Archiv für 17. Februar 2010

Für keine Handvoll Dollar mehr

Wie das Leben so spielt, berichtet im tempörären Auftritt auf seiner Internetseite der Nordkurier. Dort lehnte ein HARTZ-IV-Einzelfall, den die Zeitung Falko M. nennt, wobei sie darauf hinweist, auch M. ist nicht sein wahrer Name, einen Job an der Tankstelle ab, der ihm lediglich 160 € mehr Geld über seinem derzeitigen HARTZ IV-Einkommen verschafft hätte, ein Minijob, der aber so mini war, daß Falko M. ihn verachtete, denn seine Träume fliegen weit höher, als sich die Verwalter der Arbeitslosigkeit des Falko M. es je träumen liessen.

Fünf Euro netto pro Stunde, das sei ein Hungerlohn, „eine Riesenfrechheit „, findet Falko M. (Name geändert). Den Vermittlungsvorschlag des Vier-Tore-Job-Service will der 36-jährige Neubrandenburger, der auf Hartz IV angewiesen ist, deshalb nicht annehmen. … Falko M., der gelernter Heizungsbauer ist, sich aber aus gesundheitlichen Gründen umorientieren müsse, wie er sagt, will es statt des Minijobs lieber als selbstständiger Handelsvertreter für Ökostrom versuchen. Im vergangenen Jahr hat er es schon einmal als Handelsvertreter probiert – ohne Erfolg, er musste aufgeben.

Und das ist natürlich traurig, auch, daß die Gemeinschaft der Arbeitenden ihm nicht länger Geld zubilligt, um sich richtig als Handelsvertreter  auszuprobieren. Traurig ist auch, daß der Tankstellenpächter ihm nur 5 € die Stunde zahlen will, wo doch zuerst der deutsche Staat zu 70 Prozent am Verkauf von Kraftstoffen profitiert, mittels Mineralölsteuer und Ökosteuer, dann die Mineralölkonzerne und ganz hinten in der Nahrungskette der Pächter steht, der sich mit dem Verkauf von Alkohol, Zigarretten und Süßigkeiten über Wasser hält.

Viel trauriger aber ist diese Selbstverständlichkeit, mit der ein Handelsvertreterversager den Anspruch erhebt, von der glücklichen Sozialstaatsmenschengemeinschaft weiter ausgehalten zu werden. Und um dieses unverschämte Anspruchsdenken, fahrt zu Arbeit, pendelt, arbeitet umschichtig, damit ich mich auf eure Kosten zu Höherem qualifizieren kann, als Benzin und Bier zu verkaufen, das ist es, was der Herr Westerwelle gemeint hat. Das Menschenrecht, auf Kosten anderer gut zu leben.

Ein Sender der von anderer Leute Geld lebt

Böcke als Gärtner

Das ist wirklich lustig. Dieselben Leute, die Intensivtätern jahrelang das Köpfchen kraulten und ihnen andauernd positive Prognosen ausstellen, auf daß sie nur munter weiter Menschen terrorisieren,  dürfen auch fern in der Fremde  dafür Sorge tragen, daß in fremde Länder verklappte deutsche minderjährige Banditen, sich nur nicht so verloren fühlen und vielleicht gar Tränen der Bitter- und Einsamkeitkeit vergiessen.

Hier geht es um einen Dreizehnjährigen Schnuckiputz, dessen Karriere schon so intensivst kriminell war, daß nicht einmal das Streicheln übers Haar als äussert drakonische Maßnahme Besserung herbeiführte und so wurde er im fernen Kirgisien ausgesetzt, wo die Leute kirgisisch sprechen und dadurch als Opfer so ziemlich wertlos sind für diesen edlen Jugendlichen, der seinen Weg einfach noch nicht gefunden hat.

Der 13-Jährige mache bereits Fortschritte. Die Organisation betreut seit sechs Jahren straffällige Kinder und Jugendliche mit Hilfe von Familien in Brandenburg, Irland und Kirgisien. Bis zu fünf Jugendliche kommen pro Jahr in den asiatischen Kleinstaat. Dort werden sie von deutschsprachigen Psychologen betreut und bekommen deutschen Schulunterricht.

Und da hätten sie ihn gleich in Deutschland lassen können, umgeben von Leuten, die ja ein Teil des Problems darstellen, wie die Richter und Anwälte und das ganze politische System, das nicht in der Lage ist, seine Gesetze den Realitäten anzupassen, weil die Realitäten ihren Wunschträumen widersprechen.  Was soll gut sein, an der Lösung, das Ausland mit hässlichen Deutschen zu beglücken? Welchen Eindruck erhält der Kirgise, der eine solch faule frucht noch mißratener Eltern aufnehmen muss? Und wie lautet der Lieblingsspruch der Sozialromantiker: Härtere Strafen sind keine Lösung. Ja, aber die Leute ans Ende der Welt abzuschieben, um in der Ferne schwere körperliche Arbeit beim Bauern zu verrichten wohl?  Na, wenn das nicht die perfekte Heuchelei ist.

Unser Sozialsystem lockt die Verbrecher aus aller Welt an, weil wir zu wenig davon haben, sagt Maria Böhmer.  Wir haben ein Kriminellendefizit. Warum ist es nicht möglich, diese Banditenclans abzuschieben?

Verständnis für alles


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