Archiv für 3. Februar 2010

Jugend voran!

Wie sehr die ruhmreichen Parteien, die das Banner von Demokratie und Rechtstaatlichkeit hochhalten, wenn es ihnen in den Kram passt, auf den Hund gekommen sind, belegen nicht nur die Hehlergeschäfte mit Diebesgut  oder die weiterhin ungebrochen gute Laune der Parlamentarier, während sie das Volksvermögen der Arbeiter, Bauern, Unternehmer und werktätigen Intelligenz jedem, der die Hand hebt, und Anspruch anmeldet, in den Rachen  schaufeln, nein, das System Demokratie ist noch nicht verrottet genug, als daß es nicht Mittel und Wege geben würde, diesen menschengemachten Prozess im Dienst einer guten Sache zu beschleunigen!

Wie zum Beispiel, Angehörige der Jung- und Thälmannpioniere, treu und kühn, oder Mitglieder der Freien Deutschen Jugend, als Kundschafter des Jugendschutzes, in die Fillialen der sozialistischen Handelsorganisation oder des Konsum zu schicken, um dort, getarnt, als am Kauf von Spirituosen Interessierte, die sozialistische Wachsamkeit der dort beschäftigten Genossinen und Genossen zu überprüfen.

In vielen Supermärkten oder an Kiosken können Minderjährige oft problemlos Alkohol kaufen. Im Kampf gegen diesen illegalen Alkoholverkauf will die Union jetzt Testkäufe legalisieren, bei denen Jugendliche eingesetzt werden. Der CDU-Jugendschutzexperte Thomas Jarzombek kündigte im Kölner „Express“ eine entsprechende Änderung des Jugendschutzgesetzes an. Der Einsatz Minderjähriger ist allerdings umstritten.

Jugend braucht Aufgaben und kein Pionier ist zu klein, um voller Eifer den stets aktiven Klassenfeind, in Gestalt Alkohol verkaufender Gegner der Volksgesundheit, zu entlarven. Zwar ist der Einsatz Minderjähriger umstritten, zum Beispiel als Sexualpartner oder lebender Sprengstoffgürtel,  aber was heisst das schon? Es ist ja auch die Subventionierung von Kriminalität durch den Ankauf gestohlener Datenträger umstritten, der dennoch wärmstens von der sozialistischen Presse empfohlen wird.  Denn  der Zweck, uns ins menschengemachte Paradies auf Erden zu führen, heiligt ja bekanntlich die Mittel.

Künftig wird die nachwachsende Junge Generation also nicht mehr nur die aufzuspüren haben, die anders denken, als beispielsweise Genossin Wagenknecht oder Genosse Thierse, nein, das Niveau der Volksgesundheit wird sich durch diese Kontrollen, die zuvor der Arbeiter- und Bauerninspektion vorbehalten waren, ganz erheblich steigern. Was mit den entlarvten Verkäuferinnen oder Verkäufern dann geschieht, die Atze oder Karoline, obwohl sie noch nicht das 16. Lebensjahr überschritten haben, bedenkenlos den Wodka Gorbatschow aushändigten, das wird von Zeit zu Zeit ein Tribunal entscheiden, dem aber auf jeden Fall ein Mitglied der örtlichen Verbraucherschutzzentrale beiwohnen muss, sowie ein Angehöriger von Earth First oder von PETA.

Solle sich der Einsatz der Jugendbrigaden bewähren, der genau nach der Erfüllung von  Wettbewerbszielen abgerechnet werden wird, die Vergabe von Schnapsfahnen als Ehrenbanner ist bereits beschlossene Sache, könnte die Kontrolltätigkeit Unserer Minderjährigen auch auf weitere Produkte ausgeweitet werden, zum Beispiel, um das Klima zu schützen. Und das wollen wir doch stark hoffen!

Testkäufer erhalten Instruktionen


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