Archiv für 5. Oktober 2009

Vorurteile

Da hat doch die interkulturelle Woche stattgefunden und ich habe es verpaßt! Ziel dieser Wochen ist es, Vorurteile abzubauen, gegen unsere buntgefärbten Schwestern und Brüder aus dem Herzen der Finsternis. Nur welche? Statt dieser nicht genannten Vorurteile, gegen die es periodisch anzukämpfen gilt, sehen die erstaunten Menschen von Halle musizierende, backende und kunsthandwerkernde Menschen und das machen die also die ganze Zeit über? Dafür sind sie  hergekommen, um lecker Essen zu kochen, zu musizieren und zu kunsthandwerkern?

Der colorierte Herr auf der Bühne ist übrigens Karamba Diabi,  einer der großartigen Facharbeiter, den die deutsche Wirtschaft so braucht und der mustergültig integriert ist. Weil er Deutsch spricht.  Und was heißt, er war wahrscheinlich, seiner Vita nach, bisher noch nie produktiv tätig. Im Sinne von Wertschöpfung.

Das ist aber keine Schande in Deutschland und noch weniger ein Grund, Hunger zu leiden oder auf der Straße zu wohnen. Im Gegenteil. Und das ist doch einfach eine tolle Sache oder? Daß wir in einem Land leben, in dem die einen arbeiten, damit die anderen essen können. In der DDR wäre das nie möglich gewesen und für diese Veränderung sollten wir alle dankbar sein.

Fröhlich sein und Singen

Sagen und Legenden

Ach, jetzt wird doch wieder allerorten von friedlicher Revolution gefaselt. Ja, genau von der 1989. In einem unbekannten Land vor unserer Zeit, als jeder Arbeit hatte und ein Einkommen und seine kleine private Nische, in die der Stasi nicht hineinguckte, wenn der Bürger keine Zweifel am Sieg des Sozialismus laut und regelmässig artikulierte.

Alles ein Schmarren. Die Wahrheit ist nämlich, der Arbeiter- und Bauernstaat hat kapituliert. Er hat aufgegeben. Er hat sich nicht mehr verteidigt. Die Genossen hatten tatsächlich die Vorstellung, sie könnten doch nicht auf ihre Menschen schießen lassen. Verprügeln ist o.k., Einsperren ist o.k. aber nicht erschießen.

Sie waren wirklich der Ansicht, sie gehörten dazu. Zum Volk. Und deshalb schreckten die Generale davor zurück, einen Einsatz der Armee überhaupt ernsthaft zu diskutieren, um den Arbeiter- und Bauernstaat vor den Arbeiter und Bauern zu schützen. Was ihnen heute manche noch nicht verziehen haben. Auch von der Opposition.

Die Staatsmacht zog sich also vom Spielfeld zurück und die Intellektuellen, die Umweltschützer, Freikirchler, Schriftsteller, Musiker, Theatermacher, Posaunisten und Dirigenten übernahmen den Platz, nicht die Arbeiter und Bauern übrigens. Und es begann eine Zeit der Konferenzen. Runder Tisch nannte man die, an denen die Kapitulationsbedingungen verhandelt wurden. So, wie es heute diese, ähm, Islamkonferenzen gibt, wo auch der Staat stückweise Zugeständnisse macht, völlig friedlich.

Und ich bin davon überzeugt, so etwas, wie 1989, wird sich in ähnlicher Form nicht wiederholen, also daß das Volk auf die Straße geht und die Regierung sich fragt, warum ihr Volk plötzlich sauer mit ihnen ist, keinesfalls. Denn im Gegensatz zum Politbüro der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands sind unsere Volksvertreter alle demokratisch gewählt und als echter Demokrat weiß man, gewählt ist gewählt, mag draußen die Welt auch untergehen, die Legitimation, das Volk zu verschaukeln bleibt.

Und das ist ja das Schöne an ihr, der Demokratie. Vier Jahre herrschen, egal was kommt. Ohne Verantwortung und ohne etwas hinterher verantworten zu müssen. Besser hatten es Roms Diktatoren auch nicht. Und die waren nur Diktatoren!

