Böcke als Gärtner

Das ist wirklich lustig. Dieselben Leute, die Intensivtätern jahrelang das Köpfchen kraulten und ihnen andauernd positive Prognosen ausstellen, auf daß sie nur munter weiter Menschen terrorisieren,  dürfen auch fern in der Fremde  dafür Sorge tragen, daß in fremde Länder verklappte deutsche minderjährige Banditen, sich nur nicht so verloren fühlen und vielleicht gar Tränen der Bitter- und Einsamkeitkeit vergiessen.

Hier geht es um einen Dreizehnjährigen Schnuckiputz, dessen Karriere schon so intensivst kriminell war, daß nicht einmal das Streicheln übers Haar als äussert drakonische Maßnahme Besserung herbeiführte und so wurde er im fernen Kirgisien ausgesetzt, wo die Leute kirgisisch sprechen und dadurch als Opfer so ziemlich wertlos sind für diesen edlen Jugendlichen, der seinen Weg einfach noch nicht gefunden hat.

Der 13-Jährige mache bereits Fortschritte. Die Organisation betreut seit sechs Jahren straffällige Kinder und Jugendliche mit Hilfe von Familien in Brandenburg, Irland und Kirgisien. Bis zu fünf Jugendliche kommen pro Jahr in den asiatischen Kleinstaat. Dort werden sie von deutschsprachigen Psychologen betreut und bekommen deutschen Schulunterricht.

Und da hätten sie ihn gleich in Deutschland lassen können, umgeben von Leuten, die ja ein Teil des Problems darstellen, wie die Richter und Anwälte und das ganze politische System, das nicht in der Lage ist, seine Gesetze den Realitäten anzupassen, weil die Realitäten ihren Wunschträumen widersprechen.  Was soll gut sein, an der Lösung, das Ausland mit hässlichen Deutschen zu beglücken? Welchen Eindruck erhält der Kirgise, der eine solch faule frucht noch mißratener Eltern aufnehmen muss? Und wie lautet der Lieblingsspruch der Sozialromantiker: Härtere Strafen sind keine Lösung. Ja, aber die Leute ans Ende der Welt abzuschieben, um in der Ferne schwere körperliche Arbeit beim Bauern zu verrichten wohl?  Na, wenn das nicht die perfekte Heuchelei ist.

Unser Sozialsystem lockt die Verbrecher aus aller Welt an, weil wir zu wenig davon haben, sagt Maria Böhmer.  Wir haben ein Kriminellendefizit. Warum ist es nicht möglich, diese Banditenclans abzuschieben?

Verständnis für alles

3 Responses to “Böcke als Gärtner”


  1. 1 Ernie Souchak 17. Februar 2010 um 05:19

    Heuchelei ist es allemal. Um dem ganzen noch eine weitere Heuchelkomponente zu geben…
    Ist Kirgisien das deutsche Guantanamo?

  2. 2 Prosemit 17. Februar 2010 um 06:29

    Ich gestehe, dass ich schlichtweg zu alt bin, den Sinn der kuschelpädagogik zu begreifen. Man möge mir nachsehen, ich halte und hielt eine Tracht Prügel zur rechten Zeit sinnvoller, als das Wirken von Heerscharen von Betreuern bei jugendlichen Kriminellen.

  3. 3 Unfassbarer 17. Februar 2010 um 19:52

    @Prosemit

    Es geht hier nicht um Sinn oder Unsinn solcher Maßnahmen, sondern um die Beschäftigung von Betreuern. Stell‘ dir doch nur mal den „sozialen Sprengsatz“ vor, den abertausende solch arbeitsloser Betreuer darstellen würden. Nicht auszudenken.


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