Unbegreifliche Sportphobie

Der Friedensvertrag. Einspruch gegen Fesselung des deutschen Turnens. Der Friedensvertrag (von Versailles) bestimmt in Artikel 177. daß sich Unterrichtsanstalten nicht mit militärischen Dingen befassen dürfen. Welcher Auslegung diese Bestimmung fähig ist, zeigt ein Beispiel, der unlängst in der Rheinpfalz in folgender Form zur Kenntnis aller Leiter von Unterrichtsanstalten gebracht worden ist:

„Die Leiter aller Unterrichtsanstalten sind davon zu verständigen, daß allein die Übungen, welche in das Gebiet der Gymnastik, der individuellen körperlichen Ausbildung und des Sports fallen, zugelassen und daß andererseits die gemeinschaftlichen Übungen, welche sich auf militärische Vorbereitung beziehen, streng verboten sind. Es sind insbesondere verboten, die gruppenweisen Ansammlungen, Viererreihen, Marsch in Schritt, Stabübungen usw. für Schüler aller Schulen, welche sich in den besetzten Gebieten befinden. Jede Übertretung wird Bestrafung nach sich ziehen gegen die sich verfehlenden Lehrer und die verantwortlichen Leiter.“

Der Mannh. Gen. Anz. bemerkt dazu: Die pfälzische Lehrerschaft wird sich mit diesem Befehl abzufinden wissen und ebenso unsere Jugend der die Scham über das Unrecht von Versailles in der Seele brennt. Es handelt sich zunächst  um die Anordnung eines einzelnen Generals, die man vielleicht in Frankreich selbst als einen Mißgriff bezeichnen wird, insofern braucht man ihr nicht allzuviel Bedeutung beizumessen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß bei den Feinden die Absicht besteht, die deutsche Volkskraft durch Fesselung des deutschen Turnens niederzuhalten. In jedem Falle wird es gut sein, wenn gegen eine solche Auslegung der Bestimmungen in Art. 177 des Friedensvertrages schon jetzt von amtlicher Stelle auf das Entschiedenste dagegen Einspruch erhoben wir.

FREIBURGER ZEITUNG 16. DEZEMBER 1919

Wir erinnern daran,  daß die Schulnot, also das Fehlen der Schulen und damit der Wegfall der Ausbildung der deutschen Schüler, als Folge der Beschlagnahme der Schulen durch die Besetzungstruppen für Quartiere, weitgehend einen Schulunterricht für Jahre nicht zuliess.

Bild: Simplizissimus „Deutsche Kriegsgefangene zu quälen ist nicht nur gerecht, sondern auch wundervoll ungefährlich.“ Dazu aus der FREIBURGER ZEITUNG vom 17. Dezember 1919:

Die Not unserer Gefangenen in Frankreich. Das Zeugnis eines Engländers. Der Manchester Guardian vom 11. Dezember veröffentlicht folgenden, der Redaktion aus Nordfrankreich eingesandten Brief:

Das französische Volk fängt an, seine Meinung zu der Frage des verlängerten Zurückhaltens der deutschen Kriegsgefangenen zum Ausdruck zu bringen. Ich arbeite seit mehreren Monaten in den verwüsteten Gebieten und kann versichern, daß der Geist der Gerechtigkeit und des fair play bei der hiesigen Bevölkerung lebendig ist, was dazu führt, daß sie offen das Verhalten der militärischen Behörden und der Regierung gegenüber den Gefangenen verurteilt.

Eine Meile von unserer Niederlassung entfent befindet sich ein großes Disziplinarlager für deutsche Gefangene. Die Leute werden dorthin verschickt als Strafe für Fluchtversuche oder andere Ursachen. Die Behandlung, die diesen Leuten widerfährt ist scharf bis zum Äußersten. Sie haben keine Decken (Dezember!) und keine Schuhe mit Ausnahme von Holzschuhen für Arbeiten im Freien, die aber im Gefängnis nicht getragen werden dürfen und pour rien werden sie zu Brot und Wasser verurteilt mit warmem Essen nur jeden vierten Tag. Während dieselbe schwere Arbeit von diesen Männern, wie von anderen erwartet wird.

Ich weiß, daß vor einigen Tagen 18 dieser Leute in unterirdischen, nicht ausgelegten Gängen lagen, die sehr feucht sind. Von einem Augenzeuge wurde mir erzählt, daß den Gefangenen, die in einem schweren Regensturm arbeiten mußten, verboten wurde, ihre Mäntel anzuziehen. Die französischen Soldaten, die die Aufsicht haben, verhehlen nicht, was sie von dieser Tätigkeit halten. Ich wünsche, daß die Öffentlichkeit in England dieses erfährt, weil ich überzeugt bin, daß diese Disziplinlager die letzten sein werden, die von ihren Bewohnern geräumt werden und es sich für alle alliierten Mächte gehört, Gerechtigkeit und Vernunft in dieser Angelegenheit walten zu verlangen. …

So sah es aus damals und natürlich haben solche Berichte und Vorkommnisse dazu beigetragen, das großmütige Frankreich fest in die Weihnachtsgebete der Deutschen einzuschließen. Damals. Als noch gebetet wurde.

