Archiv für 16. Januar 2010

Rauhe Sitten

Europa war ein friedlicher Kontinent, bis Hitler auftauchte. Ganz Europa? Oh nein, eine kleine zänkische Schaar ehemals Leibeigener und Strauchdiebe errichteten Kosakenrepubliken und dienten sich mal den Türken, mal den Polen und mal dem Zaren an, der hatte die stärkeren Argumente und so wurden sie in neuerer Zeit Teil seiner Armeen. Über Kosaken gibt es viele Geschichten, Lieder und Filme. Eine Geschichte heisst „Taras Bulba“, geschrieben von Nikolai Gogol und erstmals mit Yul Brynner verfilmt, in Hollywood natürlich. Nun hat Russland nachgezogen. Spät kommt ihr, doch ihr kommt.  Russisch, mit englischen Untertiteln.

Der Film

Mannichl ist nicht überall

Während das Ringen des wackeren Polizisten Alois Mannichl mit einem messerbewehrten Lebkuchmonstermann, der Grüße vom Nationalen Widerstand auf Kantonesisch oder Klingonisch ausrichtete, Schlagzeilen in der Presse machte, weil wir wieder einmal Fackel tragende SA-Kolonnen um den Reichstag herumwalzern sahen, ja, selbst die Kanzlerin der Herzen murmelte etwas von Anschlag auf uns oder die Demokratie oder den Rechtsstaat, werden die täglichen Angriffe auf Polizisten durch Linksterroristen zur Gewohnheit, eine Frage im Bewerbergespräch, als junger Polizeianwärter lautet bereits, sind Sie bereit, sich von Mitgliedern oder Anhängern demokratischer Parteien, wie DIE LINKE, den GRÜNEN oder der SPD  totschlagen zu lassen, weil das gut für unsere Demokratie ist? Wer da nicht unverzüglich ruft, „jawoll“, der kann gleich wieder gehen und sich einen Job als Zahnarzthelfer suchen oder als Weltraumtourist.

Nun hat es die beliebten Fernsehpolizisten Toto und Harry erwischt, die uns das wahre Leben mit offener Kamera auf den Straßen zeigen, wo keineswegs der Ede ausreisst, wenn der Schutzmann ums Eck kommt, wie es im Großstadtrevier Vorspann so schön beruhigend menschelte.

Als wir die Uni verließen, kamen aufgeregte Frauen zu uns gerannt, die erzählten, dass Vermummte unseren Streifenwagen zermatscht haben“, sagte ein verärgerter Torsten „Toto“ Heim. Und richtig: Die Heckscheibe und linke Seitenscheibe ihres Streifenwagens waren eingeschlagen, der Innenraum mit roter und weißer Farbe beschmiert.

Erstmalig in der neueren deutschen Polizeigeschichte werden Leute auch Kriminelle genannt und nicht etwa Demonstrierende, Protestierende, Aktivisten, Globalisierungsgegner, Gegner des Afghanistaneinsatzes, übermütige Jugendliche oder bildungshungrige Studenten, die schon ohne Gehirn zur Welt kamen, wenn es sich nicht erkennbar um braune Monster handelt, die mit Schlangen und Kreuzen tätowiert sind oder auffällig im Schnee herumlaufen und Rauchen.

Die drei Täter sind ca. 20 bis 25 Jahre alt, schlank und waren jeweils mit einem dunklen Kapuzenpulli bekleidet sowie mit einem Schal vermummt. Die beiden Männer sind ca. 185 Zentimeter groß. Sie flüchteten nach der Tat in Richtung des Gebäudes GC. Die weibliche Kriminelle ist ca. 175 bis 180 Zentimeter groß, hat ausgeprägte Wangenknochen sowie braune Augenbrauen. Sie rannte in Richtung des Gebäudes GA davon. Der polizeiliche Staatsschutz des Bochumer Polizeipräsidiums hat die Ermittlungen aufgenommen.

Womit die Fernsehpolizisten die für mehr soziale, Bildungs- oder sonstige Gerechtigkeit Protestierenden derart provozierten, daß sie in begreiflicher Erregung den Streifenwagen demolierten, der nun auf Kosten der steuerzahlenden Bochumer repariert werden muß, das können wir nur ahnen.

Tipps zum Ausbluten

Eigenartig, daß der Anrufer seinen Namen nicht nennen will. Kann man noch blauäuigiger sein?

Nachschub zum Plündern

Während 140 000  Haitianer, Opfer der Klimakatastrophe und der sozialen Reichtumsungerechtigkeit, tot unter den Trümmern ihrer oder fremder Häuser darauf warten, daß ihnen jemand Arbeit und Wohlstand bringt, plündert der Rest der Inselbevölkerung die Opfer aus und wird so zum Täter und dadurch wiederum zum Opfer – Freispruch wegen Schuldunfähigkeit, würden deutsche Richter urteilen. Langsam gehen aber die Güter aus, die man plündern könnte und so ziehen auch junge Menschen aus Israel los, um gemeinsam mit ihren Kollegen aus Dubai, Ägypten, oder Saudi-Arabien, Geschenke für das hungernde Volk von Haiti zu bringen, um die es sich dann nach alter Tradition schlagen kann.

In einem anderen Forum wird unterdess die bittere Ungerechtigkeit beklagt, daß Schwarze in Afrika keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, Weiße in Europa, Australien und Amerika aber schon, das Einzige, was wir unseren Vorfahren deshalb vorwerfen müssen ist, warum haben sie sich weiterentwickelt, während der ursprüngliche, von unseren Transusen bewunderte  Schwarze einfach dösend vor der Hütte sitzen blieb, was er übrigens heute auch noch tut.

Wasserleitungen und Kläranlagen sind ja in Europa, Australien und Amerika nicht einfach über Nacht gewachsen, auch kletterten keine gelehrten Männer aus Raumschiffen, die uns beibrachten, was Krankheitskeime sind und warum es ungesund ist, dasselbe Wasser zu trinken, in das man eben hineingeschissen hat. Fragen, die wir alle selbst klären mußten und über Regierungsformen, die ein Interesse an der Gesunderhaltung ihrer Bevölkerung hatten. Als Steuerzahler und Soldaten.

Warum haben wir uns also vorwärtsentwickelt und der Rest nicht? Nicht jedenfalls, weil wir ihm die Hände und Füsse gebunden hätten und ihm alle zwei Stunden mit dem Holzhammer einen Schlag auf den Kopf gaben. Trotz eigentlich ununterbrochener Kriege in Europa, die mit kurzen Friedensperioden geführt wurden, sind wir da, wo wir jetzt stehen und der Rest, ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, immer noch dort, wo wir einst gemeinsam gestartet waren. Warum also?

Bringen neue Geschenke


Blog Stats

  • 2.178.489 hits

Archiv