Sehnsucht nach der Diktatur

LPGEine Umfrage hat ergeben, immer mehr Westdeutsche sind der Meinung, dass 1989 das falsche Gesellschaftssystem aufgegeben hat. Wovon einst Walter Ulbricht, Horst Sindermann und Ulla Jelpke träumten, immer mehr Bürger aus den wirtschaftlich und gesellschaftlich  erfolgreicheren Bundesländern äussern, die Bundesrepublik Deutschland hätte sich damals der DDR ergeben sollen, statt umgekehrt. Leider waren damals die Bedürfnisse der besseren Deutschen nach Bananen, Kiwis und D-Mark befriedigt und nichts im Arbeiter- und Bauernstaat hätte sie tatsächlich gereizt, um vor das Bundeskanzleramt zu ziehen und „Reagan, Reagan“ zu skandieren. Vielleicht noch die Aussicht, sozialistisches Recht und Gerechtigkeit erfahren zu dürfen.

Nun aber, nach immer neuen Fällen, exhumierter Babys, die kinderliebe ostdeutsche Mütter in Blumenkästen und Eisschränken für die Nachwelt aufbewahrten, sehnen sich bereits 44 Prozent der Bürger aus den demokratischeren Bundesländern nach dieser Art von Kinderfreundlichkeit. Insbesondere, der Kinderfreundlichkeit, die die kleinen Erdenbürger vertrauensvoll der Obhut des Staates übergibt, um sie darin zu glühenden Sozialistinnen und Sozialisten und zum Hass auf den Klassenfeind zu erziehen, der derzeit von Thor Steinar repräsentiert wird, jederzeit aber von den zionistischen Blutsäufern abgelöst werden kann.

Schon 52 Prozent von ihnen glauben, Mangel an den „Tausend kleinen Dingen“, wie in der DDR, befördere den Gemeinschaftssinn, was sie als nacheifernswerte Tugend ansehen, den Mangel. Durch den Ausfall der Gewerbesteuer wird dieser aber weitere Fortschritte machen. Vor allem in Städten und Gemeinden, die ein übermässiges Einwandererklientel auszuhalten haben. In jeder Beziehung.

Hilfsbereitschaft hat mit 42 Prozent noch erheblichen Nachholebedarf, allerdings wurde in der Umfrage nicht geklärt, ob  42 Prozent der Bürger in den demokratischeren Bundesländern bereits  Hilfe vom Staat annehmen, sie erwarten, oder sich einfach nur wünschen, der Staat wäre bereit, ihnen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen von mindestens 2000 € zu helfen, ihren Hobbys sorgenfrei nachzugehen.

Was es in der DDR nie gab, wie auch kein Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe, weil in der DDR jedermann zu arbeiten hatte. Was den neuen Asozialen, die mit Ströbele durch die Gegend ziehen, um Unternehmen zu zerstören, nicht ganz klar zu sein scheint.  Diese ARBEITSPFLICHT. Unklar ist auch, ob sie bereit sind, selber Hilfe zu leisten, zum Beispiel die Rentnerin über die Strasse zu geleiten oder nach Art von Timur und seinem Trupp Holz zu hacken und Wasser zu holen. Gefragte Fertigkeiten in einer Kohle- und atomstromfreien Zukunft.

43,7 Prozent der jungen Menschen in den Bundesländern, die die Demokratie erfunden haben, halten das niedrigere Lebens- und Lohnniveau in den Bundesländern jenseits des ehemaligen eisernen Vorhangs für attraktiver und wünschten sich, sie würden eher in Klein-Machnow leben oder Teterow als in München oder Frankfurt. Am Main. Gehindert würden sie nur daran, in Klein-Machnow oder Teterow zu leben, durch die hohen Umzugskosten und die gestiegenen Bahnpreise. Sonst hielte sie nichts davon ab, ostdeutscher Bescheidenheit nachzueifern.

Bestürzend ist allerdings die Tatsache, dass sich ein Grossteil der jetzt 55jährigen immer noch an die Bananen greifenden Ostdeutschen erinnern kann, die genau das Gesellschaftssystem um eine Handvoll D-Mark  zerstörten, das heute, in der verordneten Erinnerung der jungen westdeutschen Demokraten, immer attraktiver wird. Hier ist die gleichgeschaltete Presse besonders gefragt.

Alles in Allem muss man jedoch sagen, die westdeutschen Genossen sind Dank unserer Partei und Staatsführung auf dem richtigen Wege. Weiter so.

Arm aber Sexy

„Hineinwursteln in den Tag ohne politische und ökonomische Konzeption, was die Zukunft des Landes betrifft…“

9 Responses to “Sehnsucht nach der Diktatur”


  1. 1 Blond 20. Juli 2009 um 07:39

    Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten
    sagte … Walter Ulbricht … zwei Monate vor dem Bau der Berliner Mauer, indem er am 15. Juni 1961 auf die folgende Frage der westdeutschen Journalistin Annamarie Doherr antwortete:
    „Ich möchte eine Zusatzfrage stellen. Doherr, Frankfurter Rundschau. Herr Vorsitzender, bedeutet die Bildung einer freien Stadt Ihrer Meinung nach, dass die Staatsgrenze am Brandenburger Tor errichtet wird? Und sind Sie entschlossen, dieser Tatsache mit allen Konsequenzen Rechnung zu tragen?“
    Ulbricht antwortete darauf:
    „Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR dazu mobilisieren, eine Mauer aufzurichten. Mir ist nicht bekannt, dass eine solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!
    Ulbricht war damit der erste, der den Begriff Mauer in diesem Bezug verwendete.
    Aus WIKIPEDIA – gefluegelte Worte „N“

