstrebenswertes zu vermitteln, wird der islamische Fundamentalismus immer mehr Anhänger finden. Es geht vielen Muslimen um die Bewahrung und Verteidigung der eigenen Identität, für die bei muslimischen Völkern die Religion eine zentrale Rolle spielt.  Ich stelle mir bei solchen Berichten wie diesem hier immer wieder die Frage, ob es nicht eine internationale Frauenrechts-Bewegung gibt, die solchen mutigen Frauen hilft, und die man/frau unterstützen könnte.

Ja, und wer hört sie nicht, die gellenden Schreie von Frauen in westlichen Großstädten, die vor Gericht stehen, weil sie Kleidung tragen, die in unserer Kultur verpönt ist. Wie zum Beispiel Kopftuch, als Zeichen der Religionszugehörigkeit, als Staatsbedienstete zu tragen. Und die daraufhin zu vierzig Peitschenhieben verurteilt werden, zum Gaudi der Menge. Wer hört sie nicht?

Denn nichts ist dringlicher, Auspeitschungen mit dem Einhalten merkwürdiger Bekleidungsregeln zu vergleichen und dem böse Gucken, zum Beispiel beim Auftauchen einer Frau, die meint, Hygiene? Was kann hygienischer sein als ein Kopftuch oder voll bekleidet in das Schwimmbecken einer öffentlichen Badeanstalt zu springen. In Europa. Danke TAGESSPIEGEL, Danke Carolina. Wenn die losen Frauen im Sudan ihre gerechte Strafe erhalten haben, werden sie mit Schaudern daran denken, was Frauen in Deutschland passiert, wenn sie Kopftuch tragen und sie werden froh sein, so leicht davongekommen zu sein.

Böses Mädchen

Rechte immer aggressiver

Einen deutlichen Mangel an Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund, zum Beispiel Hakenkreuze schmieren oder Thor-Steinar tragen, kritisierte Berlins Polizeipräsident Glietsch. So sei die Zahl der Angriffe von Rechten auf Linke von neun auf vier zurückgegangen. Es sei zu befürchten, so der Polizeipräsident, dass all diese wunderbaren Projekte und Organisationen im Kampf gegen RECHTS plötzlich ohne Zielgruppe dastünden, womit nicht die Prominenten gemeint wären, die sich werbewirksam auf dem NETZ gegen NAZIS prostituierten, fügte er hinzu.

In warmen Worten würdigte er hingegen die Bereitschaft unserer jungen Menschen, sich den ewig Gestrigen in den Weg zu stellen, womit er keinesfalls Gregor Gysi oder Petra Pau angesprochen haben wollte.

Die Zahl antifaschistischer Abwehraktionen unter Zuhilfenahme schwerer Körperverletzungen habe sich hingegen in Berlin, der Hauptstadt der DDR, verdreifacht und das sei doch, neben all den brennenden Autos ein toller Erfolg, der zeige, Berlin ist nicht nur arm, parasitär und sexy, sondern auch Spitzenreiter im Verprügeln von Leuten mit anderer Lebensauffassung, das sich vor allem gegen das Kleinbürgertum richtet.  Aber wir wissen ja alle, fügte er hinzu, dass die NSDAP eine kleinbürgerliche Partei war. Und so etwas, Leute, die Ruhe und Frieden haben wollen und die Früchte ihrer Arbeit geniessen , die können wir in Berlin nicht gebrauchen.

Diese junge Frau erklärt derweil, warum sie gegen rechtsextreme Gewalt ist aber nicht gegen linksextreme. Aber waren wir nicht alle mal jung und brauchten das Geld?

Linke sind intolerant und undemokratisch:

Unverhältnismässig blöd

Ein halbes Jahr nach der Gaza-Operation der israelischen Armee scheint die Zeit reif zu sein, den Menschen in Europa beizubringen, die israelische Armee sei unverhältnismässig brutal gegen die Hamas, die natürlich nur Liebe und Frieden will und caritativ sein, vorgegangen und habe dabei viel Infrastruktur zerstört. Offensichtlich rechnet man mit überhaupt keiner Gedächtnishalbwertzeit der Menschen mehr.

Allerdings scheint der Krieg einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben und die Frage ist, wollen die Palästinenser das noch einmal? Hier ist Al Jazeera so, so traurig darüber, dass einfach keine Maschinen da sind, den Schutt zu beräumen. Können die arabischen Bruderländer nicht spenden? Oder wenigstens Deutschland, das, hoch verschuldet, trotzdem das Geld seiner Bürger mit vollen Schippen in den Ofen schmeisst?


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