Volksvernichtung durch Fettleibigkeit

7 Responses to “Unbegreifliche Sportphobie”


  1. 1 Prosemit 17. Dezember 2009 um 07:07

    Die Leiter aller Unterrichtsanstalten sind davon zu verständigen, daß allein die Übungen, welche in das Gebiet der Gymnastik, der individuellen körperlichen Ausbildung und des Sports fallen, zugelassen und daß andererseits die gemeinschaftlichen Übungen, welche sich auf militärische Vorbereitung beziehen, streng verboten sind.

    Dahinter steht eine etwas umfangreichere Geschichte. Das Turnen vom Deutschen Turnvater Jahn (ich betone in dem Fall „Deutsch“, weil es in Frankreich ähnliches nicht gab) war nicht nur Leibesübung. Sie hatte von Anfang eine eine politische Komponente und war im deutsch-nationalen Lager angesiedelt.

    Bei Wikipedia steht über Jahn : „Sie (die Turnerbewegung) war entstanden u. a. mit der Zielsetzung, die Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung und für die Rettung Preußens vor dem Untergang vorzubereiten.“

    In dem Sinne sahen sich die Turnerbunde später auch. Das oben zitierte Verbot war eines der vielen Versuche, ein „wiedererstarkendes“ Deutschland mit allen Mitteln zu verhindern.
    Dass gerade der Nationalsozialismus dieses gemeinschaftliche Turnen wieder für sich entdeckte, ist ein direkter Rückgang auf die Wurzeln der Turnerbewegung.

    —————

    Über die Deutschen Kriegsgefangenen, die von den Franzosen als Arbeitssklaven gehalten wurde, entgegen jedem damals gültigen Völkerrecht, ist nur wenig geschrieben worden. Man kann es finden, wenn man sucht. Die Kriegsschuldpropaganda deckte alles nach dem ersten Weltkrieg zu. Von Hungerblockade bis zu den oben genannten „Ausschreitungen“. Man wollte Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes physisch vernichten.

  2. 2 Karl Eduard 17. Dezember 2009 um 07:19

    Danke für die Ergänzung. Im Stillen hoffte ich, der Leser weiß etwas mit Turnen und Ludwig Jahn anzufangen und mit den Befreiungskriegen. Aber sicher kann man sich da nicht sein.

  3. 3 Prosemit 17. Dezember 2009 um 08:36

    Zu der von mir vorhin angesprochenen psychischen Vernichtung. Ohne weiteren Kommentar, da ich es nicht auf die Schnelle verifizieren kann.

    Victor Klemperer schreibt in seinem Tagenbuch am 4.10.1942 (Seite 742) (*)

    Friedensbestimmungen für das zerschlagene Deutschland: So lange Besetzung der Provinzen nötig, werden sie schwarzen u. (chinesisch-)gelben Gouverneuren unterstellt. (Es ist gewiß, daß sie dann besonders human behandelt werden. Um den Rassenunfug endgiltig zu beseitigen werden a) alle Angehörigen der SS u. Gestapo, sowie alle Funktionäre der Partei u. des Staates castriert, b) alle übrigen männlichen Einwohner Einwohner u. alle männlichen Kinder, die in den nächsten 9 Monaten vom Tage des Friedensschlusses an geboren werden sterilisiert, [c]) alle weiblichen Einwohner, sofern sie nicht entweder Ehen mit Schwarzen, Gelben oder Roten eingehen, oder sich verpflichten zu kinderloser Ehe zu leben verpflichtet. Die Verpflichtung wird von beiden Eheleuten unterschrieben. Eheliche od. uneheliche weiße Kinder werden den Eltern fortgenomen u. in andere Erdteile unter absolut andere Völker verpf[l]anzt; die Eltern erhalten genau dieselben Strafen, die heute in Deutschland auf Rassenschande stehen. Diese Anordnung ist 30 Jahre lang durchzuführen.

    (*) woher er diese Vorschläge der Alliierten hat und wie er davon Kenntnis bekam, ist nicht geschrieben. Interessant sind sie trotzdem, egal, wie authentisch oder nicht. 1942 geistert die Idee der „Verdünnung des Deutschen Volkes“ bereits durch die Welt, mehr oder weniger konkret, wie sie Josef Fischer später wieder äussert und wie sie heute im Sinne der politischen Korrektheit gewollt ist. Und noch einmal – der von mir zitierte Text stammt von 1942!

  4. 4 Prosemit 17. Dezember 2009 um 08:38

    man liest psychische Vernichtung und ich meine physische Vernichtung, die auch die psychische Vernichtung ist.

  5. 5 Karl Eduard 17. Dezember 2009 um 10:11

    Na, da ahnt man woher die Idee kommt, uns gegen das zweifellos höher entwickelt Volk der Colorierten auszutauschen.

  6. 7 ostseestadion 17. Dezember 2009 um 23:48

    das zeugt doch aber von hoher intellektueller kompetenz des josef und mitt**ter.
    das volk der deutschen verdünnen zu wollen mit dem import von, ausgerechent osmanen.

    ein weniger bemittelter hätte zB für friedliche asiaten plädiert. wenn es denn so sein solle … 😉


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