  2. 2 Schwarzmaler 20. Juli 2009 um 15:07

    Sich unterzuordnen, zu gehorchen, Befehle zu befolgen, strikt nach Anweisung zu handeln, nicht selbst denken müssen – es gibt so Menschen, die in einer Diktatur glücklicher wären. Wir sollten nicht glauben, Demokratie sei ein Segen für Jeden. Gefühlt waren in meinem Umfeld etwa ein Drittel bis die Hälfte zufrieden mit ihrer kleinen Diktatur DDR. Und auch im Westen kenne ich mindestens Einen, der totunglücklich damit ist, selbst Verantwortung zu übernehmen und selbständig im Job zu handeln. Demokratie und Freiheit müssen immer wieder neu verteidigt werden.

  3. 3 Wilhelm Entenmann 20. Juli 2009 um 15:27

    Alles Banane?

    Ebenso wie die „Zonen-Gaby“ einst keine Ahnung von Bananen hatte, haben heute die Westdeutschen eben keine Ahnung darüber, wie sozialistische Bananen aussahen (Beweisbild hier). 😉

  4. 4 Karl Eduard 20. Juli 2009 um 15:43

    Deswegen ist der Islam ja auch die ideale Religion. Vor lauter Regeln kommt man zu gar nichts mehr. Und dann die ständig wechselnden Fatwas, was man alles tun darf und was nicht. Einfach ideal für einfache Gemüter.

  5. 5 ostseestadion 20. Juli 2009 um 16:28

    die wichtigste fatwa wechselt nicht.
    Flöhe und Quastenflosser vor dem Morgengebet nicht beschimpfen !

    Fremdenfeindlicher Anschlag auf Deutschen Touri in Ankara.
    23 Deutsche Staatsanwälte , 1 Kuntzelbandslerin und 2 Zentralratsvorsitzende mit chartermaschine in richtung türkei abgeflogen.

    Wer war dies jahr noch nicht in urlaub?
    a new geheimtip was born….

  6. 6 tomcat 20. Juli 2009 um 16:52

    Zonen-Gaby weiß aber, wie eine „Mecklenburger Ananas“ aussieht. Der Westdeutsche sollte sie nicht beim Obsthändler suchen.

    http://tinyurl.com/ns5kpk

  7. 7 Wilhelm Entenmann 20. Juli 2009 um 17:32

    @tomcat

    Danke, die „Mecklenburger Ananas“ ist mir bislang nicht bekannt gewesen und trifft voll meinen „Geschmack“. 😉

    Vielleicht sollte man dies Gemüse im Rahmen eines Speiseplanes zur Bewusstmachung dessen verwenden, was Sozialismus bedeutet(?):
    Mittagessen: Mecklenburger Ananas
    Abendessen: Steckrübe

  8. 8 tomcat 20. Juli 2009 um 19:05

    …und zum Früstück gibt`s Brötchen mit Rübensirup!

    Aber mal im Ernst: Die Gurke als DDR-Banane zu bezeichnen ist, wenn ich mich richtig erinnere, falsch. Grüne Gurken waren auch eine Rarität. Ich kenne sie aus unserem OGS Laden als 250 g Packung: in Scheiben geschnitten, tiefgekühlt, nach dem Auftauen matschig – zu verwenden als Gurkensalat.
    In dieser Form gab es gelegentlich auch auch Pfirsiche. Der Unterschied zu den Gurken war, dass sie nicht in Scheiben geschnitten, sondern gleich matschig waren.

    Wer einen richtigen Pfirsich essen wollte, musste ein Glas Mischobst kaufen, den einzigen Pfirsich essen und die Pflaumen wegschmeißen.

  9. 9 Karl Eduard 21. Juli 2009 um 04:30

    Immer diese Horrorstorys. Dank eines relativ grossen Gartens bei den Großeltern kann ich über eine Obst- und Gemüselose Zeit nicht klagen. Allerdings sah die Versorgung durch den Einzelhandel relativ karg aus. Das kann sich kein Wessi vorstellen und die nachgewachsenen Ossis auch nicht. Deswegen sind sie auch alle wild darauf, den Mangel selbst zu erleben. Das ist wie HARTZ IV mit bedingungslosem Grundeinkommen von 2000 €, nur dass die einem nichts nützen, weil die Ware fehlt.

    Denen feht die wunderbare Märchenwelt des DDR-Rundfunks, die Sonntagfrüh wiederholt wird. Letztens, bei den Eltern, ich hab ja kein Radio mehr, lief „Das Herz des Piraten“ von Benno Pludra. Da war die Schokolade alle in der Konsumverkaufstelle. Aber die Verkäuferin hatte noch drei Täfelchen unterm Ladentisch gebunkert. DAS ist das Gemeinschaftsgefühl und die Hilfsbereitschaft, wonach sich die Deppen sehnen. 😉


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