Archiv für 15. Oktober 2009

Schluchzen mit Afrika

Arbeit und Brot! Während europäische Menschenrechtsorganisationen weinen, daß wir nicht alle Afrikaner zum Durchfüttern aufnehmen können, schaffen Chinesen in Afrika Arbeit und Brot. Arbeit, die kein deutscher Arbeitsloser aufnehmen würde, kann er doch des Platzes am Kessel mit dem süßen Brei sicher sein. Und natürlich ist nicht nur der Hunger weiblich, nein, auch die Dummheit, wie unsere Politikerinnen immer aufs Neue beweisen.

Schlimme Hilfe zur Selbsthilfe

Nein!

Unfassbar! Türkischer Staat verweigert in Deutschland lebendem Kurdenkind die türkische Staatsbürgerschaft. Wie kann er nur, wie kann nur ein Land einem Menschen die Staatsbürgerschaft verweigern, wo Deutschland doch jedem Terroristen, jedem Revolutionsaufrührer, jedem penetranten Abschaffer deutscher Kultur, jedem Sprachlosen und Analphabeten die Staatsbürgerschaft nicht nur bettelnd hinterherträgt, sondern sie möglichst gegen seinen Willen auch noch in den Hintern stopfen soll, wie die unübertroffene Sabine Leutheusser-Dingsbums jüngst optional forderte.

Und jetzt ist das kleine Kurdenkindlein staatenlos! Weil seine Eltern keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, es geht ja auch ohne in Deutschland.  Oh was weinen wir uns nun die Äugelein aus dem Kopf, was sind wir betrübt, was pochert da unser mitfühlend Herz! Jetzt ist es natürlich oberstes Gebot der Stunde, das Kurdenkind mit einer deutschen Staatsbürgerschaft zu beschenken, denn ist nicht gleich wieder Weihnachten? Aber ja.

Und wie lustig ist das denn:

Ich habe nicht damit gerechnet, dass sich die Türkei auch in Deutschland bei Namen einmischt, erklärt Özbay.

Die Türkei mischt sich noch viel mehr ein, in Deutschland. All die großartigen Moscheen, in denen Türken aus und ein gehen, sind Moscheen des türkischen Religionsministeriums, dessen Anhängsel die DITIB ist. Ein fremdes Ministerium, eines fremden Staates, schaltet und waltet auf fremden Staatsgebiet, unserem nämlich, wie es will.  Und es ist nur ein kleiner Schritt, liebe kurdischen Revolutionäre, die ihr hier Eure Stellvertreterkrieg auskämpft, bis die Sicherheitseinrichtungen der Türkei nachziehen. Denn schon längst versteht sich Deutschland nicht mehr als eigenständiger Staat, sondern als Anhängsel der Türkei. Und das ist doch wunderbar. Oder?

Schöne Bescherung

Soziale Auszeichnungsungerechtigkeit

Wo sind die Frauen? Diesen Ruf, ausgestoßen von sächsischen verbitterten Jean d`Arcs, hört man zwanzig Jahre später immer wieder und immer häufiger. Je länger ein Ereignis zurückliegt, desto schärfer und besser erinnern sich auch die sächsischen Menschen weiblichen Geschlechts an die Taten, die sie selbst hätten tun können, im Wendeherbst 1989, die ihre Mütter hätten tun können oder auch ihre Großmütter und verbittert fragen sie sich, warum ein sächsischer Verdienstorden, der für Verdienste um die Abschaffung des ersten deutschen Arbeiter und Bauernstaates verliehen wurde, nur so wenige Frauenbusen ziert.

Bei der jüngsten Auszeichnung am Dienstag waren 20 Männer und nur eine Frau für ihren Beitrag zur Wende 1989 geehrt worden. Die Proportion sorgte in der Opposition für Kritik. Am Mittwoch konterte die Staatskanzlei: „Wir wünschen uns, dass mehr Vorschläge für Frauen eingehen.

Liegt es am Gedächtnis der Heldinnen und Helden des Wendeherbstes oder an unserer optischen Wahrnehmung? War Kurt Masur eine Frau und keiner hat es gemerkt? Ist Ludwig Güttler die verkannte Trompetenvirtuosin, die zitternd der Staatsmacht den Marsch blies? Wohl kaum. Aber sie hätten Frauen sein können! Und blieben als Frauen ungeehrt.

Wo sind die fleißigen Putzfrauen, die in den Folterkellern und Straßen das Blut der getöteten Demonstrantinnen und Demonstranten mit Ata beseitigten oder mit Fit, dem wiederauferstandenen? Wo die mutigen Krankenschwestern, die die Verletzten aus dem Feuer der Panzer schleppten, die Herzchiruginnen, die die Schußverletzungen  heftpflasterten, wo all die fleißigen Leichensackträgerinnen, die Horst Köhler so bewunderte, die Blutplasmabotinnen, wo die feurigen Rednerinnen, die von KirchInnenkanzelInnen zu mehr Freiheit und demokratischerem Sozialismus aufriefInnen? Vergessen, verdrängt, mißachtet!

Und wo  bleiben die geehrten Schwulen und Lesben, von denen wir wissen, daß sie unter der Regenbogenfahne das Menschenrecht erkämpften, mit Penis und Brüsten auf der Straße herumzuwedeln. Sollten die keine Heldentaten vollbracht haben? Ei gewiß doch!

Warum, fragen wir weiter, wurden keine schwarzen Menschen geehrt oder keine sonnengebräunten? Ist das nicht wieder so eine rassistische Mißachtung des Volkes der Colored People, ohne das die Revolution im Herbst 89 nie stattgefunden hätte. Wer kann da noch an der Berechtigung Philippa Ebenes Rassismusvorwürfen zweifeln, wenn die Ausgezeichneten durchweg weiß sind!

Wieder einmal wurde auch das brave Türkenvolk vergessen. Jeder erinnert sich doch, daß der erste Aufruhr gegen das sozialistische System von der Leipziger türkischen Gemeinde und ihren Moscheen  ausging, als dort die DITIB-Imane, die Angestellten des türkischen Religionsministeriums, mit ihren Gebeten die zagenden Leipziger Bürger ermutigten, sich mit Kerzen zu versammeln. Auch sie, vergessen, verdrängt und mißachtet.

Können wir das so hinnehmen, auch in der Zukunft, diese soziale Auszeichnungsungerechtigkeit, die die Menschen nicht anspornt sondern ausgrenzt? Ich meine nein!

Auch ein Opfer


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