Archiv für 19. Oktober 2009

Schwere Beleidigungen im TV

Während Leute, die sich über das Überleben ihrer Ziegenherde Sorgen machen und fleißig Obst- und Gemüse feilbieten oder auch nur von unserer aller Steuern leben, weil wir es dulden, brüskieren freche Asiaten in Lichtenberg keck die türkische Gemeinde. Hat man das schon erlebt, nazistisches Gedankengut, wie Disziplin, Wissensdrang und besser leben zu wollen, durch eigene Anstrengung, aus dem Munde undankbarer Zugewanderter? Herr Kramer, wenn das nicht ein Fall für den Generalsekretär ist, der nach Abschiebung schreit, der Fall, was dann?

Nein!

Nach dem der Solidaritätszug mit Thilo Sarrazin den Bahnhof längst verlassen hat, springt ein einsamer TAGESSPIEGEL-Journalist auf den letzten Wagen und schlußfolgert messerscharf,

Auf Dauer aber hat noch keine Gesellschaft überlebt, die die Realität aus- und die sie Benennenden am liebsten einsperren möchte.

Bis dahin, zum Ende des Artikels haben es aber die Kommentatoren nicht mehr geschafft, zu tief sitzen die eingesendeten Reflexe, die auch DER TAGESSPIEGEL unermüdlich vertieft.  Und die Antwort auf die Frage, soll sie das überhaupt, unsere Gesellschaft überleben, schwebt unausgesprochen, doch deutlich im Raum.

Die Sprache lügt nicht

Schlägt das Imperium zurück?

Wieder haben unzweifelhaft Christen Selbstmordanschläge verübt, von denen zumindest Claudia Roth weiß, das ist in deren Religion angelegt, andere Leute in Privatinitiative umzubringen, für eine Harfe, ein langes Nachthemd und zwei gefiederte Engelsflügel. Während 72 Jungfrauen und Ströme von Wein für Muslime kein so großer Anreiz sind, vor allem, wenn man nichts davon im Leben genießen darf.

Mitten im Iran, mitten in den Reihen der geliebten Revolutionsgarden platzte die Bombe, und die iranische Sicherheitsorgane stehen Kopf, nur so ist es zu erklären, daß die Reporterin von Al Jazeera ihren Schal nur äußerst nachlässig übers Haupthaar geschlungen hat, zu anderen, ruhigeren Zeiten, wäre sie längst von den Moral- und Anstandswächtern zu einem höflichen Gespräch beiseite genommen worden oder im Gefängnis gelandet, um dort hart aber korrekt vergewaltigt zu werden. Wie es das Gesetz vorschreibt.

Steckt die CIA und der israelische Geheimdienst dahinter? Hinter den Bombenselbstmordattentaten? Schlägt das Imperium mit denselben Waffen zurück, wie sie vom Iran finanzierte Terrorbanden im Irak einsetzen? Vielleicht. Zu oft wurde schon beklagt, von Leuten in Deutschland, die sich intellektuell nennen, die armen Selbstmordattentäter müßten ja selbstmordbomben, weil sie weder über Flugzeugträger noch Marschflugkörper verfügten. Dieselbe Logik, die Israel vorwirft, Qassams nicht mit Qassams zu beantworten und Selbstmordattentate oder Massaker in Diskotheken und Schulen, nicht mit Selbstmordattentaten und Massakern in Diskotheken und Schulen, was ein hohes Maß an fehlendem Sportsgeist beweise. Und auf Fairness, darauf kommt es an. Schaun wir mal.

Schlampig plaudernd im Wüstensand

Wallraff – in weißer Haut

Nach seiner spektakulären Lesung der „Satanischen Verse“ in einer Moschee, auf ihrem Gelände oder 5000 Meter weit entfernt, mit der er bewies, Islam bedeutet Toleranz und Frieden, hat er sich etwas neues ausgedacht. Günter Wallraff, der als Harun al Raschid unterwegs ist, wenn die Bundeskanzlerin das Kostüm nicht braucht, um sich unter die aussterbenden Eisbären zu mischen, ist wieder auf Enthüllungstour.

Wie lebt es sich so als Mittelklasseweißer, will er wissen. Wie sieht die alltägliche Mißachtung aus, der der weiße Handwerker, Physiker oder Konstrukteur der Ariadne-Rakete so ausgesetzt ist, wenn ihn das Amt schikaniert, die Polizei oder wenn er sieht, wie sein hart erarbeitetes Geld in den Taschen der Colored People verschwindet, die ja nun auch ernährt werden müssen, weil sie keiner abschieben will, auch wenn sie drei Jahre am Goetheinstitut in Daressalam Deutsch gelernt haben und sich zum Kellnern oder Rudern zu fein sind und deshalb ohne Arbeit.

Und vor allem will er erfahren, wie das so ist, wenn man plötzlich von feinen bunten Jungs oder Mädchen unvermittelt angegriffen und verprügelt wird, von, die Presse schreibt Migranten oder Ulf und Tom oder Südländern, und niemand kommt zu Hilfe oder lacht oder ruft, „selber schuld“ und schreibt das in der Zeitung DIE ZEIT.

Und wie ist das eigentlich, Deutschland hinter sich zu lassen, mit all seinen Erfahrungen im Arbeitsleben, seinem Können, und seine Zukunft außerhalb des Zugriffs des deutschen Finanzministers zu gestalten?

Das war der schwierigste Teil übrigens, glaubhaft Facharbeiterkönnen darzustellen. Geschafft hat er es mit schwarzer Schminke, die im Sprühverfahren aufgetragen wurde. Alle Achtung. Oder?

Wollte irgendwas machen


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