Roosevelt zu den Judenverfolgungen

PARISER TAGESZEITUNG 16. NOVEMBER 1938

Auf Seite 2 erfährt der Leser:

… Die Auswanderung stößt im Augenblick auf geradezu unüberwindliche Schwierigkeiten. Das amerikanische Generalkonsulat hat jetzt täglich 1500 bis 2000 Besucher zu empfangen. Es handelt sich um alte Leute oder Frauen, die mit ihren Kindern zu Verwandten in den Vereinigten Staaten wollen. Es liegen nunmehr 140 000 Einwanderungsgesuche deutscher Juden bei den Konsulaten im ganzen Reichsgebiet vor. Die reguläre Einwanderungsquote beträgt jedoch nur 27000 im Jahr, so daß mit jahrelangem Warten gerechnet werden muß, wenn nicht eine Änderung der Bestimmungen erfolgt. …

5 Responses to “Roosevelt zu den Judenverfolgungen”


  1. 1 Prosemit 21. November 2009 um 16:36

    Es war ja nicht so, dass man sich gerade um die Rettung der Juden riss.

    Gefragt und gerne ins Land gelassen wurde der hochgebildete Reiche, der sofort in der Wirtschaft einen Arbeitsplatz nachweisen konnte. Der typische orthodoxe Ostjude mit Kaftan, Stremel und Pejes hatte es schon sehr, sehr schwer. Man wollte eigentlich niemanden „retten“.

  2. 2 Prosemit 21. November 2009 um 16:47

    Ooops, sollte natürlich Strejmel heissen.

  3. 3 Karl Eduard 21. November 2009 um 17:47

    Ja, das belegen die Zeitungsartikel. Die Staaten machten ihre Grenzen dicht.

  4. 4 Prosemit 21. November 2009 um 18:14

    Der tragische Untergang des Ostjudentums begann in Russland und vor Allem in Polen (VOR HITLER!) Polen war deutlich antisemitischer eingestellt als Deutschland. Der prozentuale Anteil der „Überfremdung“ war auch höher. Allerdings war dann die Deutsche Rassentheorie und die planmässige Ausrottung des „jüdischen Gens“ einmalig. Aber zeitlich hatte Polen die Nase vorne. Von den russischen Progromen zu schweigen. Als das Judentum in Polen bekämpft wurde mit Entlassung aller jüdischer Staatsdiener und Schliessung jüdischer Fabriken (meist Kleinstfabriken z.B. im Schuhgewerbe) kümmerte dies in der freien Welt überhaupt niemanden. Es gab keine Stimme für den Ostjuden. Der Verlust dieses Otsjudentums ist eine Tragik und eine Schande. Übrigens damit auch der Verlust des Jiddisch. In den Vereinigsten Staaten macht sich der Regisseur Steven Spielberg höchst verdient um die Bewahrung und Pflege des Jiddisch. Spielbergs Digital Yiddish Library ist ein Leuchtturm in der Welt privaten Mäzenatentums.

  5. 5 vitzliputzli 21. November 2009 um 20:03

    bei aller empörung des herrn roosevelt musste ich irgendwie sofort an die damalige lage der schwarzen in den usa denken. zivilisation, herr präsident?


Comments are currently closed.



November 2009
M D M D F S S
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30  

Blog Stats

  • 2.271.598 hits

Archiv


%d Bloggern gefällt das: