Archiv für 9. Februar 2010

Nimm doch dem Jungen die Zeitung weg

Nimm doch dem Jungen die Zeitung weg, er hat sich in letzter Zeit das Lügen sowieso schon so angewöhnt. Simplizissimus 1940.

Schon wieder

Wieder einmal trifft die gore- und merkelgemachte Erderwärmung, bzw. der Kampf dagegen, die Ärmsten der Armen. Nicht nur, daß Millionen Haitianer wegen der merkelgemachten Plattentektonik ihr Leben verloren, nein, Wohnungslose in Amerika, die auf milde Temperaturen hofften, trifft die Anstrengung der deutschen Bundeskanzlerin, die Erdtemperaturen auf den Gefrierpunkt zu regulieren, voll in das blaugefrorene Gesicht.  Draussen erfrieren die Leute zu Hauf doch die Schneekönigin bleibt ungerührt. Ist das denn zu fassen? Ich glaube schon.

Der Partei unser Vertrauen

Dresden bleibt Heldenstadt! Oder war es Leipzig? Egal. Immer noch bauen die Dresdener an der Seite der Genossen, die sie seit nunmehr 60 Jahren permanent belügen, betrügen und um den Finger wickeln, das Morgen, das im Zusammenbruch der DDR desasterte, aber warum soll man liebgewonnene Traditionen aufgeben, zum Beispiel festzulegen, wer eine Meinung auf der Strasse haben darf und sie sogar noch äussern?

Früher, da war alles viel besser. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, die nun unter anderen Namen firmiert, legte fest, wer sich wann und zu welchem Anlass zu versammeln hatte und tanzte jemand aus der Reihe, liess sie ihn verhaften, einsperren oder gleich durch die sowjetischen Genossen erschiessen, glücklichere Zeiten waren das. Sagen die Genossen und ihre Verbündeten und die, die für die Verhaftungen sorgten und das Einsperren, stehen heute wieder in hohem Ansehen, wenn sie von den Veteranen der Arbeiterklasse, wie sich die Volksverführer nennen, zu Vorträgen eingeladen werden, wo sie dann erzählen, wie sie beim Anzeigen von Menschen nur ihre Pflicht taten oder beim Foltern. Das will man heute nicht missen. Das Anzeigen und Verhaften und Foltern.

Ab und an traf man sich auch an den Resten der Dresdener Frauenkirche um des Angriffs anglo-amerikanischer Bomber zu gedenken und schwor sich, „nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“, nicht jedenfalls, wenn der Krieg nicht ein gerechter wäre und der Faschismus unterm Banner des Marxismus-Leninismus daherkäme, wie ihn die Genossen unter Stalin gar nicht genug preisen konnten. Nur nannte er sich da anders.

Ja, es soll sogar Dresdener gegeben haben, die die Bombardierung Dresdens bei vollem Bewusstsein überlebten, jedenfalls gab es Bücher darüber, auch Kinderbücher und Fime, wie diesen zum Beispiel, an eines kann ich mich erinnern, es handelte von der heldenhaften Rettung des „Blauen Wunders“ und jeder Junge Pionier wusste, daß die Bombardierung Dresdens nicht nötig war, sprengte doch schon die Rote Armee auf ihren Rössern heran, um die Frauen von ihrer Tugendhaftigkeit und die Männer von ihren Uhren und Fahrrädern zu befreien.

Was dem einen aber recht ist, weil er  mittels Kranzniederlegungen an der Ruine der Frauenkirche mit zittrig anklagendem Finger auf die imperialistischen Staaten England und Amerika zeigen kann, eine Blutspur von Dresden über Hiroshima bis hin nach Hanoi, weil es in das Konzept linken antiimperialistischen Kampfes passt, wie ihn die gewendete SED zelebrierte und zelebriert, das darf dem anderen noch lange nicht billig sein, wenn er auch dasselbe Geschäft betreibt, mit der Leiche der toten Marwa S. herumzuziehen und sein politisches Süppchen zu kochen. Verzeihung, ich meine natürlich, der Toten der Stadt Dresden zu gedenken. Das ist lediglich der DIE LINKE vorbehalten, deren Anhänger heute rufen, „tue es noch einmal, Bomber-Harris“, denn lange schon missen sie es schmerzlich inmitten eines Feuersturms elendig zu verbrennen, glücklicher wären sie gewesen, nie geboren zu werden, hätte es ihre wahrscheinlichen Großeltern getroffen, Nazis durch die Bank, für die sich ihre Enkel heute nur schämen können, obwohl sie deren erarbeitete Groschen freudig nahmen.

Scham müssen sie auch darüber empfinden, was aus ihrem sozialistischem Vaterlande geworden ist, wo die demokratische Diktatur des Proletariats mangels Proletariern auf immer wackligeren Füssen steht aber wie konnte auch Karl Chemnitz ahnen, was aus seinen Verdammten dieser Erde werden wird, die nicht mal mehr zum Hungern gezwungen werden, geschweige denn ihre Arbeitskraft zu verkaufen! So urteilte jüngst ein Dresdner Verwaltungsgericht völlig entgegen den Beschlüssen des letzten Parteitages der DIE LINKE:

… Demnach sei der Staat durch das Grundrecht der Versammlungsfreiheit gehalten, „angemeldete Versammlungen möglichst vor Ausschreitungen und Störungen Dritter zu schützen und Maßnahmen in erster Linie gegen Störer zu richten“, hieß es. Gegen eine Versammlung selbst dürfe nur unter den besonderen Voraussetzungen des polizeilichen Notstandes eingeschritten werden.

Und das hätte es unter dem Genossen Honecker nicht gegeben, daß einfach so Leute Versammlungen oder Demonstrationen anmelden dürfen und den  Jugendverbänden der SED und der Gewerkschaften wird das  parteigegeben Recht durch Polizei verwehrt, darüber herzufallen, mit Steinen, Flaschen oder auch Brettern. Nicht gegeben hätte es das unter dem Genossen Honecker. Aber wenigstens hat die Heldenstadt, unter Leitung ihres Ersten Bezirkssekretär der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, gleich Einspruch erhoben und wenn das nicht reicht, um den Aufmarsch der Ewiggestrigen am 13. Februar zu verhindern, da gibt es noch andere Mittel, wie Katina Schubert schon vor Jahren feststellte: nämlich,

daß eine Positionierung (mit Flaschen, Steinen und Knüppeln) gegen rechtsextremes Gedankengut (wie, daß die Bombardierung Dresdens ein Kriegsverbrechen war und völlig unnötig) oder Naziaufmärsche (im Gegensatz zu denen der Linksextremisten) kein Straftatbestand sein darf

und genau so wird wieder verfahren werden, von den unerschrockenen Streitern für Rechtsstaatlichkeit. Denn was der Parteitag nicht beschliesst, darf nicht sein.

Glücklichere Zeiten 1975


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