Archiv für 27. Juli 2009

Neuerlicher Fall von Islamophobie

Nigeria kann so viel von Deutschland lernen. Zum Beispiel, dass Islam ganz, ganz friedlich ist, auch so heisst und es nichts fortschrittlicheres und besseres gibt, als ihm überall Moscheen zu bauen, damit er aus den Hinterhöfen kommen kann, wo er unverstanden und ein wenig schmollend vor sich hindämmert, um dann aus Enttäuschung Polizeistationen anzugreifen. Dem beugt der kluge Bundesinnenminister vor, in dem er sogenannte Islamkonferenzen veranstaltet, um die Anführer der deutschen Taliban(Koranschüler) so mit Keksen und Kaffee zu mästen, dass sie zu faul und zu träge sind, selbiges zu veranstalten. Also Polizeiwachen anzugreifen. Und ausserdem können das unsere Linkssozialisten auch alleine.

Vor lauter Enttäuschung, was man ja verstehen kann, über den fehlgeschlagenen Sturm auf eine Polizeiwache, berichtet Aljazeera, durch  eine muslimische Gruppe,  70 Mann, bewaffnet mit Gewehren und  Handgranaten, machten sich die aufgebrachten Verlierer daran, einen hübschen Aufstand anzuzetteln, in dessen Ergebnis es 42 Tote gab. Die 70 Demonstranten, die nach Berichten deutscher gleichgeschalteter Medien friedlich protestiert hätten, hätten sie berichtet, wollen die Scharia für Nigeria durchsetzen, dieses wunderbare Rechtssystem, das auch in Deutschland schon zu Teilen etabliert ist und völlig ohne bewaffnete Aufstände.

Aber was so wunderbar zu unserer Rechtsordnung passt, wie die Scharia, sollte das nicht auch für Nigeria taugen? Nigeria wehrt sich dagegen aus unerfindliche Gründen. Wohl, weil ihm die klugen deutschen Köpfe fehlen, die erklären, wie die rechtliche Ungleichbehandlung der Frau in der Scharia zum Artikel 3 des Grundgesetzes passt. Zum Beispiel. Aber solche begründeten ausgelassenen Demonstrationen brauchen nicht sein. Man muss den berechtigten Forderungen der Muslime  einfach nur nachgeben.

So wie das Praxis bei uns ist. Und was sind schon 40 Peitschenhiebe für eine Frau wegen des Tragens von Hosen? Ein Klacks. Das sitzen die doch mit der halben Pobacke ab, sobald die wieder verheilt ist. Oder Steinigung des Vergewaltigungsopfers. Das sieht sich beim nächsten Mal garantiert besser vor und zieht sich züchtiger an. Und, mit Burka würde so etwas nicht passiert sein. Ausserdem wissen wir ja, wir haben gelehrte Professoren, die würden es nie, niemals so weit kommen lassen. Also mit Steinigen und Handabhacken. Ja, ja, das würden die tun, das zu verhindern. Wirklich. Und falls nicht, dann können wir uns bei ihnen beschweren. „Also Herr Professor, Sie haben uns doch versprochen, in Deutschland würde es so etwas nicht geben.“ Ja, das könnten wir dann und es würde uns helfen. Sicher.

Aber nicht nur Afrika kann von Deutschland lernen. Nein, auch umgekehrt. Albinos helfen in Afrika nämlich gegen allerlei Krankheiten und das Schöne daran ist, man muss sie nicht erst lange in Laboratorien entwickeln. Was die Medikamentenkosten extrem senken würde, die sowieso nur von den Pharmakonzernen produziert werden, um Profite zu machen. Auch ein Grund, warum die EU mindestens 50 Millionen Afrikaner nach Europa holen will. Sie hofft, darunter sind Mediziner, wie der nun verhaftete, der im Dienste der Gesundheit, Albinos fing, sie tötete und pillengerecht an die Hausärzte verkaufte. Eine alternative Heilmethode, die wir unbedingt übernehmen sollten. Wo wir Deutschen ja begeistert sind, von alternativen Heilmethoden und von der Schulmedizin nichts mehr halten, da müssen es Masernpartys sein, Bachblüten, warum nicht auch getrocknete Albinoohren? Je barbarischer, desto besser.

Wenn Ulla Schmidt die Trauerzeit über ihren verschwundenen Dienstwagen hinter sich gebracht hat, wird sie sich sicherlich auch mit den Vorteilen beschäftigen, die der Einsatz von Albinos im Kampf gegen die Schweinegrippe bringen wird. Bestimmt.

Albinos auf Rezept

Wir Barbaren

Der Deutsche Gewerkschaftsbund(DGB) nennt die deutschen Gesetze, die den Aufenthalt von Ausländern in unserem Land regeln barbarisch. Na bitte. Jetzt wissen wir, dass wir in einer Barbarei leben. Was laut Wkipedia bedeutet, ungezügelte Roheit. Also Gesetzlosigkeit. So wie im Sudan vielleicht oder im Jemen, wo Angehörige einer anbetungswürdigen Religion umherreiten oder auch zu Fuss gehen oder mit dem Dienstwagen fahren und nur so Menschen umbringen. Oder da, wo sie Albinos verhackstücken, weil sie zur Volksgesundheit beitragen. Naja, jeder hat seine Assoziationen.

