Archiv für 16. Dezember 2009

Kein Fall von Islamophobie

also völlig unverständlicher Angst oder Furcht vor Muslimen, die sich mittels Passagierflugzeugen in Hochhaustürme stürzen könnten oder Bomben in Bussen oder Bahnen deponieren. Aber was dann? Müssen wir uns nicht immer wieder sagen, nicht jeder Moslem will Dich umbringen, er würde es nur billigen, wenn Allah es vorschreibt? Ich denke ja. So gesehen ist das keine Diskriminierung. Kampfhunde werden ja auch nicht diskriminiert. Man ist nur mißtrauisch und das aus gutem Grund.

Couragierte Anwälte

Neue Freiburger Zeitung, Mittwoch den 8. August 1849: … Baden, 7. August. Man erfährt von Rastatt, daß heute morgen in der Frühe der „Kriegsminister-Stellvertreter“ Eilsenhaus, welcher gestern standrechtlich zum Tod verurtheilt wurde, erschossen worden ist. Auch Major v. Biedenfeld ist zum Tode verurtheilt worden, ob aber das Urtheil vollzogen wurde, darüber gehen verschiedene Gerüchte. Biedenfeld, der Sohn eines allgemein geachteten badischen Generals, ist ein schon bejahrter Mann, welcher die Feldzüge 1813 – 15 mitgemacht hatte. Die Revolution traf ihn als Pensionär; Verdruß über seine Lage, verbunden mit häuslichen Mißverhältnissen mögen zum Theil Grund sein, daß er sich in den Strudel reißen ließ.

Die militärische Besetzung des Landes hat unserem Badeort jetzt so manchen Gast zugeführt, der so ausgezeichnete Cantonnements bietet, daß auch viele Offiziersfrauen ihre siegreichen Ehemänner gerne hier begrüßen. Sonst sind verhältnismäßig noch wenig Fremde hier. Die Theilnahme am grünen Tisch ist trotz Beschränkung des Zutritts ziemlich bedeutend.

Man erfährt, daß nach einem Ausschreiben des Groß.Finanzministeriums diejenigen, welche während der Revolutionszeit Waffen in das Großherzogtum eingeführt haben, angehalten werden sollen, den Zoll für diese Einfuhren zu entrichten. Bekanntlich war der Zoll für Armatur- und Munitionsgegenstände durch die revolutionären Gewaltherren damals aufgehoben worden. Der Staatskasse soll dadurch ein nicht unbeträchtlicher Vortheil erwachsen.

Rastatt, 6. August. Der ehemalige Major v. Biedenfeld und Elsenhaus, Schriftführer im Kriegsministerium der provisorischen Regierung, wurden heute standrechtlich zum Tode verurtheilt. Weil bei ihnen keine Prüfung und Genehmigung des Urtheils durch das Kriegsministerium vorbehalten ist, wie dies das Gesetz für das standrechtliche Verfahren vom 7. Juli 1848 Artikel 7 und vom 19. Juli d. J. Art. 2 besagt, so werden beide morgen in der Frühe, man sagt um 5. Uhr, erschossen werden.

Bei dem Verhör und bei der Aburtheilung benahm sich Biedenfeld ruhig und würdig, Elsenhaus ziemlich frech und ungeberdig. Mit einer gewissen Art Prahlerei trug er seinen Unglauben an eine personifizierte Gottheit zur Schau und verwarf jeden religiösen Cultus.

An Biedenfels Schicksal nimmt man hier mannigfaltige Theilnahme, da er während der Belagerung, nach allgemeinem Zeugnisse, viele Unbilden, welcher der Stadt durch die polnische Legion bevorstanden, abwendete, und für die Übergabe der Festung, vom Anfang ihrer Cernierung(?) an, thätig war.

Auffallend ist der Mangel an rechtskundigen Verteidigern für die Angeklagten. Man hätte meinen sollen, die Anwälte, von denen sich ja so viele sich so gerne mit ihrer Begeisterung für das Wohl ihrer Mitbürger breit machten, würden aus der Nähe und Ferne herbeieilen um  durch ihre That ihre uneigennützige Aufopferung den unglücklichen Gefangenen zu beweisen. Statt desssen kamen schon Ablehnungen auf die Aufforderungen des Standgerichts Vertheidigungen zu übernehmen, vor und wir glauben, nicht immer aus den triftigsten Gründen. Um dem Mangel an rechtskundigen Vertheidigern einigermaßen abzuhelfen, hat man dazu auch einige, sonst allgemein gebildete Leute berufen.

Heute wurden auch einige hundert Leute vom ersten Aufgebote die hier gefangen saßen, entlassen. Die Entlassungen würden schon in größerem Maasstabe stattgefunden haben, wenn die verschiedenen Ausscheidungs- und Untersuchungskommissionen etwas leichter über Kompetenzstreitigkeiten wegkommen könnten.

Düsseldorf 3. August (Köln Z.)  …  – Heute morgen wurden mehrere Barrikadenbauer vom 10. Mai in ihrer Morgenruhe gestört, in dem ein Kommando Gens`darmen und Polizei dieselben aus ihrem Bette holten und ins Gefangenenhaus abführte. . Es kam diese Verhaftung so unerwartet, daß keiner eine Ahnung davon hatte. …

Königsberg, 31. Juli. (Köln Z.) In den Kreisen Johannisburg und Sendburg werden seit dem November v. J. hartnäckig die Steuern verweigert, so daß morgen zwei Kompagnien Infanterie und eine Eskadron Kuirassiere als Exekutionstruppen dorthin abgehen.

1848/1849 Trailer


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