An der Seite der Genossen

Der kleine Unterschied zum Islam

GROSSHERZOGLICH BADISCHE privilegierte FREIBURGER ZEITUNG 28. Februar 1810:

Es wird den Lesern angenehm seyn, die vier Propositionen der gallikanischen Kirche zu kennen, von welchen im mitgetheilten Senats-Consult die Rede ist. Sie bestehen im wesentlich in folgenden Punkten: I. Gott hat den Petrus und dessen Nachfolgern und sogar der ganzen Kirche keine, weder direkte noch indirekte, Gewalt in zeitlichen und bürgerlichen Dingen gegeben. Christus hat gesagt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt; und ein andermal: Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist, und Gott was Gottes ist. Paulus sagt: Jedermann sey der Obrigkeit unterthan; denn es sey keine obrigkeitliche Gewalt, die nicht von Gott wäre; diejenigen, welche diese Gewalt ausüben, sind von Gott verordnet; wer sich also der Obrigkeit widersetzt, der widersetzt sich der Ordnung Gottes.“ Wir erklären demnach, daß die Souveräns keiner geistlichen Gewalt im Weltlichen, nach der Ordnung Gottes, unterworfen sind. II. Die gallikanische Kirche billigt die Kirchen-Versammlung von Konstanz, welche erklärt hat, daß die allgemeinen Kirchenversammlungen in Glaubenssachen über den Papst erhoben sind. III. DieRegeln, Gebräuche und Anstalten, die in dem Königreiche und in der gallikanischen Kirche angenommen sind, sollen aufrecht verbleiben. IV. Die Beschlüsse des Papstes in Glaubens-Sachen sind nicht unabänderlich, es sei dann, die Kirche habe sie angenommen.

Man sollte dazu natürlich bedenken, daß zuvor gerade die Franzosen die gottgewollte Ordnung durch ihren Königsmord erschütterten und durch das haufenweise Köpfeabschneiden bei Geistlichen, Nonnen , dem Adel oder ganz normalen Bürgern, und überall Regimewechsel durchführten, wie heute Amerika und seine Verbündeten. Natürlich immer zum Wohle der betroffenen Völker, die daraufhin aus purer Dankbarkeit ihre Steuern an Frankreichs Kommissare zahlten und noch viel mehr, wenn der Menschenbefreier auf französischen Throne gerade knapp an Pferden, Lebensmitteln oder Soldaten für seine Armee war. Da ist es doch interessant zu erfahren, daß auch die Herrschaft des Pariser Pöbels von Gott ist, wie es nun eigentlich auch die der Regierung Karsei sein müsste. Wer an der Macht ist, ist von Gott dazu legitimiert. Komisch, daß das der Bischöfin Kässfrau nie eingefallen ist, die ja nun wahrscheinlich der Naturreligion der GRÜNEN beitreten wird, der Anbetung von Wollpullovern, Kienspänen, Kröten, Fahrrädern und der gewalttätigen Steineschmeisser. Und des Klimas natürlich. Aber der Klimareligion hängen die meisten Christen sowieso an. Ein merkelgemachtes Erdbeben, so mit Leuten, die herumrandalieren, weil ihnen nicht schnell genug geholfen wird , das ist doch was anderes, als ständig auf brennende Dornbüsche oder die Verwandlung in Salzsäulen warten zu müssen. Wo man fast glauben könnte, Gott geht die Welt am Hintern vorbei, so er einen besässe. Aber ganz sicher hat er eine Vagina.

Das ist übrigens auch der Unterschied zum Islam, der ein religiöses Reich nach den Regeln des Koran errichtet, wie bereits im Iran, wo Geistliche hinterm Präsidenten stehen und die Politik bestimmen. Im Übrigen werden die Regeln islamischer Rechtsprechung auch vor deutschen Gerichten angewendet, Dank der Debilen im Richtergewand.  Haben dafür die Pariser Fischweiber die Bastille geschleift? Ich glaube nein.

Vom Glück für andere Nationen zu sterben

3 Responses to “An der Seite der Genossen”


  1. 1 Prosemit 28. Februar 2010 um 07:22

    Zum Thema passend die wunderschöne Folge der (colorierten 😉 ) Kupferstiche Romeyn de Hooghe „Die Türken vor Wien“, die im Jahre 1683 veröffentlicht wurden. Für mich sein wichtigstes Werk.

    de.wikipedia.org/wiki/Romeyn_de_Hooghe

    HQ Scan mit 300 DPI zum Ausdrucken auf DIN A2, am Bildschirm kommt es schlecht zur Geltung – was zum lange Geniessen (4-6,5 MB Dateien) :

    http://www.dropbox.com/gallery/4866354/1/T%C3%BCrken%20vor%20Wien?h=482435

  2. 2 antifo 28. Februar 2010 um 07:34

    Nachdem die Gallikanische Kirche hier erwähnt wird, die ja die französische Reichskirche war: In der Orthodoxie gibt es die Sichtweise, daß sich die Geschichte der römisch-katholischen Kirche des frühen Mittelalters im Wesentlichen als Machtkampf zwischen römisch und fränkisch gesonnenem Adel verstehen läßt. Die römische Fraktion orientierte sich in Fragen der Trennung von Staat und Kirche an den Grundsätzen des untergegangenen weströmischen Reiches, die fränkische Fraktion dagegen an der Machtstatik (Vasallentum, Feudalwesen) des merowingischen und später karolingischen Reiches. Aufgrund der Kräfteverhältnisses setzte sich natürlich die fränkische Fraktion durch und kaperte so quasi den Papststuhl, weshalb es dann 1054 zum Großen Schisma kam.

  3. 3 Karl Eduard 28. Februar 2010 um 07:36

    Klasse Stiche.


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