… einmal ist er aus der Ofen

Abgekreuzt und eingesargt

Nach dem sich Dominik Brunner, in völliger Verkennung bundesrepublikanischer Rechtsverhältnisse schützend vor Schüler gestellt hatte und dafür zu Tode geprügelt und getreten wurde, wurde ihm jetzt posthum das Bundesverdienstkreuz überreicht.  Er hat sich also um die Bundesrepublik Deutschland verdient gemacht.

Offen ist, was mit den Staatsbeamten und bezahlten -logen wird, die durch ihre Rechtsprechung und Gutachterei und immer neues Hoffen, die Totschläger würden endlich den guten Kern in sich entdecken,  geschieht,  aber wir können sicher sein – nichts. Sie werden weiterhin Gewalttäter zum weiteren Gewalttaten tun auf ihre Opfer loslassen, nun spielt mal schön und nicht wieder so doll, bitte.

Domink Brunner ist völlig umsonst gestorben. Im Sinne von, mit seinem Tod wäre etwas in Bewegung geraten. Er war ein offenbar anständiger Mensch aber was haben die hier und heute unter uns zu suchen, wo die Unanständigen doch das Meinungszepter schwingen. Wo für fast jede Gewalttat sofort Ausreden gefunden werden. Ein Rentner wurde ins Koma geprügelt? Kein Wunder, furchtbarer Spießer der, der mit Gängeleien, die lieben Kleinen zur Verzweiflungstat trieb. Leute schmeißen mit Brandflaschen, Steinen und nehmen den Tod von Polizisten in Kauf und Unbeteiligten? Ja, der Kapitalismus ist so böse, mit seinem HARTZ IV, da müssen sich diese armen Menschen doch wehren! Was, es wird versucht, Menschen in einer Kneipe zu verbrennen? Wenn das Rechte waren in der Kneipe, dann müssen wir erst einmal prüfen, ob das nicht berechtigt war oder am Ende gar kein Terror.

Und nun ist Dominik Brunner tot und kann wirklich von Glück reden, daß er nicht noch vor einen bundesdeutschen Richter muß, der prüft, inwieweit er den Gewaltausbruch seiner Totschläger provoziert hat oder warum er überhaupt eingeschritten ist, der furchtbare Spießer. Daß sie ihm jetzt aber noch das Bundesverdienstkreuz angehängt haben, das hat er wirklich nicht verdient.

junge hoffnungsvolle Totschläger

Es war ein Jux!

Wann schreibt man etwas in Gänsefüßchen, liebe TAGESSPIEGLER? Richtig, um klar zu machen, daß etwas gar nicht so ist, wonach es aussieht. So sind Brandsätze, geworfen auf Menschen, denen der Stempel Rechts aufgedrückt wurde, „linker Terror“,  also im Grunde genommen gar keiner, sondern nur eines von vielen Dialogangeboten, um einfach mal darüber zu quatschen, wie man sich die Welt so vorstellt, wie sie zu sein hat.

Und klar, Brandsätze, die keinen Schaden anrichten, weil sie von der Fassade einer Wand abprallen, was für Bedrohung soll schon von denen ausgehen? Gut, Feuer tut weh, das sollte auch der Autor  Jörn Hasselmann wissen, nehme ich mal an, aber kann man da von linkem Terror sprechen, ruhigen Gewissens, wo doch gar nichts passiert ist?

Ja, schön, etliche „Menschen“ wurden beim Versuch verletzt, die mutigen Kämpfer gegen die erstarkte DVU aufzuhalten, die nach den Bundestagswahlen kurz davor ist, die Regierung zu bilden,  und ich bin mir sicher, es ist nur einem Zufall geschuldet, daß der TAGESSPIEGEL die nicht auch in Anführungsstrichen genannt hat, die verletzten Menschen, wo Faschismus doch keine Meinung ist, sondern ein Verbrechen. Und Faschist ist nun einmal, von dem der Antifaschist sagt, der ist es. Ein Rechter, ein Nazi, einer, der nicht unserer Meinung ist. Und Terror ist, von dem der Journalist sagt, daß er es sei. Alles andere ist doch eigentlich nur ein großer Jux. Oder?

Verbrennt die Feinde des Sozialismus!


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