Archiv für 19. September 2009

Der Krimkrieg

… Die eigentliche und tiefer liegende Ursache des Krieges war jedoch der innere Zerfall des osmanischen Reiches, das von vielen Medien der Zeit als Kranker Mann am Bosporus persifliert wurde. Russland sah darin eine Chance, seinen Machteinfluss in Europa stärker geltend zu machen und insbesondere einen Zugang zum Mittelmeer und zum Balkan zu bekommen. Die osmanische Herrschaft auf dem Balkan schien gefährdet und Russland drängte darauf, die Kontrolle über die wichtigen Meerengen des Bosporus und der Dardanellen zu erhalten. Bereits früher hatte der russische Zar vergeblich versucht, die Regierungen Österreichs und Großbritanniens für eine Aufteilung des Osmanischen Reiches zu gewinnen. England und Frankreich sperrten sich aber gegen diese russische Expansion. Sie wollten nicht, dass die Schlüsselpositionen in russische Hände fielen und unterstützten die Osmanen, um den Status quo zu erhalten und damit ihre eigene Machtposition in Südosteuropa an den osmanischen Grenzen zu sichern. In der sogenannten Orientalischen Frage über Sein oder Nichtsein des Reiches waren sie der Meinung, dass das Osmanische Reich, das in jener Zeit noch immer eine gewaltige Ausdehnung besaß, erhalten werden müsse. Sein Zusammenbruch hätte ein Machtvakuum verursacht. Für Großbritannien, dem zu der Zeit wichtigsten Handelspartner des Osmanischen Reiches, ging es außerdem darum, die Verbindungswege nach Indien zu kontrollieren und die Vormachtsbestrebungen Russlands in Asien zu unterbinden (The Great Game).

Schon damals haben also geistig völlig verwirrte westliche Politiker den Islam hofiert und die Befreiung der Völker auf dem Balkan von dieser kranken, gewalttätigen Religion verhindert. So wie sie das immer noch tun.

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Arbeit beleidigt den Zentralrat

Stephan Kramer ist wieder da und das Universum verfällt in ehrfürchtiges Schweigen. Vergessen ist das Sonnenmädchen Anne Frank, dessen Platz Kramer seit längerem eingenommen hat, um, statt in seinem Tagebuch zu philosophieren, uns täglichst aufs neue mit moralischen Empörungen zuzutexten, bis auch der letzte Deutsche aus Verzweiflung Jude geworden ist, wie Kramer selbst und sich damit Holocaustopfer und moralische Instanz nennen kann.

Zweimal hatte Harald Schmidt den Begriff Arbeit in seiner letzten Sendung verwendet, als gesprochenes und geschriebenes Wort aber einmal war schon zu viel! Was werden die toten und ermordeten Juden sagen, wenn sie das Wort Arbeit hören? Was wird Anne Frank sagen? Was werden die toten und ermordeten Juden sagen, deren Wege wir mit Gold pflastern, damit wir drüber stolpern?

Wir wissen es nicht aber Stephan Kramer weiß es. Empört werden sie sein! Weinen werden sie. Ja, Anne Frank wird ganz, ganz traurig sein, wenn wir nicht die Worte Arbeit und Frei ganz schnell aus unserem Sprachschatz streichen. Und das dürfte kein Problem sein, denn wenn ein guter Mensch, wie Kramer, weint, dann liegt uns nichts mehr daran, als seine Tränchen zu trocknen und Besserung zu geloben. Bis zum nächsten Male, wo der Mann auftritt und vorgibt, für die ermordeten Juden zu sprechen. Und das kommt mit Sicherheit.

Freiheit und Arbeit müssen verschwinden

Wird Harald Schmidt nun auf Verlangen Stephan Kramers inquisitioniert, des neuen Torquemada, der mit dem Holocausthammer lauert,  um uns 64 Jahre nach demselben weiter auf den Senkel zu gehen oder darf er weiter den Hofnarren geben in den Nachfolgeanstalten des Reichssenders Paul Nibkow?

Schni schna Schnappi

Bevor die weiße Frau ihr letztes bischen Verstand verlor, trug sie Schuhe, gefertigt aus der Haut exotischer Geschöpfe, ohne sich die Nacht mit Gewissensbissen wegen der Strauße oder Krokodile um die Ohren zu schlagen. Das freilich zwang die Afrikaner dazu, weiter in völliger Stumpfsinnigkeit zu verharren, die nur unterbrochen wird, wenn sie ein Nachbardorf überfallen, um die Bewohner sämtlichst niederzumachen. Seither tragen weiße Frauen solche Schuhe nicht mehr und die Afrikaner kommen auf Flößen zu uns, weil wir Bedarf an Facharbeitern haben, die wissen, wie man mit einer Machete kunstgerecht Arme und Beine amputiert oder Frauen zu Frühgeburten verhilft. Wofür wir wirklich dankbar sind.

Schuhe

TREMONIA, WESTDEUTSCHE VOLKSZEITUNG, Dortmund, Freitag den 7. Mai 1937

Katholische und ordentliche Mädchen gesucht!

