Essen was da ist

Während heute verzweifelte somalische Fischer mit unserem Verständnis  über Handelsschiffe herfallen, weil es keine Fische mehr gibt, wie sie sagen,  verstehen wir heute nicht, dass damals eine deutsche Regierung wegen eines halbleeren Volksmagens dazu aufrief, Kanonen zu essen. Aber welcher satte Professor versteht schon den hungrigen Hühnerdieb? Natürlich verschweigt dieser hervorragende Film, dass Hunger immer noch ein Thema war, im  Nachkriegs-Deutschland, mussten und müssen doch immer noch Reparationen für die zugewiesene Schuld am ersten Weltkrieg bezahlt werden und das in Gold. Möglichst. Andererseits wollten die zuliefernden Agrarstaaten auch für die Lebensmittellieferungen bezahlt werden, weshalb das Deutschland unter Hitler dazu überging, Maschinen und Technik gegen Erbsen und Weizen zu tauschen. Und natürlich ist es eine Sauerei vom deutschen Staat, die Waffengleichheit zu den Nachbarn herzustellen, denn die Ruhrbesetzung, zum Beispiel durch die Franzosen, um die Eintreibung der Reparationen zu beschleunigen, spielte im damaligen Bewusstsein der Menschen nun gar keine Rolle. Weshalb sich Arbeiter auch freudig und im Sinne der Völkerverständigung von Franzosen erschiessen liessen.

In der DDR wurde regelmässig Brot an die Hühner verfüttert, gemischt mit Buttermilch, was zeigt, die DDR war antifaschistisch durch und durch. Weitere Links zum Thema:

Dann sollt Ihr Makrelen essen,  Kinderlandverschickung, Eintopfsonntag.

9 Responses to “Essen was da ist”


  1. 1 Friederich 16. Juli 2009 um 09:27

    Das muß man erst mal hinkriegen: Kochrezepte und Sicherung der Nahrungsmittelversorgung als Nazipropaganda darzustellen. Jetzt ist also Essen auch noch Autobahn, und so ganz nebenbei werden die Nazis, die den Eintopfsonntag erfunden haben, gleich noch zu Erfindern des Eintopfs gemacht. Wahrscheinlich haben die den etwa so erfunden wie die Amerikaner das Automobil. Jedenfalls sollte man als guter Antifaschist vorsichtshalber die Nahrungsaufnahme einstellen. Die Gefahr ist viel zu groß, was zwischen die Zähne zu bekommen, was schon mal in einem Nazikochbuch aufgetaucht ist.

  2. 2 Karl Eduard 16. Juli 2009 um 10:14

    Früher gab es keine Suppe. Bis zu Hitler. Womit die Suppenkasper die ersten Antifaschisten waren.

  3. 3 Friederich 16. Juli 2009 um 10:46

    Früher gab es keine Suppe. Bis zu Hitler. Womit die Suppenkasper die ersten Antifaschisten waren.

    Ja, einige Medien schaffen es, ein Geschichtsbild zu vermitteln, da wird selbst Margot Honecker noch blaß vor Neid (falls sie dort in Chile Spiegel-TV sieht).

    Das einzige, was ich noch nicht verstanden habe: In der durch und durch antifaschistischen DDR hat ja dann ein ganz erheblicher Teil der Schulspeisung aus Nazifraß (eben Einopf) bestanden. Mir wird noch nachträglich schlecht (besonders, wenn ich an die Schlachtabfälle in der Graupensuppe denke). War die DDR von Naziköchen unterwandert?

  4. 4 Karl Eduard 16. Juli 2009 um 10:52

    Eintopf gab es, um in uns Jung- und Thälmann-Pionieren den Hass auf Krieg und Faschismus zu festigen. Natürlich nur den Krieg, der mit dem Ziel der Unterdrückung fremder Völker geführt wurde und zur Gewinnung neuer Absatzmärkte und Rohstoffe. Der Speise- folgte streng dem Plan zur Erziehung zu allseits gebildeten sozialistischen Persönlichkeiten, die bitter weinend an die Kinder Vietnams oder in Afrika dachten, wenn sie ihre Pausenbrote in die Papierkörbe schmissen. So hart war das damals.

  5. 5 Friederich 16. Juli 2009 um 11:55

    Also wir haben überschüssige Pausenbrote immer an Angela Davis und Luis Corvalan geschickt. Und an den ermordeten Pablo Neruda auch, natürlich.

  6. 6 Karl Eduard 16. Juli 2009 um 12:23

    Darauf sind wir natürlich nicht gekommen. 😦

  7. 7 ostseestadion 16. Juli 2009 um 12:39

    da wirds ja zeit für ne ausstellung :

    Senfei ! – in der schulspeisung 🙂

  8. 8 Sobaka 16. Juli 2009 um 13:21

    Friederich 16. Juli 2009 um 11:55

    Dafür müßten Sie aber das Touristenabzeichen in Gold bekommen!!

  9. 9 Friederich 16. Juli 2009 um 14:55

    Touristenabzeichen? Den Großen Stern der Völkerfreundschaft!


Comments are currently closed.



Blog Stats

  • 2.188.910 hits

Archiv


%d Bloggern gefällt das: