Na Gott sei Dank!

Der Angriff auf einen aus Mosambik stammenden Mann vor zwei Tagen in Chemnitz war ausländerfeindlich motiviert. Das ergaben die bisherigen Ermittlungen des Staatsschutzes, teilte die Polizei am Freitag mit. Der 46-jährige Mann, der seit 26 Jahren in Deutschland lebt, war seiner eigenen Aussage zufolge von zwei unbekannten Männern im Beisein einer Frau geschlagen und getreten worden. Alle drei sollen ihn zudem beleidigt haben.

Wenigstens wird noch eine Art von Straftaten in Deutschland verfolgt, nämlich die ausländerfeindlich-islamophob motivierte. Und sogar der Staatschutz schaltet sich ein. Der aus Mosambik. Ach nein, der nicht. Sondern unserer. Früher hat die Polizei ausgereicht, die bei Überfällen ermittelt hat. Heute ermittelt der Staatsschutz. Wenn besondere Personengruppen involviert sind. Andersfarbige, Andersgläubige, allerdings nur, wenn sie zu den Überfallenen gehören, und linke Aktivisten. Auch, wenn sie zu den Überfallenen gehören. Und natürlich, wenn Kinder Hakenkreuze schmieren, dann muss auch der Staatschutz ran und Akten anlegen und befragen, so, wie das in der DDR üblich war. Denn wer nicht hören will, muss fühlen.

Was allerdings auch nicht mehr gilt, seit die Kategorie Intensivtäter eingeführt wurde und der Begriff qualifizierte Duldung. Wir sind schon Schätzchen, kann ich Euch sagen. Sollte der Anteil bunter Menschen in Deutschland zunehmen, können wir uns auf eine Justiz freuen, die nach Ansehen der Hautfarbe urteilt. Erste positive Ansätze dazu gibt es ja schon. Also wenn ein Äthiopier, der seit mehreren Jahren in Deutschland lebt und Ingenieur für irgendwas ist, betrunken mit zwei Weissen Streit beginnt, dann kommt erst einmal der Staatschutz und verschleppt die helleren Bundesbürger per Hubschrauber. Was würde das denn auch für Eindruck machen, hätte sie den dunkleren Teilnehmer an der Auseinandersetzung mitgenommen, wo wir wissen, Nichtdeutsche, die können gar nicht Täter sein. Und das ist es doch, worauf es ankommt.

Kein Fall für den Staatsschutz

obwohl ihm ja theoretisch daran liegen müsste, repräsentiert dieser Bursche im Ausland doch Deutschland. Oder?

4 Responses to “Na Gott sei Dank!”


  1. 1 vakna 18. Juli 2009 um 06:44

    Bei solchen Prügelberichten bin ich sehr skeptisch. In letzter Zeit gab es (auch in der Schweiz) zu viele Berichte von überfallenen und verprügelten, die sich nachher als erlogen herausgestellt haben.

    „Der Mann wollte am Mittwochabend Zigaretten holen, als er attackiert wurde.“

    Da kämen dann doch militante Nichtraucher in Frage.

  2. 2 Karl Eduard 18. Juli 2009 um 06:55

    Es gibt schon genug Leute, die prügeln. Erstaunlich ist doch die Ungleichbehandlung der Vorfälle.

  3. 3 Easterner 20. Juli 2009 um 12:08

    Staatsschutz? Gab es den schon immer in der alten Bundesrepubik oder ist das eine Erfidung der letzten 20 Jahre (weiss das wirklich nicht)? Und was ist der Unterschied zwischen Staatsschutz und Staatssicherheit – etwa keiner?

  4. 4 Karl Eduard 20. Juli 2009 um 14:47

    Der Staatschutz schützt den Staat und die Staatssicherheit sorgt für seine Sicherheit. 😀

    Keine Ahnung, in der Zeitung ist aber immer öfter vom Staatsschutz zu lesen. Offenbar ist der Verfassungsschutz abgelöst worden oder es ist egal, da wir ja sowieso keine haben. Nur so ein Grundgesetz als Notbehelf, bis sich das Deutsche Volk eine Verfassung gibt.


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