Zu finsteren Zeiten war es üblich, überflüssige Esser in andere Familien abzuschieben, die sich das leisten konnten, gegen Kost, Logis und ein kleines Taschengeld Mädchen oder junge Frauen aufzunehmen. Meine Mutter hat das auch noch mitgemacht und sich wie in Familie gefühlt. Die Abkürzungen entsprechen dem Anzeigentext. Ach, anrufen ist übrigens sinnlos. Die Stellen dürften lange vergeben sein. Ungeheuerlich aber, daß damals immer Mädchen und Frauen gesucht wurden, die Hausarbeit konnten. Qualifikationen wie, Resolutionen auszuarbeiten, Versammlungen einzuberufen, mit Pappschildern aufgeregt Sprüche zu deklamieren oder Unterwäsche effektvoll zu verbrennen, waren kaum gefragt.

16 – 17 jähriges Mädel aus nur ordentlich. Hause für kleinen Privathaushalt sof. gesucht. Attendorn in W. Postfach 60, Telefon 578.

Hier wird nicht das ganze Mädchen gesucht, sondern nur drei Viertel von ihr. Vampyr sollte sie auch nicht sein. Aber guten Leumund haben, wie , frißt nicht den Yogurt aus dem Kühlschrank, wenn die Herrschaft außer Haus ist.

3/4 Tagesmädchen od. junge Frau mit gutem Zeugniss. sofort gesucht. Patzig, Dortm. Schönhauser Str. 28, Nähe Düsseldorfstr.

Die Familie hat die Nase voll von Essen auf Rädern und offeriert gute Behandlung. Die Interessentin muß also nicht in den Keller, wenn es mal nicht schmeckt.

Kathol. Mädchen gesucht für Haushalt mit 5 Räumen und 3 Personen in Dortmund. Antritt sofort oder baldigst zum 1, Juni. Waschfrau vorhanden. Gute Behandlung. Vorkenntnisse im Kochen erwünscht. Näheres durch Offerte unter D 6298 an die Geschst. der Ztg. Tremonia, Dortm.

Denken die Leute mal an andere, wenn sie heiraten? Nein! So ist der einen Freud der anderen Leid. Erfahrenes Mädchen gesucht!

Wegen Heirat des jetzigen erfahrenes Mädchen  für gepflegt 3-Pers-Haushalt. Dortmund, Bäumerstrasse 4, part.

Wo ist Mary Poppins? Offenbar waren die früher in größerer Anzahl unterwegs. Und sogar mit Zweitmädchen, als Reserve. Falls eines kaputt geht. Offensichtlich ein Schnäppchen.

Für mein. Geschäftshaushalt suche ich zum 1.6.37 ein in allen Hausarbeiten erfahrenes Mädchen möglichst nicht unt. 25 Jahren. Zweitmädchen vorhanden. Guter Lohn und Behandlg zugesichert. Angeb. unter D 6537 an die Geschst. der Ztg. Tremonia in Dortmund.

Abschiebung 1937, eine typische Aschenputtelgeschichte. Mit 14 schon ranklotzen und Stroh zu Gold spinnen oder so. Welche Familie hat Freude an Experimenten?

Suche f. meine Tochter, 16 Jahre, welche  2 Jahre im Haushalt tätig war, eine Stelle im kath. Haushalt, wo sie sich im Kochen weiter ausb. kann. Tascheng. erwünscht. Off. u. D 1368b an die Ztg. Temonia, Dortmund

TREMONIA, WESTDEUTSCHE VOLKSZEITUNG, Dortmund, Freitag den 7. Mai 1937

House Cleaning Blues

Tagespresse

Nicht voll deutschblütige Reichsbürger

Im Einvernehmen mit dem geheimen Staatspolizeiamt hat der Reichskulturverwalter Hinkel in seiner Eigenschaft als Sonderbeautragter für die Überwachung der im deutschen Reichsgebiet geistig und kulturell tätigen Juden und sonstigen Nichtarier den Rechtsanwalt Rittmeister a.D. Lesser als Leiter der neugegründeten „Vereinigung 1937 der nicht voll deutschblütigen Reichsbürger“ bestätigt. Mit Zustimmung des Reichskulturwalters Hinkel leitet Kapellmeister Sandor die kulturelle Betätigung dieser neuen Organisation, während der Vorsitzende die übrige Arbeit der Vereinigung, namentlich auf sozialem Gebiet, selbst betreut. Der „Vereinigung 1937″ können neben sog Vierteljuden unter bestimmten Voraussetzungen – Frontkämpfer, politische Zuverlässigkeit usw – auch Halbjuden angehören. Die Geschäftsstelle der Vereinigung 1937“  ist in Berlin-Halensee Kurfürstendamm 110.

Der „Paulusbund“ in dem die getauften Voll-, Halb- und Vierteljuden zusammengeschlossen waren, hat in dieser Form zu existieren aufgehört. Alle 50 prozentigen Juden (soweit sie nicht die eben erwähnten Voraussetzungen erfüllen und deshalb der „Vereinigung 1937“ nicht angehören können) und alle mehrprozentigen Juden gehen in den Reichskulturbund der Volljuden über.

TREMONIA, WESTDEUTSCHE VOLKSZEITUNG, Dortmund, Freitag den 7. Mai 1937

Singen für den Absatz


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