Archiv für 13. Januar 2010

Erderwärmung lässt Erde erbeben

Wie ich es gerade las, Haiti war auch vor dem Erdbeben eines der ärmsten Länder der Welt, und muß uns das nicht betroffen machen, daß es wieder die Ärmsten der Armen trifft, offenbar sind Erdbeben weder sozial, noch links, oder sonstwie revolutionär, sondern auch  eine direkte Folge menschengemachter Erderwärmung in deutschen Redaktionsstuben.

Der Klimawandel betrifft ja auch die Ärmsten der Armen, unter den besonders deutsche Hartz IV-Bezieher und ihre Kinder  schwer gebeutelt sind, aber was wäre, würde es die Reichsten der Reichen betreffen? Wäre das die Silbe einer Erwähnung wert?

Um wen sollte sich die Welthungerhilfe kümmern, läge NRW in Schutt und Asche oder Berlin? Was, wenn die Regierung wieder zum Kauf von Hamstern aufriefe und alle wären bereits weggeplündert? Käme die Hilfe dann aus Haiti oder Ruanda, Uganda oder Indien? Und wenn nein, warum nicht? Wieso haben wir keinen Haufen UN-Inspektoren auf dem Hals, die die restlichen Lebensmittel verteilen, von den Lieferungen, die vom Verschieben übrig sind? Und würden Blauhelme für ein wenig Minderjährigen-Liebe rotzfrecher Berlinerinnen dann Reis verkaufen?

Zeit, daß die Bundesregierung mal eine Erklärung zur Plattentektonik abgibt, schliesslich muß man die doch auch beeinflussen können, durch rhytmisches Schaukeln oder wenn alle Menschen der Erde auf  Kommando hüpfen. Oder nicht? Wir schulden es einfach unseren Kindern. So siehts nämlich aus.

Reich und betroffen

Alles voller Nazischrift

Dennoch gibt es den „Krieg gegen Frankreich 1870 – 1871“ von Theodor Fontane. Und zwar in vier dicken Büchern und für den Gesamtpreis bekommt man schon einen LCD-Fernseher! Über den Krieg 1870 – 1871 weiß ich aus der sozialistischen Schule nur, daß Preussen das wehrlose Frankreich zwang, ihm den Krieg zu erklären, es war sozusagen schon damals das Deutsche Reich von 1933 und so spukt es in den Köpfen der armen Menschen in Deutschland immer noch herum. Kurz und gut, es war nicht so, wie es gelehrt wurde und gelehrt wird, es war ganz anders aber das erfährt man eben nur, wenn man Fraktur kann und lesen. Hier mal ein Auszug.

Baron Stoffel, französischer Militärbevollmächtigter am preussischen Hof, schrieb 1868 an den (französischen) Kaiser:

Es wird mir zunächst obliegen, die moralischen Elemente der Überlegenheit der preussischen Armee im Vergleich zur französischen, überhaupt zu jeder anderen europäischen Armee namhaft zu machen. Es sind dies vor Allem drei: 1. das Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht; 2. der auf alle Klassen des Volkes ausgedehnte Unterricht(Schulzwang) und 3. das Pflichtgefühl. Allgemeine Wehrpflicht. …

Schulzwang.

Das Prinzip des Schulzwangs ist in Preußen seit länger als 30 Jahren, und man könnte sagen, seit Friedrich dem Großen angenommen; auch ist das preußische Volk das aufgeklärteste in Europa in dem Sinn, daß der Schulunterricht in allen Klassen verbreitet ist. Die polnischen Provinzen allein leben noch in einer beziehungsweisen geringeren Bildung.

In Frankreich, wo man alle auf fremde Länder bezüglichen Verhältnisse so völlig mißachtet, macht man sich von der Summe geistiger Arbeit, deren Feld Norddeutschland ist, keinen Begriff. Die Volksschulen sind da in Überfluß vorhanden, während in Frankreich die Zahl der Hauptpunkte geistiger Tätigkeit und geistigen Schaffens sich auf einige große Städte beschränkt, ist Deutschland mit dergleichen Lehrstätten bedeckt und, um sie aufzuzählen, müßte man bis zu den Städten dritten und vierten Ranges hinabgehen.

