Gegen den Sklavenhandel seit 1831

map-slave-tradeDeutsche Staaten entschieden sich schon früh, etwas gegen die Sklaverei zu unternehmen, insbesondere dadurch, den Transport von Sklaven durch deutsche Schiffe aus Afrika zu unterbinden. Da es mit einer eigenen Marine recht dürftig aussah, wurden englische Kriegsschiffe ermächtigt, deutsche Schiffe zu durchsuchen.

… Alle deutschen Schiffe, welche auf den Stationen von Amerika oder Afrika durch die Kreuzer der vertragschließenden Teile in Beschlag genommen werden sollten, sind nach Cuxhaven zu führen und durch die Behörden der dortigen Jurisdiktion desjenigen deutschen Staates zu überliefern, welchem der Heimathafen des Schiffes angehört. Wenn aber an Bord eines solchen Schiffes im Augenblick seiner Beschlagnahme Sklaven vorgefunden werden, so ist das Schiff zuvörderst, um die Sklaven abzusetzen, in denjenigen Hafen zu führen, wohin es, wenn es unter englischer Flagge gefahren wäre, geführt worden sein würde, um vor Gericht gestellt zu werden. Demnächst ist das Schiff nach Cuxhaven zu führen und der dortigen deutschen Jurisdiktion, wie oben vereinbart, zu überliefern. …

An den internationalen Verträgen zur Unterdrückung des Handels mit afrikanischen Negersklaven waren von den deutschen Staaten bisher nur Preußen und die Hansestädte beteiligt und zwar:

Preußen als Mitkontrahent des zwischen ihm, Großbritannien, Frankreich, Rußland und Österreich abgeschlossenen und von allen diesen Staaten mit Ausnahme Frankreichs ratifizierten Vertrages (Preuß. Ges. – Sammlung von 1844, Seite 371)

und die Hansestädte durch ihren mittelst Konvention vom 9. Juli 1837 erklärten Beitritt zu dem unterm 30. November 1831 und 22. März 1833 zwischen Großbritannien und Frankreich abgeschlossenen Verträgen. …

Vertrag zwischen dem deutschen Reiche und Großbritannien

Ich weiß nicht, ob man so etwas auch heutzutage in der Schule erfährt oder ob man nur von weißen Kolonialisten liest, die Afrika entvölkerten, weswegen wir nun die Afrikaner bis in alle Ewigkeit entschädigen werden.

6 Responses to “Gegen den Sklavenhandel seit 1831”


  1. 1 Prosemit 25. August 2009 um 09:52

    Gut dass Karle Eduard solche Quellen abseits des Mainstrems in dem Blog zeigt. Danke!

    Als Anfang des 19. Jahrhundert die Sklaverei weltweitin Europa und den USA geächtet wurde und den Nordafrikanischen Barbaren ihre Grenzen aufgezeit wurden, wanderten noch über ein Jahrhundert die Sklavenkarawanen in die Länder des weltoffenen und märchenhaften Islam. Bis heute…

  2. 2 Prosemit 25. August 2009 um 10:29

    Ich weise gerne noch einmal auf das interessante Buch von Susan Schwarz hin :

    „Slave Captain : The Career of James Irving in the Liverpool Slave Trade“

    Es gibt übrigens die ganz interessante Theorie, dass die frühe Industrialisierung Liverpools durch die „arbeitslos“ gewordene, aber wohlhabende Sklaventransportindustrie angeleiert und finanziert wurde.

  3. 4 Schwarzmaler 25. August 2009 um 15:07

    Faszinierend. Hätte nie geglaubt, daß Deutschland und England derart zusammengearbeitet hätten. Übrigens, wir leben in seltsamen Zeiten, in denen es jemandem wie mir leichterfällt, den englischen Text in moderner Schrift zu lesen denn den deutschen Text in Fraktur.

  4. 5 netzwerkrecherche 25. August 2009 um 16:13

    „…des Handels mit afrikanischen Negersklaven…“

    Bei allem Antisklavismus – diese sprachliche Menschenverachtung ist politisch inkorrekt!

    Heute sind wir da viel weiter, als zur Zeit von Alabamas Baumwollpflücker: Die Neger heißen Afro-Europäer und pflücken in Spanien besonders billig die Tomaten für die politisch korrekten Supermarkt-Europäer.

  5. 6 Karl Eduard 25. August 2009 um 16:38

    Ja, damals hatten die Leute noch lange Beinamen.


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