In Cottbus soll eine wunderbare Familie von Schwarzen zum 12. August Deutschland verlassen. Sie waren bisher nur geduldet, das heisst, von Anfang an haben die Behörden des Staates gesagt, es gibt keinen Grund, warum Ihr prächtigen Menschen hier sein solltet aber wir werden mal Eure Gründe prüfen. Zudem hat der Vater seinen Herzenswunsch niedergeschrieben, zurück nach Afrika zu wollen. So schnell wie möglich. Damit er hier geduldet wird, samt Frau und Kinderlein. Das Prüfen hat nun ein Ende. Und der Herzenswunsch von Jean Mpaka Manuel kann sich endlich erfüllen. Es liegt kein Grund mehr vor, in Deutschland zu sein. Für die Behörden.

Für die „Cottbuser Familie“ schon. Zwei Kinder und der Vater haben gesundheitliche Probleme. Henoc Mavinga (4) ist krank. In der schriftlichen Einschätzung der behandelnden Kinderärzte heißt es: Verdacht auf Thalassämie. Das ist eine Blutkrankheit, die eine tägliche Behandlung mit Medikamenten notwendig macht. „In Afrika ist das nicht möglich“, sagt Jean Mpeka Manuel. Er fürchte um das Leben seines Kindes.

Aber hier, in Deutschland, gibt es das Medikament und auch umsonst für den Empfänger und das sollte doch wohl Grund genug sein, dass Du, ich, er, sie, es, morgens aufstehen, zur Arbeit fahren, den Tag über produzieren oder Dienstleistungen erbringen und mit dem erarbeiteten Geld diese Familie, die ein prima Beispiel für gut funktionierende Integration ist, wie ein Sozialarbeiter bescheinigt, jeden Tag mit Essen, Kleidung, Wohnung und kostenfreier Arzt- und Medikamentenbehandlung zu versorgen. Wie schon seit 7 vollen Jahren. Da wird ein schöner Betrag an Euros zusammengekommen sein. Nicht?

Mutter Sendo Hortance Mavinga streichelt Henoc sanft über den Kopf. Für sie sei das alles wie ein böser Traum, der nicht vorbei gehen will. Sie kann nicht begreifen, warum ihre Familie aus dem Land geschafft werden soll: „Wir haben uns doch nichts zu Schulden kommen lassen. Warum dann diese Strafe?

Ja. Warum? Und das ist ein weiterer Grund, diese Familie wieder nach Afrika zu schicken, in das jährlich begeisterte deutsche Touristen und Aufbauhelfer fahren. Cottbus müsste dann zwar auf einen hoffnungsvollen Schwarzen verzichten, der für Energie Cottbus die Tore macht. Aber wer nicht begriffen hat, und auch nach 7 Jahren Aufenthalts immer noch nicht begreift,  dass er von Anfang an nur vorübergehend hier bleiben durfte, wie es übrigens auch der DGB nicht begreift, bei dem kann man eigentlich nicht von integriert sprechen. Auch wenn er die deutsche Sprache inzwischen kann. Und sehen wir es mal so, 7 x 365 Tage hatte die Familie Zeit, etwas Nützliches für Afrika zu lernen, für die Rückreise. Die Erfüllung des Herzenswunsches von Jean Mpaka Manuel, der sich freilich nicht mehr daran erinnert, jemals so ein Papier unterschrieben zu haben. Der Jüngste, wie man Fussball spielt und Vater und Mutter wie man Wasser trägt und Holz sammelt. Sollte das Afrika vorenthalten werden, diesem aufstrebenden Kontinent? Ich glaube nein.

Übrigens, ich finde die Bestimmung, in Park- und Halteverbotszonen nicht zu parken, auch ziemlich barbarisch und jedesmal, wenn  wenn ich dafür zahlen soll, dann frage ich mich, warum ich dafür bestraft werde, im Halteverbot zu parken. Und natürlich gibt es viele Cottbuser Familien, die sich dafür einsetzen, dass diese Leute noch möglichst lange von ihnen leben können. Und das finde ich sehr solidarisch. Vor allem, weil sie den Aufenthalt dieser bestraften Menschen nicht aus eigener Tasche zahlen werden, sondern auf alle Cottbuser Schultern verteilen und die Angehörigen der Krankenkasse, die Arzt- und Medikamentenkosten übernehmen werden, sollte die Familie bleiben. Was ja der Grundgedanke der Solidarität ist. Gutes tun auf Kosten Anderer. Wovon auch der DGB überzeugt ist, das sei nicht barbarisch. So ist das eben.

Heim ins Voodooland


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