Archiv für 11. Dezember 2009

Der Film zu Kopenhagen

Erschütternde Dokumentation über die Zukunft der Menschheit. Die Pole sind geschmolzen, die Menschheit vegetiert auf künstlichen Insel, doch da gibt es ein Mädchen, auf dem alle Hoffnung liegt – Angela Merkel. Wird sie uns an neue, grüne Gestade führen?

Dieser Film über Global Warming hat es leider nicht in die Endausscheidung geschafft, nachdem Jurymitglieder beim Ansehen hysterisch schreiend zusammenbrachen.

Ehrenmorde

Heute unternimmt es natürlich nicht der Staat, Menschen zu ermorden, weil die sich Menschen anderen Glaubens zuwandten. Jedenfalls nicht unserer. Heute geschieht das in Privatinitiative und schweren Herzens. Und bei Youtube kann man die Kommentare lesen, die bedauern, daß Sister getötet werden mußte aber was hat sie sich auch so aufgeführt und so hat sie dem Bruder keine Wahl gelassen. Und überzeugte Kämpferinnen für Menschenrechte erklären uns, Ehrenmorde wären häufig keine Ehrenmorde sondern irgend was anderes und deshalb harmlos, jedenfalls hätten sie nichts mit dieser Ideologie zu tun, sondern eher mit archaisch-patriarchalischem Verhalten. Wir sind schon weit vorangekommen. Geistig.

Jüdischer Rassenschänder entlarvt

Der 47 Jahre alte Jude Dr. Erwin Jacobsen, der in Hamburg in den Colonnaden eine ärztliche Praxis unterhielt, wurde wegen Rassenschande festgenommen. Der Jude hat bereits gestanden, sich gegen die Nürnberger Gesetze vergangen zu haben. Jacobsen wurde dem Gericht zugeführt, das gegen ihn Haftbefehl erließ.

BERLINER LOKAL-ANZEIGER 8. Dezember 1938

Stalins willige Helfer

Eine der SED-Legenden lautet, bis zum XX. Parteitag der KPdSU hätte niemand der deutschen Kommunisten von den Verbrechen Stalins wissen können. Eine glatte Lüge. Es stand alles schon in der Zeitung. Man hätte sie nur lesen müssen. Heute gilt unter LINKEN die Sowjetunion ungebrochen als das Licht der Welt, was viel über sie aussagt. Unsere Linken.

DNB Moskau, 8. Dezember (1938) Nach einer kurzen Notiz, die in sämtlichen Blättern an versteckter Stelle erscheint, ist der bisherige Volkskommissar für Inneres (GPU), Jeschow, „auf eigenen Wunsch“ aus seinem Amte ausgeschieden und soll in Zukunft nur noch das ihm gleichfalls unterstehende, politisch jedoch unbedeutende Volkskommisariat für Wassertransport behalten. Als neuer Innenkommissar ist der frühere georgische Parteigewaltige Lawrentij Berija ernannt worden.

BLA Der „Schüler Stalins“ und der „Wächter des Proletariats, dessen scharfes Auge alles beschaut“, mit diesen Worten begrüßte die Sowjetpresse vor nicht viel mehr als zwei Jahren Jeschow als neuen Chef, als Nachfolger Jagodas, der eigentlich Herschel Jehuda hieß. Sein Scheiden auf „eigenen Wunsch“  kommt nicht unerwartet. Schon seit Monaten ging das Gerücht, er sei bei Stalin in Ungnade gefallen. Zum ersten mal hieß es so im Juni, als es ihm gelungen war, ein Attentat auf seine Person in letzter Minute aufzudecken und zu vereiteln. Damals war sein litauischer Koch Plakaitis gedungen worden, seinem Herrn und Meister ein starkes Gift unter die Speisen zu mischen. Jeschow ließ 117 Pesonen verhaften. Das Attentat war gescheitert – aber seinem Schicksal entging er nicht.

Die zwei Jahre, an denen der jetzt 43 Jahre alte Jeschow  an der Spitze der GPU stand, sind blutiger als alle anderen mit Blut geschriebene Episoden der Henkergarde Stalins. Die umfassendste „Säuberung“ aller Organe des Staates und Parteilebens führte Jeschow durch. Er lieferte das Material für die grausigen Schauprozesse, deren erstes Opfer Tuchatschewski war. Monatelang lieferten sie der Welt das Schauspiel, wie sich die bolschewistischen Spitzen gegenseitig ans Messer lieferten. Unzählige Verhaftungen, Erschießungen, die furchtbaren, unmenschlichen Foltermethoden in den Kellern der Lubjanka sind Jeschows Werk. Schon vor seiner Tätigkeit als GPU-Chef gehörte Jeschow zu den engsten Mitarbeitern Stalins. Aus Arbeiterkreisen war er 1929 stellvertretender Landwirtschaftskommissar geworden und wurde Anschlußmitglied des zentralen Vollzugsausschusses und sogar zum Vorsitzenden des Kontrollausschusses ernannt.

Wenn er jetzt von dem Posten des GPU-Chefs zurücktreten muß, so deutet seine Beseitigung darauf hin, daß auch seine Terrormethoden nicht die gewünschte „Befriedigung“ gebracht haben. Die Ausmerzung so vieler „Verräter“ des Bolschewismus hat nur neue Verräter erzeugt. Stalins Blutmethoden verlangen neues Blut.

Jeschow ist Volkskommissar für Wassertransport geworden. Wird er das bleiben? Auch Jagoda wurde nicht sofort erschossen. Er wurde zunächst Volkskommissar für Post und Telegrafie. Zwischen der Kaltstellung eines GPU-Chefs und seiner Erschießung steht nach bolschewistischer Tradition ein unpolitisches Volkskommissariat.

Auch der neue GPU-Chef Lawrentij Berija ist, wie Jeschow es war, ein besonderer Günstling des roten Diktators. Er ist 40  Jahre alt, gewandt, fanatisch und skrupellos und gilt in bolschewistischen Parteikreisen als besonders geeignet für sein Henkeramt. Berija ist ein enger Landsmann Stalins und stammt aus dem Kaukasus. Aus seiner Tifliser Umgebung hat er eine ganze Anzahl Georgier mitgebracht, die heute Bereits in der GPU am Werke sind. Berija wird die „Säuberung“ und die „Vernichtung der Volksfeinde“ fortsetzen.

BERLINER LOKALANZEIGER Donnerstag 8. Dezember 1938


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