Archiv für 2. März 2010

Kaum Anreize für Hartz IV

Der Paritätische Wohfühlverband, der sich selbst als den Rächer der Witwen, Waisen und Enterbten sieht, hat nachgerechnet. Immer noch gibt es Leute, die dadurch, daß sie Arbeiten gehen, mehr verdienen, als ein HARTZ IV-Empfänger, was an sich schon ein Unding ist, sind doch die, die von der Leistung anderer leben, wie jüngst Herr Ernst schlussfolgerte, die eigentlichen Leistungsträger der Gesellschaft und sollten deshalb mit einem höheren Einkommen bedacht werden, das natürlich nicht erst von anderen erarbeitet werden muss. HARTZ IV, so der Paritätische Dingsbums, der genauso qualifiziert ist, über den Abstand von Arm und Reich zu schwadronieren, wie Al Gore über das Klima, wäre für einen Manager mit einem Jahresgehalt von 1 Millionen € immer noch kein Anreiz, sich auf die faule Bärenhaut zu legen, auch wenn im Winter die Heizung für sein Schloss am Wörtersee bezahlt werden würde, der Unterhalt für das Schloss sowieso, die GEZ entfiele, er einen Anspruch auf die moderne Variante der Goebbelsschnauze hätte und dem Empfang der Sendungen des Reichsrundfunks, sowie auf viele Sozialticketvergünstigungen, für Nahverkehr, Schwimmbad, Wagnerfestspiele, sowie Luxuseinkäufen an Menschen- oder Haustiertafeln für symbolischen Geldbetrag. Weswegen Menschen mit geringem Arbeitseinkommen und unabhängig von staatlichen- und kommunalen Almosen immer noch den Yoghurt kurz vorm Verfallsdatum kaufen müssten statt ihn sich auf  Hartz IV-Schein nachschmeissen zu lassen.

Die Aussicht, den ganzen Tag auf der Couch zu verschnarchen, die Kinder verwahrlosen zu lassen und Besuche von Reportern zu empfangen, die das Geheimnis generationenlanger Abhängigkeit von der Arbeit der Nachbarn erfahren wollten, reiche oft nicht aus, um den Bettel hinzuschmeissen und sich in die Obhut der Volksgemeinschaft zu begeben.

So sieht der Paritätische Verband, der von der Wohlfahrt lebt, die Lösung für die sich selbst vermehrenden Unterschichten, die stolz auf eine lange HARTZ-IV-Tradition zurückblicken können, auch nicht darin, daß niemand von den Arbeitern, Bauern, der werktätigen Intelligenz und den Unternehmern gezwungen werden sollte, für das Wohlleben  anderer Individuen lebenslang aufkommen zu müssen, sondern in Lohnerhöhungen der noch Arbeitenden, denn erst wenn sie mehr verdienen, können sie mehr abgeben, für die, die schon wie im Sozialismus leben wollen, und die der Staat umsorgt, und wissen, da draussen, unterm Sternenzelt, wohnt ein lieber Vater, der seine willigen Helfer auch in Form solch wohfühliger  Paritätischer ausschickt, denen nichts mehr am Herzen liegt, als ihre Klientel bei bester Gesundheit und Laune zu erhalten. Und das sei ihm gegönnt. Nur nicht auf meine Kosten.

Fehlt in der Milchmädchenrechnung

Natürlich fliessen Löhne auch immer in Preise ein  die müssen paritätische Wohlfahrer aber nicht  zahlen, die kriegen ihre Sachen Gratis vom Roten Kreuz, für den symbolischen Betrag von 1 € oder versozialticket. Natürlich hat, wer die ganze Woche auf „Montage ist“, gar keine Zeit, ins Schwimmbad zu gehen oder ins Museum oder Stunde um Stunde mit dem Nahverkehr durchs Land zu reisen und dafür auch noch den vollen Preis zu zahlen. Aber wer arbeitet, der hat sich diese Nachteile selber zuzuschreiben, meint der Wohlfühlverband und da kann man ihm nur zustimmen.


Blog Stats

  • 2.218.474 hits

Archiv