Ich werde kein Gewicht auf die Vorzüge legen, wie sie eine vorgerückte Bildung, welche in dem ganzen Volk verbreitet ist, der Zusammensetzung des Heeres bringt. Ist es aber nicht sonderbar, daß in Frankreich aufgeklärt genannte Personen sich gegen ihre Zulässigkeit sträuben? Heißt das nicht leugnen zu wollen, daß Unterricht und Erziehung die Fähigkeiten des Menschen entwickeln und sein Bewußtsein durch Verleihung einer höheren Vorstellung von seinem Werte erheben? Diese Personen behaupten unbefangen, daß eine Armee von ungebildeten Soldaten, welche aber an den Krieg gewöhnt sind, eine Armee von sogar sehr gut geschulten, aber der Kriegserfahrung beraubten Leuten schlagen soll. Gut, ich frage, welcher General einen Augenblick zweifeln und schwanken würde, wenn er zu wählen hätte zwischen dem Kommando zweier Armeen, von je 100 000 Mann, von welchen, die eine ganz aus Zöglingen der polytechnischen Schule oder von St. Cyr, die andere aus Bauern von Limousin oder Berry gebildet ist. Wenn er nur den Vorzug darin finden würde, seine Depot-Truppen schneller auszubilden, würde schon seine Wahl nicht zweifelhaft sein.

Mehr aber liegt noch darin, daß in moralischer Hinsicht die eine Armee der anderen zehnfach  überlegen sein dürfte. Und in dieser Hinsicht werde ich erwähnen, was mir im August 1866 in Böhmen preußische Offiziere und Unteroffiziere erzählten. Stolz auf ihre Erfolge, maßen sie dieselben großen Teils der intellektuellen Überlegenheit ihrer Soldaten bei und sagten mir: „Als nach den ersten Gefechten sich unsere Soldaten zum ersten Male österreichischen Gefangenen gegenüber befanden, sie dieselben in der Nähe sahen und diese Leute ausfragten, von welchen Viele kaum ihre Rechte von ihrer Linken unterscheiden konnten, war kein Einziger mehr, welcher sich im Vergleich mit solchen Leuten nicht wie ein Gott ansah, und dieses Bewußtsein verdoppelte unsere Kräfte.“

So viel zum deutschen Schulsystem von einem Franzosen, der seinen Kaiser ernstlich davor warnte, gegen Deutschland Krieg zu führen. Kann es noch einen Zweifel geben, daß das planmässige Absenken des Bildungsniveaus in deutschen Schulen eine einzige friedenserhaltende Maßnahme durch unsere Demokraten  ist? Ich glaube nein.

Interessant auch, daß die Südstaaten Deutschlands, die gerade vor 4 Jahren an der Seite Österreichs gegen die Staaten des norddeutschen Bundes und Preußen gekämpft hatten, was Verwüstungen und Reparationen zur Folge hatte, sich einmütig an die Seite Preußens stellten, wo sie doch gemeinsam mit Frankreich hätten über ihre Sieger herfallen können. Auch Bayern!

Österreich wahrte strikte Neutralität, obwohl es jeden Grund gehabt hätte, bei der Kriegserklärung Frankreichs in einen Zweifrontenkrieg gegen Deutschland einzusteigen. Einen Patriotismus, wie er in dem Buch Fontanes geschildert wird, liegt fern jeglicher heutiger Vorstellungskraft. Alleine der Gedanke, daß sich massenhaft Studierende zum Kriegsdienst meldeten, verglichen mit den heutigen Leuten, die sich auf Kosten der Allgemeinheit an  den Universitäten parken und rufen, man hat ihnen die Bildung gestohlen, macht hysterisch Kichern.

Frankreich erklärte Preußen den Krieg und Frankreichs Soldaten eröffneten die Kampfhandlungen, in dem sie die deutschen Grenzen überschritten und Zollbeamte gefangen nahmen. Und 1914 wiederholte sich das Ganze. Und was lehren die Schulen davon? Die lehren die Kriegsschuld Deutschlands. Aber die lehren ja auch noch ganz andere Sachen.

Entscheidung bei Sedan

Öffentlich -rechtliches Betroffenheitsgelaber.  Natürlich liest man von den Empfindungen der Soldaten, aber eben nicht nur dieses Gewinsel von Gutmenschen, die für gar nichts mehr kämpfen würden, außer gegen Rechts natürlich. Weil das nichts kostet und Wohlfühlpunkte bringt. So wie ein kleines Negerkind in Afrika zu adoptieren für 15 € im Monat.

Der Film


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